RSN Rangliste, Platz 13: Stefan Küng

Im ersten Profijahr viel mehr als nur das Soll erfüllt

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Der Schweizer Stefan Küng (BMC) hat die 4. Etappe der Tour de Romandie gewonnen. | Foto: Cor Vos

09.12.2015  |  (rsn) – Gold im Mannschaftszeitfahren der Straßen-WM in Richmond, ein Etappensieg bei der Tour de Romandie und dazu der Sieg bei den Limburg Classic (1.1). Stefan Küng (BMC) könnte mit der Bilanz seines ersten Profijahres mehr als nur zufrieden sein.

“Unter dem Strich lief es ganz gut“, lieferte der Schweizer gegenüber radsport-news.com allerdings eine eher zurückhaltende Einschätzungab. Viel zu mäkeln hatte er dann aber doch nicht: “Zwei individuelle Profisiege, das hätte ich vor der Saison sofort unterschrieben.“

Allerdings lief es bei Küng längst nicht optimal. Denn nach “einem tollen Frühjahr“ mit den beiden beeindruckend herausgefahrenen Siegen in Limburg und in der Romandie sowie dem vierten Gesamtrang bei den Drei Tagen von De Panne (2.HC)  musste der junge Allrounder bei seinem Giro-Debüt  den ersten schweren Rückschlag seiner noch jungen Profikarriere einstecken

Bei einem Sturz auf der 12. Etappe brach sich Küng einen Brustwirbel und musste daraufhin drei Monate pausieren. Erst Ende August bei den Hamburger Cyclassics konnte er wieder an einem Rennen teilnehmen. Nach einer ordentlichten Vorstellung bei der Tour of Britain (Rang 23) wurde Küng von der BMC-Teamleitung in das Aufgebot beruufen, dass zum Auftakt der Straßen-WM in Richmond die Goldmedaille im Mannschaftszeitfahren holte.

Für Küng, der den exzentrischen früheren Stundenweltrekordhalter Graeme Obree als sein Vorbild angibt, war es ein weiterer großer Triumph, der zudem für das Einzelzeitfahren hoffen ließ. Doch auf dem 53,5 Kilometer langen Parcours von Richmond langte es nur zu Rang 19. "Die lange Reha-Phase war sehr kräftezehrend, so dass mir dann bei der WM etwas die Substanz fehlte“, kommentierte er sein letztes Saisonrennen auf der Straße.

Küng war aber nicht nur auf dem Asphalt außergewöhnlich erfolgreich, sondern zeigte auch auf der Bahn seine Klasse. Bereits im März wurde der Schweizer Meister in dieser Disziplin in Saint-Quentin-en-Yevelines bei Paris auch Weltmeister in der Einerverfolgung. Dem ließ er im Oktober bei der Heim-EM in Grenchen den Titel in der Einervefolgung folgen, als er sich mit neuem Schweizer Rekord gegen den Deutschen Domenic Weinstein durchsetzte.

Angesichts dieser imponierenden Bilanz auf Straße und Bahn kam die Wahl zum Schweizer Radsportler des Jahres nicht überraschend. Der Thurgauer wurde damit Nachfolger von Seriensieger Fabian Cancallara (Trek), der in dieser Saison durch zwei schwere Verletzungen ausgebremst worden war.

Mit Blick auf seine zweite Profisaison meinte Küng: “Ich will mich weiter etablieren und meine Chancen nutzen. Wenn ich mir in den entscheidenden Momenten noch ein bisschen mehr zutraue, dann ist noch eine Steigerung möglich.“

Im Olympiajahr steht allerdings noch mehr als 2015 die Bahn im Fokus. Zunächst will Küng bei der WM seinen Titel in der Einzelverfolgung verteidigen, ehe der Blick schon auf den August gerichtet wird. Mit dem Schweizer Bahnvierer will Küng in Rio für Furore sorgen.  „Ich hoffe, dass wir dort dann eine tolle Leistung abrufen können“, sagte er.



 

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