13. beim Münsterland Giro mit Pedersen-Unterstützung

Walscheid “überwältigt“ beim Abschiedsrennen

Von Jan Zesewitz

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Max Walscheid (Lidl - Trek) wird von den Fans mit Schildern gefeiert und verabschiedet. | Foto: Cor Vos

03.10.2026  |  (rsn) - 2018 war Max Walscheid im Sprint der Schnellste. Am Schlossplatz in Münster ließ er John Degenkolb und Nils Politt hinter sich und feierte seinen ersten und einzigen Profisieg auf heimischem Boden. Acht Jahre später war er wieder in einer guten Position im Sprint in der nordrhein-westfälischen Studentenstadt, ein paar hundert Kilometer nördlich von seinem Geburtsort Neuwied.

Kein Geringerer als Mads Pedersen (Lidl – Trek) legte sich beim Münsterland Giro (1.Pro) für den Deutschen ins Zeug. Vom Hinterrad von Decathlon-Anfahrer Cees Bol sprintete Walscheid als Erster los. Doch letztendlich konnte er nicht mithalten und überquerte die Ziellinie beim letzten Rennen seiner Karriere als 13.

“Am Ende waren wir etwas zu früh dran“, sagte Walscheid am Eurosport-Mikrofon nach dem Rennen. “Mads (Pedersen) hat einen unglaublichen Job gemacht. Er hat mich auf den drei Runden die ganze Zeit beschützt. Ich konnte den Sprint sogar noch eröffnen. Aber das zuvor hat mir zu viel Energie gekostet und ich hatte einfach keine Beine mehr.“

Publikum feierte Walscheid frenetisch

Das Ergebnis war an diesem Tag zweitrangig. Vor wenigen Wochen kündigte Walscheid an, dass der Münsterland Giro das letzte Rennen seiner Karriere sein würde, danach wird er in einer Coaching-Rolle dem Lidl-Trek-Team erhalten bleiben. Es war also vielmehr die tolle Atmosphäre während des mehr als 190 Kilometer langen Rennens von Borken nach Münster, vor allem auf der 4,3 Kilometer langen Schlussrunde.

“Ich bin ziemlich überwältigt“, erklärte er. “Das geht über das Resultat heute hinaus. Ehrlicherweise habe ich das Gefühl, dass das heute über alle meine Ergebnisse hinausgeht. Ich bekomme das Gefühl, dass mich die Leute als Fahrer und als Person wertschätzen. Das ist ziemlich überwältigend.“

Wie könnte es auch anders sein? Gleich zweimal überquerte er ganz vorne im Feld am Hinterrad von Pedersen die Ziellinie auf der Schlussrunde, winkte sogar ins Publikum. Es war sein elfter Start beim Münsterland Giro, viermal landete er in den Top Ten, gewann 2018 und stand 2022 als Dritter auf dem Podium – damals gewann wie heute Olav Kooij. Ein passendes Rennen, um eine lange Karriere zu beenden.

Sprinter, Zeitfahrer, Helfer, Allrounder

2014 stand Walscheid das erste Mal für das Team Stölting am Start. Es folgten Auftritte als Stagiaire bei Giant - Alpecin, danach als vollwertiger Profi für das Team, das zu Sunweb wurde, sowie für NTT, später Qhubeka – NextHash, für Cofidis, Jayco – AlUla und schließlich an der Seite des Superstars Pedersen für Lidl – Trek. Der 1,99-Meter-Mann war nicht nur aufgrund seiner Größe eine Erscheinung im Peloton. Walscheid entwickelte sich vom Sprinter zum starken Allrounder und Zeitfahrer, landete in den Top Ten bei Paris-Roubaix und war bei allen Stationen ein wichtiger Teil des Sprintzugs für Fahrer wie Pedersen, Jonathan Milan, Dylan Groenewegen, Caleb Ewan, Michael Matthews, John Degenkolb und Co..

Nun wechselt er die Seite, bleibt dem Radsport aber treu. “Darauf freue ich mich“, sagte er. “Es wird ein großer Schritt für mich, weil man sich als Sportler viel über seine Leistung definiert, was man auf dem Rad erreichen kann. Nicht nur in Ergebnissen, aber auch wie man dem Team helfen kann. Ich muss herausfinden, wie ich das ohne das hinkriege. Aber ich freue mich darauf und denke, dass es heute ein perfekter Tag war.“

Ein perfekter Tag, bei dem das Ergebnis keine Rolle spielt – und nun bekommt der 33-Jährige Zeit, sich auf eine etwas andere Helferrolle zu konzentrieren.

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