BDR-Vize zieht WM-Zwischenbilanz

Sprenger: "Habe Tony Martin noch nie so erschöpft gesehen"

Foto zu dem Text "Sprenger:
BDR-Vizepräsident Udo Sprenger | Foto: ROTH

20.09.2012  |  (rsn)- Udo Sprenger, der Vizepräsident des Bunds Deutscher Radfahrer (BDR), genoss am Mittwoch die Siegeszeremonie für den alten und neuen Zeitfahrweltmeister Tony Martin in vollen Zügen. Mit breiter Brust stellte sich Sprenger in Valkenburg den Fragen von Radsport-News – wohl wissend, dass die Bilanz des BDR bereits nach der Vergabe der Zeitfahrtitel eine erfolgreiche ist. Und die soll in den Wettbewerben der Straßenrennen in der zweiten WM-Hälfte weiter aufpoliert werden werden.

Herr Sprenger, das Soll haben die Deutschen wohl bereits erfüllt?
Sprenger: Es gab keine Vorgaben vom BDR, es gab kein Soll. Aber mit den Weltmeistertitel für Tony Martin und Judith Arnd stehen wir doch gut da. Dazu das dritte Gold im Teamzeitfahren (durch das deutsche Team Specialized-lululemon, d. Red.) und die Bronzemedaille für Maximilian Schachmann – das kann sich sehen lassen. Aber auch die Anschlussplatzierungen der anderen waren zufriedenstellend. Wir sind absolut im Soll. Aber mal ehrlich: Bis hierhin war es vielleicht auch ein Stück weit absehbar.

Den WM-Titel werden Sie sicher ausgiebig gefeiert haben?
Sprenger:
Natürlich. Es gab eine kleine Feier im Hotel, nicht zu heftig, denn es stehen ja noch Wettbewerbe an. Da heute aber ein Ruhetag ist, haben wir es schon genossen und mit einem Gläschen angestoßen. Das schreiben wir unserem Präsidenten Rudolf Scharping dann noch mit auf die Rechnung.

Haben Sie bei Tony Martin gezweifelt, ob es reichen würde?
Sprenger: Ich habe das Rennen im Zielbereich verfolgt. Ich hatte nicht geglaubt, dass es am Ende so knapp werden würde. Sicher hatten wir mit diesem Ausgang geliebäugelt, aber das ist halt niemals planbar. Ich war mir aber sicher, dass es nicht noch kippen würde. Ich habe Tony beim Mannschaftzeitfahren am Cauberg gesehen. Gestern hatte er dort noch acht Sekunden Vorsprung auf Taylor Phinney. Und in drei Tagen hatte er das Radfahren schließlich nicht verlernt. Im Ziel habe ich ihn noch nie derart erschöpft am Boden liegen sehen. Aber er hat gleich gelacht, da war die Welt wieder in Ordnung.

Fühlt sich die WM in Limburg bislang für Sie wie eine Heim-WM an?
Sprenger: Ein Stück weit ist das sicherlich der Fall. Wir befinden uns nur ein paar Kilometer hinter der Grenze, die deutschen Fans kommen in Scharen an die Strecke. Unser Hotel ist 1000 Meter vom Siegerpodest entfernt. Das sind alles Umstände, die sich gut anfühlen.

Bei aller Euphorie: Was kann denn in den kommenden Tagen noch folgen?
Sprenger: Da kann niemand eine Prognose stellen. Es hängt vieles vom Rennverlauf, aber sicher auch vom Wetter ab. Im Frauenrennen würden wir sicher gern nochmals zuschlagen und eine Medaille mitnehmen.

Mit Udo Sprenger sprach David Geisbüsch.


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