RSN Rangliste, Platz 7: Fabian Cancellara

Es war wie verhext

Foto zu dem Text "Es war wie verhext"
Fabian Cancellara (Trek Factory Racing). | Foto: Cor Vos

12.12.2015  |  (rsn) - Nein, das Jahr 2015 wird Fabian Cancellara (Trek) in keiner besonders guten Erinnerung behalten. Zwei schwere Stürze im Frühjahr und bei der Tour machten dem Schweizer einen gehörigen Strich durch die Rechnung und kosteten ihn praktisch all seine Saisonhöhepunkte.

"Es war wie verhext: Immer wenn ich ein gutes Niveau erreicht hatte, kam der Hammer", blickte Cancellara gegenüber der Aargauer Zeitung zurück.

Was für Cancellara ein enttäuschendes Jahr war, wäre von den Ergebnissen her aber wohl für viele Fahrer im Peloton eine überragende Saison gewesen. Denn der 34-Jährige gewann eine Etappe der Oman-Rundfahrt (2.HC), das abschließende Einzelzeitfahren von Tirreno-Adriatico, wurde Siebter bei Mailand-San Remo und trug nach zwei dritten Etappenrängen zum Auftakt der Tour de France zumindest für einen Tag das Gelbe Trikot.

Dieses musste der Berner nach einem schweren Sturz am Tag darauf aber wieder abgeben und die Rundfahrt mit einem doppelten Wirbelbruch aufgeben. Genau die gleiche Verletzung, die er sich im März beim E3 Prijs zugezogen hatte, hatte ihn schon die Frühjahrssaison mit der Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix gekostet. Dabei hatte Cancellara bei seinen Stürzen noch Glück im Unglück. "Bei meinen Stürzen habe ich zunächst gar nicht richtig realisiert, wie knapp ich am Rollstuhl vorbeigeschrammt bin. Es fehlten wenige Zentimeter", erzählte er.

Zwar kämpfte sich Cancellara nochmals zurück und nahm die Vuelta a Espana in Angriff, doch dort musste er schon früh aufgrund eines viralen Infektes aufgeben und sagte daraufhin auch seinen Start bei der WM in Richmond ab. "Bei der Vuelta hat es mich richtig aus den Socken gehauen: Eine Woche lag ich völlig flach. Danach hatte ich keine Energie mehr, mich für die WM nochmals aufzubauen", erklärte er.

2016 wird schließlich Cancellaras letzte Profisaison sein. "Körperlich hätte ich noch länger fahren können, aber mental geht es einfach nicht mehr", erklärte der Schweizer gegenüber Het Nieuwsblad. Dieser hat für seine letzte Straßensaison aber noch ein großes Ziel, nämlich die WM in Katar. "Ich möchte noch eine letzte Geschichte schreiben. Wenn es mir nicht gelingt, dann werde ich aber nicht weinen", so Cancellara, der 2016 wieder die Klassiker, die Tour und wohl auch die Olympischen Spiele in Rio auf dem Schirm hat.

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