Profi-Radsport

Kampfansage an Astana

Andy Schleck: "Wir werden alles riskieren"

25.07.2009 - (sid/rsn) - Unter den Favoriten war es am Tag vor dem großen Kräftemessen auf dem berühmt-berüchtigten Mont Ventoux zu einem Stillhalteabkommen gekommen. Keiner wollte mit Attacken zu viele Kräfte zu vergeuden. Schließlich erwarten alle am Samstag den Schlagabtausch auf dem 1.912 Meter hohen Riesen der Provence. Alberto Contador (Astana) verfügt weiter über einen komfortablen Vorsprung von 4:11 Minuten auf den Luxemburger Andy Schleck (Saxo Bank). Der siebenmalige Toursieger Lance Armstrong (Astana) blieb Gesamtdritter. "Mein alter Freund Mont Ventoux. Dort wird es Krieg geben", prophezeite Armstrong martialisch und sprach geradezu ehrfürchtig von dem Schicksalsberg, auf dem 1967 der Brite Tom Simpson an den Folgen eines Dopingcocktails vor Erschöpfung starb.

Der bislang alles überragende Contador will nicht eher vom Toursieg sprechen, bis er nicht das Observatorium auf dem Gipfel erreicht hat: "Ich darf mir keinen Fehler erlauben“, sagte der Madrilene. „Am Mont Ventoux müssen andere attackieren. Ich werde versuchen, Armstrong zu helfen, seinen Podestplatz zu behalten.“ Unter normalen Umständen dürfte der Spanier auf dem 21,1km langen Anstieg den zweiten Toursieg nicht mehr aus den Händen geben. Dahinter ist das Tour-Podium hart umkämpft. Andy Schleck, Armstrong, Bradley Wiggins (Garmin-Slipstream), Andreas Klöden (Astana) und Fränk Schleck (Saxo Bank) liegen allesamt innerhalb von 1:48 Minuten.

Die größte Gefahr droht dem Astana-Trio von den Schleck-Brüdern. "Wir werden angreifen und alles riskieren. Wir sind bis in die Haarspitzen motiviert. Ich denke, wir können ein ähnliches Szenario erleben wie auf dem Weg nach Le Grand-Bornand", kündigte Andy Schleck an. Der 24-Jährige will gemeinsam mit seinem fünf Jahre älteren Bruder in Paris auf dem Podium stehen.

Armstrong, der bei der Tour fast alles gewann, fehlt noch ein Sieg am Ventoux. Im Jahr 2000 erreichte der Texaner hinter dem inzwischen verstorbenen Marco Pantani als Zweiter das Ziel. Den letzten Sieg am Schicksalsberg feierte vor sieben Jahren der Franzose Richard Virenque.

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