Milram-Präsentation

Zabel auch als Zweiter, Dritter oder Vierter zufrieden

10.01.2007  |  (sid/Ra) - In ihrem zweiten Radsport-Jahr setzen die Verantwortlichen des Milram-Teams auch 2007 auf Erik Zabel und Alessandro Petacchi als Leitwölfe. "Wir haben weiter Vertrauen in beide und die Mannschaft wieder um sie herum gebaut", bekräftigte Manager Gianluigi Stanga am Mittwoch bei der Teampräsentation in Bremen.

"Wir haben schon in der vergangenen Saison 90 Podiumsplätze errungen, aber dieses Ergebnis ist ausbaufähig", sagte Stanga.

Im wohl vorletzten Jahr seiner Karriere gönnt sich Erik Zabel einen ungewohnt späten Saisoneinstieg: "Ich nehme mir drei Wochen mehr Zeit zur Vorbereitung und werde die ersten Straßenrennen erst Mitte Februar bestreiten", erklärt der Vizeweltmeister. Ab Donnerstag ist der Mann aus Unna allerdings noch beim Bremer Sechstagerennen (11. bis 16. Januar) auf der Bahn aktiv.

Konkrete Zielvorgaben will sich der gebürtige Berliner im 15. Jahr als Profi nicht mehr setzen. "Mir bricht kein Zacken mehr aus der Krone, wenn ich einem besseren Fahrer den Vortritt lassen muss. Ich kann auch als Zweiter, Dritter oder Vierter zufrieden sein", so der zwölfmalige Tour-Etappensieger und Gewinner von sechs Grünen Trikots.

Milram mit neuer Philosophie

Überhaupt setzt Milram als Konsequenz aus der zunehmenden Doping-Diskussion künftig auf eine Philosophie, die nicht mehr den Sieg als höchste Priorität hat. "Wir vermitteln unseren Fahrern, dass wir keinen Erfolg um jeden Preis wollen. Siege müssen auf ehrliche Weise erkämpft werden, sonst muss man auch mit den Plätzen dahinter zufrieden sein", sagte Stanga.

Für Zabel eine ungewöhnliche Vorgabe: "Es war für uns Fahrer schon überraschend, als uns das beim Mannschaftstreffen im November so verkündet wurde. Sonst heißt es doch immer: Platz zwei ist gut, aber nicht gut genug." Angesichts der Doping-Diskussion um seinen Sport sei er sogar froh, schon im reiferen Sportler-Alter zu sein: "Als junger Fahrer hätte ich Zukunftsängste."

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