Am letzten Tag fuhr ein wenig Angst mit

Heidemann erfüllt sich den Traum vom Bergkönig der D-Tour

Von Joachim Logisch aus Heilbronn

Foto zu dem Text "Heidemann erfüllt sich den Traum vom Bergkönig der D-Tour"
Miguel Heidemann (Rembe - rad-net) mit Deutschland-Tour-Gesamtsieger Isaac Del Toro (UAE - Emirates - XRG) | Foto: Cor Vos

23.08.2026  |  (rsn) - Der Traum vom Bergkönig der Deutschland Tour ist wahr geworden. Der gebürtige Trierer Miguel Heidemann (Rembe – rad-net) konnte das Buntgepunktete Trikot auch am letzten Tag verteidigen und vollendete damit eine rührende Geschichte, die schon in der 1. Etappe ihren Anfang gefunden hatte.

"Ich habe die ganze Woche richtig genossen. Auch der Trikot-Wechsel mit meinem Teamkollegen war großartig. Es jetzt nach Hause zu bringen, fühlt sich noch besser an“, sagte der strahlende Bergkönig der D-Tour am ZDF-Mikro nach dem Rennen. Heidemann hatte bei der 1. Etappe nach Schwäbisch Hall die Führung in der Bergwertung übernommen, um sie am nächsten Tag an seinen Teamkollegen Ole Theiler weiterzugeben. Gestern holte er sich dann absprachegemäß in Bad Dürkheim zurück.

Heute, zu Beginn der 4. und letzten Etappe sah es zunächst aber gar nicht gut aus. Heidemann ging bei der ersten Bergwertung des Tages am Schloss Stocksberg leer aus. "Das machte aber nichts, weil drei Fahrer vorne waren, die noch keine Punkte hatten. Deshalb habe ich mir keinen Kopf gemacht. Für mich war das eine Top-Situation. Ich konnte ganz entspannt bleiben“, löste Heidemann die scheinbar brenzlige Situation auf.

Ernst wurde es bei der ersten der drei Passagen hoch zum Jägerhaus, wo die Fans so dicht wie in den Bergen der Tour de France standen und die Fahrer nach oben jubelten. "Es war verrückt, auch am Berg. Da war ein Spalier von Zuschauern. Ich hatte sogar etwas Sorge, dass ich den Fahrer vor mir vor der Bergwertung nicht würde überholen können. Aber dann gab es da Absperrgitter, also war alles gut. Es war wirklich, wirklich verrückt da draußen.“

Happy End nach bitterem Ausgang im Vorjahr

Der Rembe-Profi ging all in und holte sich die noch benötigen drei Punkte, vor seinem Verfolger Felix Jochum (Lotto – Kern Haus), der mit sechs Punkten auf dem Konto nur fünf Zähler hinter ihm lag und ihm noch hätte gefährlich werden können. Da er nun mehr Bergwertungen als Jochum gewonnen hatte, hatte er auch bei Punktgleichheit das Gepunktete sicher. Quasi als Ehrenrunde holte sich Heidemann dann auch bei der zweiten Passage am Jägerhaus noch mal drei Punkte, bevor seine Ausreißergruppe wieder eingeholt wurde.

Schon im letzten Jahr hatte Heidemann bei der Deutschland Tour Geschichte geschrieben und am ersten Tag das Berg-Trikot übernommen, dass er aber am letzten Tag wieder abgeben musste. Da fuhr ein wenig Angst, die ihn ein wenig belastete. Deshalb fand er die Etappe nicht nur körperlich schwer, "sondern auch mental“, wie er betonte, "weil ich das Trikot voriges Jahr auf der letzten Etappe verlor. Das hatte ich immer noch im Kopf, obwohl ich ja etwas Vorsprung hatte. Jetzt bin ich wirklich, wirklich dankbar, es geschafft zu haben.“

Diesmal darf er es mit nach Hause nehmen!

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