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23.10.2026 | (rsn) – Mit Tim Merlier und Paul Magnier verfügt Soudal – Quick-Step auch 2027, wenn die Mannschaft in Soudal – Safety Jogger umbenannt werden wird, über zwei absolute Weltklasse-Sprinter mit dem Potential für Etappensiege bei der Tour de France. Auf dem Papier deutet das auf einen internen Konkurrenzkampf mit Blick auf den Tour-Kader für den kommenden Juli hin.
Am Rande der Streckenpräsentation in Paris hat Merlier das aber zur Seite gewischt. "Ich habe darüber schon mit dem Team gesprochen", sagte er laut Het Laatste Nieuws und erklärte demnach auch, dass er auch mit Magnier gemeinsam zur Tour fahren würde: "Ich bin sicherlich nicht dagegen. Ich denke, es wäre möglich."
Merlier gewann in seiner Karriere bereits sechs Etappen bei der Tour de France, allein drei davon im vergangenen Juli, bevor der 33-Jährige die Frankreich-Rundfahrt auf Etappe 15 in Richtung Plateau de Solaison aufgab. Der elf Jahre jüngere Magnier dagegen gilt als die Sprint-Zukunft des belgischen Rennstalls. Der Franzose bestritt 2026 mit dem Giro d'Italia seine erste Grand Tour, gewann dort gegen Sprint-Asse wie Jonathan Milan (Lidl – Trek) oder Dylan Groenewegen (Unibet – Rose Rockets) ebenfalls drei Etappen und nahm am Ende das Maglia Ciclamino des Punktbesten mit nach Hause.
Doch Merlier sieht sich durch den Youngster nicht gefährdet, sondern gab sich in Paris entspannt: "Er ist noch jung und ich habe das Gefühl, dass er noch zu mir aufguckt. Er fragt auch manchmal nach Tips. Er könnte davon lernen", meinte der Belgier mit Blick auf die mögliche Tour-Teilnahme seines Teamkollegen. Allerdings merkte er auch an, dass er es nicht unbedingt für wahrscheinlich hält, dass das Team letztlich auch wirklich beide mit zum Grand Départ nach Edinburgh in Schottland nehmen wird. "Die Chance, dass das wirklich so kommt, erscheint mir recht gering."
Merlier selbst jedenfalls will unbedingt wieder bei der Tour dabei sein. Das unterstrich er unter anderem auch schon mit seiner Anwesenheit bei der Präsentation in Paris, zu der heutzutage im Gegensatz zu vor etwa zehn Jahren nicht mehr viele Top-Fahrer persönlich erscheinen.
Eine besondere Motivation liegt für den Belgier darin, dass es am Ende der 1. Etappe in Carlisle einen Massensprint auf leicht ansteigender Zielgerade geben könnte und somit nach 2025 erneut die Chance aufs Gelbe Trikot für die Sprinter winkt. Damals in Lille nutzte Merlier die Chance nicht, weil er an der Windkante die erste Gruppe verpasste und mit 39 Sekunden Rückstand auf Auftaktsieger Jasper Philipsen ankam.
"Ich habe mir das 2025 in Lille entgehen lassen, also bin ich froh über die zweite Chance. Denn normalerweise gibt es das ja nicht oft", so Merlier, der sich auch über die zwei flachen Einzelzeitfahren freute – nicht weil er sich im Kampf gegen die Uhr plötzlich Chancen ausrechne, sondern weil das für Fahrer wie ihn "zwei weitere Ruhetage" seien, so der Sprinter, der im Hochgebirge stark leidet und insgesamt auch seinen Respekt vor dem Parcours ausdrückte, der schwerer sei, als man auf den ersten Blick denke:
"Wenn wir vier Mal sprinten können, wäre das großartig. Es sieht alles sehr schwer aus", so Merlier, der der Angabe von sieben Flachetappen durch die ASO nicht ganz traute. "Wenn man sich die Höhenmeter über das gesamte Rennen (insgesamt 53.450, Anm. d. Red.) anschaut, freut man sich als Sprinter nicht allzu sehr."
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