Im EM-Zeitfahren mit neuem Rekord, Koch 11.

Reusser gelingt souveräne Titelverteidigung vor Vollering

Von Matthias Seng

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Im Regenbogentrikot zum fünften EM-Zeitfahr-Titel: Marlen Reusser | Foto: Cor Vos

07.10.2026  |  (rsn) - Bei der Straßen-EM von Ljubljana hat sich Marlen Reusser mit einer souveränen Vorstellung ihren fünften Titel im Einzelzeitfahren geholt und damit einen neuen Rekord aufgestellt, den sie sich bisher mit Ellen van Dijk geteilt hatte.

Die Weltmeisterin aus der Schweiz absolvierte den 22,1 Kilometer langen Parcours mit Start und Ziel in Sencur in 31:30 Minuten und war damit 23 Sekunden schneller als die Niederländerin Demi Vollering, die sich nach Gold im Straßenrennen nun Silber im Kampf gegen die Uhr sicherte.

Mit bereits deutlichen 1:10 Minuten Rückstand holte sich die Französin Juliette Berthet mit einem starken Finale die Bronzemedaille, an der die Italienerin Elisa Longo Borghini um sechs Sekunden vorbeischrammte. Fünfte wurde die Polin Dominika Wlodarczyk (+1:30) vor Berthets Landsfrau Cédrine Kerbaol (+1:59) und der Belgierin Sanrine Tas (+1:59).

Die Deutsche Zeitfahrmeisterin Franziska Koch wurde früh von den jeweils eine Minuten nach ihr gestarteten Vollering und Reusser überholt und landete letztlich mit 2:57 Minuten auf dem elften Platz. Beste Luxemburgerin war Nina Berton (+3:36) auf Rang 13, die zweite Schweizerin Steffi Häberlin (+3:56) wurde 15. vor Bertons Landsfrau Marie Schreiber (+4:14). Österreich war nicht im Zeitfahren vertreten.

“Es war ein schöner Tag. Es ist das letzte große Rennen dieser Saison, und es fühlte sich etwas anders an. Die große Nervosität war schon weg, aber man will natürlich eine gute Leistung zeigen. Ich habe mir einfach gedacht, ich will ein gutes Rennen zeigen und bin sehr glücklich über den Sieg“, sagte die 35-jährige Reusser im Flash-Interview nach ihrem achten Saisonsieg, die Hälfte davon in ihrer Spezialdisziplin eingefahren, in der sie nun auch in der slowenischen Hauptstadt einen "Start-Ziel-Sieg" feierte.

“Ich kann mit vielen Dingen sehr zufrieden sein. Viele gute Resultate, aber auch unglückliche Dinge und Rennen, die nicht so gut waren. Wir können alle sehr zufrieden mit dieser Saison sein“, zog die alte und neue Europameisterin ein alles in allem positives Fazit ihres Radsportjahres, an dessen Ende Reusser bereits einen Blick auf 2027 warf.

“Ich habe so viele Dinge, die ich ändern und verbessern möchte, und Sachen, an denen ich arbeiten kann. Ich freue mich darauf, die Prozesse zu optimieren, und dann denke ich, dass wir bessere Resultate erreichen können“, sagte die und fügte an: “Ich freue mich sehr darauf, mit meinem persönlichen Team und dem Team Movistar zusammenzuarbeiten, um viele Sachen zu verbessern.“

So lief das EM-Einzelzeitfahren der Frauen:

25 Frauen nahmen das über den zwei Kilometer langen und zehn Prozent steilen Anstieg nach Mozjanca führende Rennen am frühen Nachmittag in Angriff. Den Anfang machte die Griechische Zeitfahr-Meisterin Eleftheria Giachou, die nach 36:21 Minuten im Ziel war. Doch die Zeit wurde schnell und deutlich unterboten

Die als drittletzte Fahrerin gestartete Koch geriet schon früh ins Hintertreffen. Direkt hinter der WM-Dritten ging ihre FDJ-Teamkollegin Vollering ins Rennen, ehe Reusser die Titelverteidigung in Angriff nahm. Sie war schon an der ersten Zwischenzeit elf Sekunden schneller als die Straßen-Europameisterin und hatte wie Vollering auch Koch schon früh überholt. Die nach acht Kilometern drittschnellste Longo Borghini hatte hier schon 54 Sekunden Rückstand, gefolgt von Wlodarczyk (+1:01) und Berthet /1:02). Koch dagegen lag bereits eine Minute hinter dem Podium.

Berthet drehte in der Abfahrt auf und lag nach 16,3 Kilometern knapp vor Longo Borghini und Wlodarczyk. Vollering wiederum setzte kurz darauf eine neue deutliche Bestzeit, die dann aber von Reusser um 21 Sekunden unterboten wurde. Koch hatte hier ihren zehnten Platz eingebüßt.

Das Streckenprofil des EM-Zeitfahrens der Frauen | Foto: Veranstalter

Im Ziel hatte Tas eine neue Bestmarke gesetzt, die bis Berthet Bestand hatte. Die Französin war um gleich 51 Sekunden schneller als die Belgierin und lag auch um 20 Sekunden vor der kurz darauf folgenden Wlodarczyk sowie um derer sechs vor Longo Borghini, die somit wie schon im Straßenrennen mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden sein musste.

Kurz darauf verdrängte nämlich Vollering ihre FDJ-Teamkollegin Berthet um 47 Sekunden von der Spitze, ehe Reusser im Regenbogentrikot die Zeit der Giro-und Tour-Siegerin um nochmals 23 Sekunden verbesserte, um ihren fünften EM-Titel zu feiern. Deutlich nach Reusser kam die völlig ausgelaugte Koch ins Ziel und belegte mit fast drei Minuten Rückstand nur Rang elf.

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