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23.10.2026 | (rsn) – Die großen Teams der Gesamtwertungs-Kandidaten stehen nach der Bekanntgabe der Route für die Tour de France 2027 nun vor vielen wichtigen Gesprächen in den kommenden Wochen, um Pläne zu schmieden und vorläufige Kader für die Frankreich-Rundfahrt zu bilden. Erfahrungsgemäß im Dezember dürften die Kapitäne – sowohl in Sachen Kampf um Gelb, als auch in Sachen Sprint – wissen, ob für den Juli mit ihnen oder ohne sie geplant wird.
Besonders Mannschaften wie Visma – Lease a Bike oder Lidl – Trek und Decathlon – CMA CGM werden dabei schwierige Entscheidungen treffen müssen. Denn im Gegensatz zu UAE – Emirates – XRG oder Red Bull – Bora – hansgrohe kommt für diese Mannschaften auch in Frage, neben einem oder mehreren Kandidaten für den Kampf um die Gesamtwertung auch einen Sprinter, vielleicht sogar samt Sprintzug, mitzunehmen. Die mit nur drei Bergankünften und zwei Einzelzeitfahren versehene Tour-Strecke für 2027 eröffnet jedenfalls zahlreiche Chancen, auf Etappenjagd zu gehen – gerade auch im Sprint.
Bei Lidl beispielsweise stellt sich wie jedes Jahr die Frage, ob Jonathan Milan oder Mads Pedersen oder sogar beide die Tour anvisieren werden. Bei Decathlon dürften sich sowohl Olav Kooij als auch Tobias Lund Andresen Hoffnungen machen, neben GC-Hoffnung Paul Seixas noch Platz in den Planungen zu finden. Und bei Visma wird spannend, ob die Gelb-Schwarzen neben Kapitän Jonas Vingegaard sowie Etappenjäger Wout van Aert auch Sprint-Shootingstar Matthew Brennan die Chance geben, die beispielsweise Kooij nie bekommen hat. Zuletzt hatte das niederländische Team 2019 mit Dylan Groenewegen einen echten Sprinter dabei - sieht man von Allrounder van Aert ab, der auch schon Sprintsiege in Frankreich gefeiert hat.
Nach seinen fünf Etappensiegen bei der Vuelta a Espana (2.UWT) ist der 21-Jährige inzwischen einer der besten Sprinter der Welt. Und als Brite ist Brennan angesichts des Grand Départs in seiner Heimat natürlich besonders scharf auf einen Start bei der Tour 2027. Umso mehr, da die ersten beiden Etappen echte Sprintchancen bieten und damit auch das Gelbe Trikot in Aussicht stellen.
"Ich habe es dem Team schon vor zwei Jahren gesagt, als ich erstmals von dem Start in Großbritannien gehört habe", betonte Brennan bereits am Rande der Vuelta, dass er im kommenden Jahr gerne in Edinburgh am Start stünde – und zwar wie in Spanien erneut mit van Aert und Christophe Laporte an seiner Seite. Er meinte damals auch, dass sowohl der Belgier als auch der Franzose und er selbst auch für Vingegaards Gesamtwertungs-Ambitionen hilfreich sein könnten.
Nach der Tour-Streckenpräsentation in Paris nun machte Visma-Teamchef Richard Plugge dem Briten nun indirekt Hoffnungen. "Matthew hat dort (bei der Vuelta, Anm. d. Red.) wirklich an der Tür geklopft", so der Niederländer gegenüber Wielerflits. "Er ist jetzt einer der großen Stars im Radsport und das ist das größte Rennen. Also werden wir ihn definitiv in Betracht ziehen. Aber wir müssen jetzt schauen, was das Beste ist, wen wir mitnehmen und wenn nicht. Wie auch immer wir das entscheiden, tun wir das als Team gemeinsam."
Vismas Sportdirektor Marc Reef gab nach der Präsentation in Paris laut cyclingnews.com zu, dass er sich etwas mehr Bergankünfte gewünscht hätte, als die drei, die es letztendlich sind und erklärte außerdem, dass er viele flache Sprintmöglichkeiten sehe.
"Es sieht aus wie eine Strecke, die mehreren unserer Fahrer sehr gut liegen sollte", sagte der Niederländer. "Unsere Aufgabe ist jetzt, die Route genau zu analysieren und mit dieser Analyse dann einen Plan zu entwickeln, was uns die bestmöglichen Chancen auf Erfolg als Team geben kann. Eines ist sicher: Diese Route gibt uns viele Möglichkeiten, großartige Dinge zu erreichen."
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