Mit Großaufgebot zur Präsentation in Paris

Rockets zielen mit Präsenz und Coolness zugleich auf Tour-Wildcard

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "Rockets zielen mit Präsenz und Coolness zugleich auf Tour-Wildcard"
Dylan Groenewegen bei der Tour-Streckenpräsentation in Paris. | Foto: Cor Vos

23.10.2026  |  (rsn) – 2026 haben die Unibet – Rose Rockets beim Giro d'Italia ihr Grand-Tour-Debüt gegeben und dort mit ihrem starken Sprintzug um Dylan Groenewegen vor allem auf den Flachetappen einen imposanten Eindruck gemacht.

Bei der Tour de France zwei Monate später aber fehlte das in Frankreich registrierte und niederländische geführte ProTeam aber. Die ASO hatte ihre Wildcards an TotalEnergies und das spanische Team Caja Rural - Seguros RGA vergeben. Angesichts des Grand Départ in Barcelona schien das nachvollziehbar.

2027 nun wollen Teamchef Bas Tietema und sein Rennstall aber unbedingt dabei sein. "Wir haben von Beginn an gesagt, dass die Tour de France unser Ziel ist. Es ist das größte Rennen und eins, bei dem wir es lieben würden, zu starten. Wir haben mehrere Team-Mitglieder mitgebracht um zu zeigen, wie sehr wir dieses Rennen schätzen", erklärte Tietema Wielerflits am Rande der Streckenpräsentation im Palais des Congrès in Paris am Donnerstag, gab sich dabei aber auch cool:

"Ich bin hauptsächlich hier, um unser Gesicht zu zeigen und zu demonstrieren, dass wir das Ziel haben, eines Tages mitzufahren. Es ist alles sehr entspannt, wirklich. Wir hatten ein tolles Essen und es ist auch eine schöne Art, die Saison abzuschließen", so der Niederländer.

Neben dem Teamchef waren die Rockets mit weiteren Mitgliedern aus der Teamleitung vor Ort, darunter auch Sprintcoach Marcel Kittel. Außerdem stellte man mit Groenewegen sowie Clément Venturini zwei der sieben für die Medien zu Interviews zur Verfügung stehenden Fahrer in Paris. Viele der Top-Teams bringen kaum noch Fahrer und einige auch keine Sportdirektoren oder Teamchefs mehr zur Präsentation – die WorldTour-Rennställe müssen schließlich nicht um Sympathien der ASO buhlen, weil sie ohnehin Startrecht haben.

ASO hat zwei Wildcards frei zu vergeben

23 Mannschaften werden auch 2027 wieder an der Tour de France teilnehmen dürfen: die 18 WorldTour-Rennställe sowie die besten drei ProTeams der Team-Weltrangliste 2026 sind gesetzt – letzteres sind Cofidis, Pinarello – Q36.5 und Tudor. Die Unibet – Rose Rockets, die hinter TotalEnergies die Nummer fünf dieses Rankings wären, stehen daher wieder in Konkurrenz mit allen weiteren ProTeams um zwei verbleibende Tickets.

Während die Zukunft von TotalEnergies ungewiss scheint, obwohl Team-Manager Jean-René Bernaudeau weiterhin zuversichtlich ist, die nötigen Sponsorengelder zusammenzubekommen, sind neben Caja Rural – Seguros RGA vor allem auch die anderen beiden spanischen ProTeams Burgos – Burpellet BH und Euskaltel Euskadi interessante Kandidaten.

Die spanische Marca berichtete zuletzt, Burgos habe gute Karten, Euskaltel wiederum würde passen, weil die Tour 2027 einen Abstecher ins Baskenland macht – wenn auch auf der französischen Seite der Grenze. Aufgrund des Rotationsprinzips für die Wildcards bei der ebenfalls von der ASO organisierten Vuelta a Espana - dort wechseln sich die spanischen ProTeams Jahr für Jahr ab - wären Caja Rural und Euskaltel 2027 bei der Vuelta dabei, was vor allem Burgos also zum Tour-Kandidaten macht.

Rockets geben sich entspannt

Spannend wird sein, inwiefern der im vergangenen Jahr neu gegründete US-Rennstall Modern Adventure – Factor Racing von Teamchef George Hincapie in Sachen Lobby-Arbeit zur ASO vordringt. Sportlich sollte das Team trotz Neuverpflichtungen wie der von Jonas Rutsch noch nicht zu den heißesten Kandidaten gehören, aber das Sportliche ist bei den Wildcards nicht immer allein entscheidend.

Die Chancen für die Rockets scheinen gut, sicher darf man sich bei ihnen aber wohl auch nicht sein. Bereit sei man jedenfalls, meinte Groenewegen am Donnerstag laut Wielerflits. "Ja, hundertprozentig. Ich denke, sowohl organisatorisch als auch fahrerisch haben wir einfach ein sehr starkes Team. Wir werden zweifellos bereit sein. Das haben wir auch beim Giro gezeigt. Aber der Kampf um die Wildcards liegt nicht in unserer Hand", sagte er und übte sich daher wie Teamchef Tietema in Gelassenheit:

"Es wird nicht wirklich viel darüber gesprochen, aber das war letztes Jahr im Team auch nicht der Fall. Das kam eher von den Medien", so Groenewegen.

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