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16.07.2013 | (rsn) - Für Rui Costa hat sich in Gap der Traum vom zweiten Tour-Etappensieg erfüllt, den er sich so sehr herbei gesehnt hatte. „Heute zu siegen, ist noch ein tolleres Gefühl als beim ersten Mal“, sagte der Portugiese nach dem Rennen in der Pressekonferenz - warum, das ließ er offen. Vielleicht, aber das ist Spekulation, weil er sich im Jahr 2013 deutlich wohler fühlt als damals bei seinem ersten Sieg 2011 in Super Besse, als er noch nicht lange wieder im Peloton zurück war.
Denn vor drei Jahren wurde Rui Costa bei den portugiesischen Meisterschaften genau wie sein Bruder Mário positiv auf die Stimulanz Methylhexanamine getestet, die seit 2010 auf der WADA-Liste der verbotenen Substanzen steht. Weil Methylhexamine oft unter anderen Namen in Nahrungsergänzungsmitteln auftauchen, kam er aus der Geschichte mit einer auf fünf Monate verkürzten Sperre heraus und unterschrieb sofort wieder beim Rennstall von Eusebio Unzue, für den er seine ganze Profikarriere fährt.
Heute will der 26-Jährige darüber nicht mehr sprechen. „Es hat sich viel verändert seitdem, und es ist lange her. Für mich ist das Geschichte und ich möchte lieber über heute nachdenken“, sagte der Etappengewinner, als er gebeten wurde, den damaligen Vorfall zu schildern.
Viel souveräner als mit seiner Vergangenheit ging Rui Costa mit der Gegenwart auf dem französischen Asphalt um. Als er am Col de Manse attackierte, konnte keiner der anderen Ausreißer etwas entgegnen. „Die Gruppe war sehr groß und ich hatte das Gefühl, dass alle noch einige Reserven hatten, weil wir nicht sehr schnell gefahren sind. Gefürchtet habe ich vor allem Nicholas Roche, denn er hat kaum gearbeitet“, erklärte der Portugiese auf Nachfrage von Radsport News. Doch auch der Ire hatte nicht mehr die Kraft, um ihm zu folgen.
Bei seinem Angriff half dem Movistar-Fahrerauch seine taktische Vorbereitung auf das Rennen. „Ich wusste genau, wo ich angreifen wollte - klar, am letzten Berg, aber ich wusste auch exakt an welcher Stelle“, verriet er. „Das habe ich gemacht, und dann war es wichtig, dass ich am Gipfel 40 Sekunden Vorsprung hatte. Denn so musste ich in der Abfahrt keine Risiken eingehen.“
Am Ende erreichte Rui Costa auch ohne großes Abfahrts-Risiko den Zielstrich mit 42 Sekunden Vorsprung vor der ersten Verfolgergruppe um Andreas Klöden (RadioShack-Leopard). „Ich konnte schon an der Flamme Rouge die Ziellinie sehen und da wusste ich, dass der Sieg mir gehören würde. Das Gefühl ist sehr schwer zu beschreiben, aber es ist sehr schön“, so Rui Costa, der zu Tour-Beginn mit einer guten Platzierung im Gesamtklassement geliebäugelt hatte, nach dem Defekt von Kapitän Alejandro Valverde auf dem Weg nach Saint-Amand-Montrond aber mit seinem Boss gemeinsam sehr viel Zeit verlor.
„Seitdem geht es für mich nicht mehr ums Klassement, sondern um Etappen“, so Rui Costa - Mission erfüllt.
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