Radsport News Teamcheck 2011

Euskaltel: Setzen Sanchez & Co. noch einen drauf?

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Samuel Sanchez (Euskaltel) Foto: ROTH

14.01.2011  |  (rsn) - Winterzeit ist Wechselzeit. In den letzten Wochen und Monaten hat sich auf dem Transfermarkt einiges getan. Um Sie zum Saisonbeginn auf dem Laufenden zu halten, gibt Radsport News einen Überblick über die 18 ProTeams, stellt deren Aufgebote vor und bewertet Stärken und Schwächen.

Teil 4: Euskaltel

Auch 2011 bleibt sich die spanische Euskaltel-Mannschaft treu. Alle 23 Fahrer stammen aus dem - spanischen oder französischen - Baskenland, wo der Rennstall beheimatet ist. Die sportlichen Ziele haben sich ebenfalls nicht geändert. Der Sieg bei der heimischen Baskenland-Rundfahrt, der Vuelta a Espana und ein Spitzenergebnis bei der Tour de France haben höchste Priorität für die Mannschaft von Ex-Profi Igor Gonzalez de Galdeano, der sich im vergangenen Jahr über 17 Siege freuen konnte.

Kommen und Gehen: Auf dem Transfermarkt hielt sich Euskaltel in diesem Winter zurück. Vier Abgängen stehen gerade mal drei Neuzugänge gegenüber. 23 Fahrer bilden den kleinsten Kader aller ProTeams. Den größten Verlust dürfte der Weggang von Benat Intxausti darstellen. 2010 wurde der 24-Jährige Zweiter bei der Baskenland-Rundfahrt und beendete die Asturien-Rundfahrt mit Etappensieg auf Platz drei. Während Sergio de Lis seine Karriere beendet, ist die berufliche Zukunft von Aitor Hernandez und Aitor Galdos noch offen.

Neu zur baskischen Equipe stoßen der Franzose Pierre Cazaux (von Fdjeux) der einen fünften Etappenrang bei der Vuelta 2010 als bisher bestes Karriereergebnis vorweisen kann. Komplettiert wird die kleine Riege der Neuzugänge durch die beiden Spanier Ion Izagirre und Mikel Landa (beide von Orbea). Letzterer zeigte im Vorjahr mit Rang fünf bei der Tour de L`Avenir sein Potenzial.

Die Kapitäne: Bei Euskaltel dreht sich alles um Olympiasieger Samuel Sanchez und Igor Anton. Der 32-jährige Sanchez, im letzten Jahr Vierter bei der Tour de France, will bei den hügeligen Eintagesrennen, kleineren Rundfahrten und der Frankreich-Rundfahrt auch 2011 wieder Spitzenergebnisse einfahren. Der fünf Jahre jüngere Anton, der im Vorjahr bis zu seinem Sturz das rote Führungstrikot der Vuelta trug, peilt in dieser Saison den Gesamtsieg in seiner Heimat an. Dass mit Anton auch in den Ardennenklassikern zu rechnen ist, zeigte er im Vorjahr mit Platz vier beim Flèche Wallonne und als Sechster bei Lüttich-Bastogne-Lüttich. In den Sprints ruhen die Hoffnungen der Teamleitung mal wieder auf Koldo Fernandez, der 2010 zwei Siege einfahren konnte.

Der Geheimtipp: Auch wenn die Teamleitung den Franzosen Romain Sicard behutsam aufbauen will, könnte der U23-Weltmeister von 2009 in seinem zweiten Jahr bei Euskaltel eine wichtige Rolle einnehmen. Bereits in seiner ersten Profisaison zeigte der 23-Jährige mit einem zweiten Etappenrang und Platz elf in der Gesamtwertung beim Critérium du Dauphiné und Platz zehn bei der Bayern-Rundfahrt sein Talent als Rundfahrer. 2011 wird Sicard mit der Vuelta a Espana seine erste große Landesrundfahrt bestreiten. Dort soll er zunächst Erfahrung sammeln und Igor Anton unterstützen. Bei kleineren Rundfahrten wird der kletterstarke Franzose allerdings freie Fahrt haben.

Stärken und Schwächen: Mit Samuel Sanchez und Igor Anton hat Euskaltel zwei Siegfahrer in seinen Reihen. Auf schwerem Terrain können die beiden jedem Rennen ihren Stempel aufdrücken. Mit Sicard, Mikel Nieve, Jonathan Castroviejo und Amets Txurruka warten dahinter gleich vier Fahrer, die 2011  den nächsten Schritt hin zu Spitzenfahrern machen werden. Fernandez ist ein konstanter, aber keinesfalls überragender Sprinter. Ziemlich mau dürfte sieht es - fast schon traditionell - bei den Rennen auf Kopfsteinpflaster. Auf den flämischen und nordfranzösischen Straßen wäre schon eine Platzierung unter den besten 30 ein Erfolg. Mit 23 Fahrern, wovon mindestens die Hälfte noch ihr ProTeam-Niveau unter Beweis stellen muss, ist der Kader zudem relativ dünn besetzt. Der Ausfall eines Leistungsträgers dürfte deshalb auch kaum zu kompensieren sein.

Die Prognose: Sanchez und Anton werden ihrer Mannschaft bei den bergigen Rennen sicherlich einige Siege bescheren. Da die Vuelta 2011 nur relativ wenige  Zeitfahrkilometer aufweist, ist Anton sogar der Vuelta-Gesamtsieg zuzutrauen. Sanchez ist bei der Tour wieder ein Kandidat für das Podium. Auch in den hügeligen Eintagesrennen zählt das Duo zum Favoritenkreis. Bleiben die beiden Kapitäne gesund und machen die jungen Fahrer den nächsten Schritt, kann sich Euskaltel auf eine erfolgreiche Saison freuen. Trotzdem wird es schwierig, die beeindrucke Marke von 17 Siege zu übertreffen.

Das Team 2011: Igor Anton, Javier Aramendia, Jorge Azanza, Jonathan Castroviejo, Koldo Fernandez, Inaki Isasi, Ion Izagirre, Gorka Izagirre, Mikel Landa, Egoi Martinenz, Miguel Minguez, Mikel Nieve, Juan Jose Oroz, Alan Perez, Ruben Perez, Samuel Sanchez, Daniel Sesma, Amets Txurruka, Pablo Urtasun, Ivan Velasco, Gorka Verdugo (alle Spanien), Pierre Cazaux, Romain Sicard (beide Frankreich)

Zugänge: Ion Izagirre, Mikel Landa (beide Orbea), Pierre Caszaux (Fdjeux)

Abgänge: Benat Intxausti (Movistar), Sergio de Lis (Karriereende), Aitor Galdos, Aitor Hernandez (beide Ziel unbekannt)

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