98. Berliner Sechstagerennen: Rasmussen/Mörköv überraschend vorn

Zabel/Bartko kämpfen sich auf Platz zwei zurück


Erik Zabel und Robert Bartko beim 98. Berliner Sechstagerennen

Foto: ROTH

27.01.2009  |  (sid/rsn) - Mit Standing Ovations ist Deutschlands erfolgreichster Radprofi Erik Zabel nach der fünften Nacht des 98. Berliner Sechstagerennens verabschiedet worden. 13.000 Zuschauer im Velodrom bedachten ihren "Ete" mit minutenlangem Applaus. "Danke, dass ich das nochmal erleben durfte", sagte der 38-Jährige, der von BDR-Präsident Rudolf Scharping einen "Goldenen Nagel" überreicht bekam. An diesem kann er ab Mittwoch sein Rad aufhängen. Vorher kämpft er aber noch um den Sieg bei den Sixdays.

Gut erholt von einer Magen-Darm-Grippe, verbesserte sich Zabel am Montag mit seinem Partner Robert Bartko von Platz fünf auf Rang zwei und kann jetzt sogar wieder auf den 13. Sechstage-Erfolg seiner Karriere hoffen. Zabel/Bartko lagen nach der vorletzten Nacht rundengleich mit drei weiteren Teams auf Rang zwei. Die Führung hatten sich überraschend die Dänen Alex Rasmussen/Michael Mörköv mit 230 Punkten vor Zabel/Bartko (206) erkämpft. Platz drei blegen das deutsch-belgische Duo Roger Kluge/Kenny de Ketele (202) vor den Schweizer Vorjahrssiegern Bruno Risi/Franco Marvulli (200).

"Ich hatte Riesenglück, mein Hobby zum Beruf machen zu können und später auch noch Erfolg damit zu haben", meinte Zabel bei der Verabschiedung inmitten des Spaliers seiner Kollegen: "Jetzt wird es Zeit, das Radfahren wieder zum Hobby zu machen. Aber ich glaube, ihr werdet mir fehlen."

Neben seinen Fans waren zahlreiche Wegbegleiter in die Halle gekommen. So schwang Tourteufel "Didi" Senft seinen Dreizack wie sonst bei der "Großen Schleife". Dieter "Eule" Ruthenberg, Zabels vertrauter Masseur, verdrückte ein paar Tränen der Rührung, andere grüßten den gebürtigen Berliner via Plakat: "Mach et jut Ete! ... und lass een Koffa in Berlin."

Anschließend schossen Vater Detlef Zabel und Sohn Rik die vorletzte "Sechstage-Jagd" des erfolgreichsten Radprofis der Welt nach Eddy Merckx (Belgien) an. In seiner Karriere fuhr Zabel bei 14 Tour-de-France-Starts sechsmal ins Grüne Trikot des Sprintbesten, gewann dabei zwölf Etappen. Bei seinem Lieblingsrennen Mailand-San Remo triumphierte er viermal.

Neben zahlreichen weiteren Etappensiegen bei der Vuelta, der Deutschland-Tour oder der Tour de Suisse gehören die Siege beim Amstel Gold Race, bei Paris-Tour oder den Cyclassics in Hamburg zu seinen herausragenden Erfolgen.

Nur einem Titel fuhr Zabel immer hinterher: dem Gewinn der Straßenrad-WM. Zweimal (2004 und 2006) war er Zweiter, einmal (2002) Dritter. 107 Wochen stand er an der Spitze der UCI-Weltrangliste.

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