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26.03.2015 | (rsn) – Um ein Haar hätte sich der deutsche Zweitdivisionär Bora – Argon 18 bei der Premiere der Classica Corsica (1.1) in die Siegerliste eingetragen. Nach 204 Kilometern von Ajaccio nach Bastia musste sich Neuzugang Shane Archbold im Sprint nur dem Franzosen Thomas Boudat (Europcar) geschlagen geben, der seinen ersten Profisieg einfahren konnte.
Trotz des verpassten zweiten Saisonsieges war Bora – Argon 18 mit dem Ergebnis mehr als nur zufrieden. „So ein Top-Ergebnis wie heute spricht für einen Fahrer wie Shane: Er, der eigentlich Anfahrer für die Sprinter ist, nutzt seine eigene Chance und wird hervorragender Zweiter in einem ganz schwierigen Rennen. Das ist genau das, was man sich als Team wünscht“, lobte Sportdirektor Christian Pömer den Neuseeländer.
Auch Archbold sah dies so. „Ich bin nur als Helfer hier. Bei der Besprechung am Morgen hatte ich keine Rolle gespielt und ich selbst hatte mir aufgrund des schwierigen Profils auch keine großen Chancen eingeräumt“, so der 26-Jährige, der anfügte: „Gegen Boudat war im Sprint nichts zu machen.“
Der 21-jährige Neo-Profi war die eigentliche Überraschung des Tages. In der noch jungen Saison war Boudat nämlich noch nicht über einen 40. Rang hinaus gekommen - auf Korsika nun gelang dann der große Coup. „Mit diesem Sieg hätte ich überhaupt nicht gerechnet, zumal ich wirklich einen schlechten Saisonstart erwischt hatte“, erklärte Boudat und gab zu: „In den letzten Wochen hatte ich schon leise Zweifel bekommen.“
Die dürften nun nach dem Sieg von Bastia weggewischt sein. Deshalb war der U23-Europameister im Madison und im Punktefahren von 2013 auch zum Scherzen aufgelegt. „Mein Teamchef Bernaudeau hatte mir gesagt, dass mein Teamkollege Bryan Coquard gleich in seinem zweiten Rennen einen Sieg eingefahren hätte. Nun, bei mir hat es zwei Monate gedauert. An diese Bilanz komme ich nicht ran.“
Im bergigen ersten Teil des Rennens konnten sich nicht weniger 19 Fahrer vom Feld absetzen, darunter auch Linus Gerdemann (Cult Energy), der zwar wie seine Begleiter auch vom Feld wieder gestellt wurde, am Ende aber noch genug Kraft hatte, um im Sprint einen guten achten Rang zu belegen. „Wenn Linus bei den besten Sprintern mithalten kann, dann spricht das für eine große Motivation und gute Form“, sagte sein Sportlicher Leiter Michael Skelde.
Eine Massenankunft hatten drei späte Ausreißer zu verhindern versucht. Reinier Honig (Team Roompot), Flavien Dassonville (Auber 93) und Kiel Reijnen (UnitedHealthcare) wurden aber zwei Kilometer vor dem Ziel wieder eingefangen. Den anschließenden Sprint entschied dann Boudat vor Archbold und dem Italiener Daniele Ratto (UnitedHealthcare) für sich.