Simoni wettert dagegen

WM-Amnestie für Basso?

29.01.2008  |  (Ra) – In Italien ist eine Diskussion darüber entbrannt, ob Ivan Bassos Dopingsperre verkürzt werden soll, um ihm eine Teilnahme an den Straßenweltermeisterschaften Ende September in seiner Heimatstadt Varese zu ermöglichen.

Basso ist noch bis zum 24. Oktober 2008 gesperrt. Der 30-jährige Italiener hatte im vergangenen Jahr zugegeben, mit dem Madrider Dopingarzt Eufemiano Fuentes zusammegearbeitet und sein Blut zu Dopingzwecken bei Fuentes gelagert zu haben, um sich so für die Tour de France zu „präparieren“.

Die WM-Organisatoren hoffen schon seit langem, dass dem Girosieger von 2006 erlaubt wird, an seiner „Heim-WM“ teilzunehmen. Unterstützung erhalten sie jetzt von diversen Schlüsselfiguren des italienischen Radsports, die sich für eine dreimonatige Verkürzung von Bassos Sperre aussprechen. Auf diese Weise könnte sich der ehemalige CSC-Star im August für das italienische WM-Team qualifizieren.

Wie die Dienstag-Ausgabe der italienischen Zeitung Tuttosport meldet, hat Alcide Cerato, der Präsident der italienischen Profi-Liga, die Idee einer Amnestie für Basso mit dem Präsidenten des italienischen Radsportverbandes, Renato di Rocco und dem Chef des italienischen Olympischen Komitees, Gianni Petrucci, bereits diskutiert.

Für eine Amnestie sprach sich auch der ehemalige Giro- und Toursieger Felice Gimondi aus. „Ivan ist schon genug bestraft worden, denn er ist einer der wenigen Fahrer der Operacion Puerto, die wirklich für ihr Vergehen bezahlt haben“, so Gimondi. „Was in der Operacion wirklich geschehen ist, wurde ja nie geklärt. Wie viele der 200 betroffenen Personen wurden bestraft? Nur wenige, viel zu wenige, und Ivan ist einer von ihnen.“

"Er verdient es, im September vor seinen Fans in Varese fahren zu dürfen“, so Gimondi weiter. „Es stimmt, er hat einen Fehler gemacht haben, aber so etwas kann jedem im Radsport und im Sport allgemein passieren.“

Dagegen sprach sich der zweifache Girosieger Gilberto Simoni gegen eine verkürzte Sperre für seinen Kollegen und Konkurrenten aus. „Ich bin nicht für eine Amnestie. Basso ist bis zum 24. Oktober gesperrt und danach kann er sein Comeback geben. Es ist nicht richtig zu sagen, er hätte genug bezahlt. Er hat einen Fehler begangen, für den wir alle bezahlen müssen“, so Simoni, den eine innige Abneigung mit Basso verbindet. „Die Doping-Skandale haben eine schreckliche Wirkung auf den gesamten Sport. Viele Menschen haben die Liebe zum Radsport verloren und darüber hinaus haben sich mehrere Sponsoren zurückgezogen. Die ganze Geschichte hat großen Schaden verursacht.“

Quelle: www.cyclingweekly.co.uk

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