4. Eneco-Tour: Greipel verteidigt Gesamtführung

Carlo Westphal überrascht die Sprinter

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Carlo Westphal (Gerolsteiner) gewinnt die 5. Etappe der Eneco-Tour.

Foto: ROTH

25.08.2008  |  (rsn) – Carlo Westphal (Gerolsteiner) hat überraschend die 5. Etappe der Eeneco-Tour über 171,8km von Ardooie nach Oostende gewonnen. Der 22-Jährige aus Wolmirstedt setzte sich überlegen im Sprint vor dem Weißrussen Yauheni Hutarovich (Fdjeux) und dem Slowenen Borut Bozic (Cycle Collstrop) durch und feierte seinen ersten Profisieg.

André Greipel (Columbia) wurde Vierter und verteidigte das Weiße Trikot des Gesamtführenden vor dem Spanier José Ivan Gutierrez (Caisse d'Epargne/+0:11) und dem Belgier Jürgen Roelandts (Silence-Lotto/+0:12). Nach einer Windkantenattacke war das Peloton in zwei Gruppen zerteilt worden, die größere Gruppe mit mehr als 70 Fahrern, darunter auch der bisherige zweitplatzierte Norweger Edvald Boasson Hagen (Columbia), erreichte mit 15 Minuten Verspätung das Ziel.

"Ich war voll konzentriert und habe das Ding eben durchziehen wollen", sagte Westphal nach dem Rennen. "Mann, ich bin noch immer durcheinander und ein bisschen überrascht, dass das hingehauen hat. Das weiß ich aber: Ich bin sehr glücklich und freue mich riesig. Wahnsinn."

Gleich elf Fahrer waren bereits zum Start um 12.30 Uhr nicht mehr erschienen, darunter der zweimalige Etappensieger Tom Boonen (Quick Step), der italienische Etappengewinner Daniele Bennati (Liquigas), die beiden Gerolsteiner Thomas Fothen und Heinrich Haussler, der Schweizer Aurélien Clerc (Bouygues Telecom) und der Däne Matti Breschel (CSC-Saxo Bank).

Dessen Teamkollege Lars Ytting Bak setzte sich bei Rennkilometer 19 zusammen mit dem Polen Maciej Bodnar (Liquigas) vom Feld ab. Beide stellten in der Gesamtwertung keine Gefahr dar, weshalb das Feld sie ziehen ließ. Bei km 61 war der Vorsprung der Ausreißer schon auf stolze 7:40 Minuten angewachsen – und der 23-jährige Bodnar fuhr im virtuellen Weißen Trikot.

Bei einer hohen Durchschnittsgeschwindigkeit von 45km/h und unterstützt vom Wind machte sich das Feld danach an die Verfolgung. Nach rund 100km war der Vorsprung des Duos schon fast halbiert und betrug nur noch vier Minuten. Als jeweiliger Dritter in den ersten beiden Zwischensprints holte sich der Norweger Edvald Boasson Hagen (Columbia) jeweils eine Sekunde Zeitgutschrift und zog damit in der Gesamtwertung mit seinem Teamkollegen André Greipel gleich.

Nach der zweiten Sprintwertung wurde im Feld auf Windkante gefahren, so dass sich mehrere Gruppen bildeten. Dadurch sank auch der Abstand der ersten, rund 40 Fahrer starken Gruppe zur Spitze rasant. Rund 50km vor dem Ziel betrug er nur noch zwei Minuten, nur sieben Kilometer später 1:20 Minuten. Die erste Verfolgergruppe, in der neben Westphal auch Greipel und Boasson Hagen mitfuhren, hatte ihrerseits 50 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Teil des Feldes. Vorne nahmen Bak und Bodnar angesichts der Aussichtslosigkeit ihres Unterfangens die Beine hoch und wurden 40km vor dem Ziel geschluckt.

In der ersten Gruppe wurde ein sehr hohes Tempo eingeschlagen, während die Verfolger resignierten. Innerhalb weniger Kilometer wuchs der Vorsprung auf mehr als fünf Minuten. Im Ziel waren es schließlich 15 Minuten.

Den dritten und letzten Zwischensprint des Tages holte sich samt Zeitgutschriften André Greipel, so dass der 26-Jährige wieder die alleinige Führung innehatte. Auf den letzten Kilometern hielt Columbia die Spitzengruppe zusammen, musste dabei aber Schwerstarbeit verrichten. Im Finale war Greipel aber eingeklemmt und musste sich mit Platz vier zufrieden geben, während Westphal, seit 2007 bei Gerolsteiner unter Vertrag, zum größten Erfolg seiner bisherigen Karriere stürmte.

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