Nur Jakobsen beim Wallonie-Abschluss schneller

Nach Ackermann ist auch Anfahrer Selig wieder in der Erfolgsspur

Von Christoph Adamietz

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Rüdiger Selig (Bora - hansgrohe) | Foto: Cor Vos

25.07.2021  |  (rsn) - Wie für seinen Teamkollegen Pascal Ackermann verlief auch für Rüdiger Selig (Bora - hansgrohe) die Saison nicht so wie erhofft. Der Tiefpunkt war Ende Juni erreicht, als bekannt wurde, dass Ackermann und sein Anfahrer Selig von der Teamleitung nicht für die Tour de France nominiert worden waren.

Zunächst kehrte aber der Pfälzer zur Saisonmitte in die Erfolgsspur zurück. Ackermann fuhr bei der Sibiu-Tour (2.1) und der Settimana Ciclistica Italiana (2.1) seine ersten fünf Siege in diesem Jahr ein, und auch für Selig läuft es mittlerweile besser. Auf der Schlussetappe der Tour de Wallonie (2.HC) musste sich der 32-Jährige im Sprint nur Fabio Jakobsen (Deceuninck - Quick-Step) geschlagen geben.

"Nach vier Wochen Rennpause hatte ich einen bisschen Stress, wieder reinzugkommen. Die ersten beiden Tage habe ich mich überhaupt nicht gut gefühlt. Aber mit dem Abschluss der Tour de Wallonie bin ich sehr zufrieden. Ich habe nun noch das Maximum herausgeholt. Gegen Jakobsen als reinen Sprinter hat man keine Chance", bilanzierte Selig gegenüber radsport-news.com seinen Einsatz bei der Rundfahrt durch Belgien.

Als nächstes Rennen wird er im August die Arctic Race in Norwegen bestreiten, dann wohl wieder als Sprintanfahrer - für wen, steht noch nicht fest. Zumindest Ackermann hat die Rundfahrt nicht auf seinem Rennplan stehen, sondern wird zeitgleich die Polen-Rundfahrt bestreiten.

Dass die beiden, die in den vergangenen Monaten und Jahren fast alle Rennen gemeinsam bestritten, in den letzten Wochen getrennte Wege gingen, bezeichnete Selig als "Zufall. Acki wollte Sardinien fahren, dadurch sind wir bei der Wallonie mit einer bunt gemischten Mannschaft angetreten", sagte Selig, der in einem Aufgebot ohne echten Sprinter in die Kapitänsrolle schlüpfte. "Schwarzi (Michael Schwarzmann) hat heute einen tollen Job für mich gemacht und mich den ganzen Tag aus dem Wind gehalten. Ihm gilt mein Dank, aber auch Cesare Benedetti und Matteo Fabbro"

Gemeinsam mit Ackermann wird Selig dann aber die Cyclassics in Hamburg und die Deutschland Tour bestreiten. Zudem stehen der Münsterland Giro, Paris - Bourges, Paris - Tours und Eurometropole auf dem Plan. Somit wird Selig erstmals seit 2015 keine GrandTour bestreiten - damals stand er noch bei Katusha unter Vertrag.

Die Nicht-Berücksichtigung für die Tour de France nannte er "einen harten Schlag ins Gesicht." Allerdings gab er auch zu, dass diese Entscheidung für ihn nicht ganz überraschend kam. "Ich konnte es mir schon denken. Man bekommt ja Feedback vom Team. Und ich bin ja schon mal die Tour gefahren, da war das Feedback viel, viel besser. Es war dann keine Riesenüberraschung, aber schon eine große Enttäuschung", so Selig, der sich während der Tour de France "mit Radfahren und anderen Hobbies abgelenkt" hat.

Sicherlich wird der Routinier diese Zeit aber auch genutzt haben, um sich mit seinem Management um einen neuen Vertrag zu kümmern. Denn sein Kontrakt bei Bora - hansgrohe läuft wie der von Ackermann aus. Auf seine Zukunft angesprochen, verwies Selig auf den 1. August, von diesem Termin an dürfen Wechsel offiziell bekannt gegeben werden. "Würde ich vorher etwas sagen, würde ich mir nur ein Eigentor schießen", so Selig. Da Vertragsverlängerungen vorher bekanntgegeben werden dürfen, stehen die Zeichen somit nicht nur bei Ackermann, sondern auch bei Selig auf Abschied von Bora - hansgrohe.

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