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07.10.2026 | (rsn) - Tadej Pogacar winkte beim EM-Straßenrennen in Zivil aus dem Auto der Organisation ins Publikum, das den Dominator im Heimatland frenetisch feierte. Seine Absage nach dem Sturz bei der Spanien-Rundfahrt riss eine Lücke in die Ambitionen der Gastgebernation bei den Europameisterschaften, die unweit der slowenischen Hauptstadt Ljubljana ausgetragen wurden.
Im Straßenrennen gingen die Medaillen dann an andere. Remco Evenepoel erwies sich in einer Millimeterentscheidung als Kronprinz des Vorjahressiegers Pogacar. Auch in den anderen Kategorien gab es für die Frauen und Männer in den leuchtend grünen Trikots nichts zu holen. Bis zur allerletzten Entscheidung der Titelkämpfe. Dann war es der Altmeister Primoz Roglic, der Slowenien im Einzelzeitfahren erlöste.
“Es ist wunderschön“, sagte der neue Europameister im Sieger-Interview. “Natürlich für mich, aber auch für all die Leute, die an diesen Tagen an die Strecke kamen, für alle Leute, die diese Meisterschaften in Slowenien ermöglicht haben. Es ist ein wunderschöner Abschluss dieses Events. Danke Euch!“
Die letzten Worte des Leisesprechers waren im frenetischen Jubel der Fans kaum zu verstehen. Der 36-Jährige bereitete Slowenien mit einem überzeugenden Auftritt noch ein Abschiedsgeschenk einer stimmungsvollen Europameisterschaft. Das galt nicht nur für seine Landsleute, sondern auch für seinen Arbeitgeber.
Roglic wird Red Bull – Bora – hansgrohe zum Jahresende nach drei Jahren verlassen, im Europameister-Trikot wird man ihn nicht mehr mit dem Schriftzug des Raublinger Rennstalls bewundern dürfen. Aber es zählt noch für die Statistik. Und es zeigt: Roglic ist noch nicht fertig. Nach einem für seine Verhältnisse schleppenden Frühjahr munkelten einige schon vom Karriereende des viermaligen Vuelta-Siegers. Dann zeigte er bei der Vuelta, dass er noch mit den Besten mithalten kann, auch wenn er ihnen nicht mehr davonfahren kann, wie noch vor einigen Jahren.
Der nationale und der kontintentale Titel im Zeitfahren sind seine einzigen Siege in diesem Jahr – eine letzte Chance im Red Bull-Trikot bekommt er am Samstag bei der Lombardei-Rundfahrt. Dort wird allerdings Evenepoel der Kapitän der Equipe sein. Der Generationswechsel beim deutschen Team ist vollzogen. Aber für Roglic war dieser EM-Titel ein dreifacher Grund zur Freude: Für sein Land, für ihn persönlich und als beste Eigenwerbung in Richtung künftiger Arbeitgeber in der WorldTour.
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