Cro Race: Vier Hundertstel entscheiden

Barbier jubelt umsonst, Milan holt zweiten Etappensieg

Von Sebastian Lindner

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Hier jubelt der Falsche: Pierre Barbier (B&B Hotels - KTM) freut sich auf dem Zielstrich über seinen vermeintlichen Sieg, wurde später aber eines Besseren belehrt. | Foto: Cor Vos

28.09.2022  |  (rsn) – Auf dem Zielstrich jubelte noch Pierre Barbier (B&B Hotels – KTM), auf dem Siegerpodest stand dann aber Jonathan Milan (Bahrain Victorious). Die 2. Etappe des Cro Race über 163 Kilometer von Otocac nach Zadar gewann im Massensprint der Mann, der schon am ersten Tag siegreich war. Und das mit nur vier Hundertsteln Vorsprung. Nicht mal das Zielfoto konnte eindeutig klären, wer denn nun den Tagessieg in einem sehr engen und kurvigen Finale errungen hatte.

Die Jury musste ganz genau hinschauen und dem sich zu früh freuenden Barbier einen Strich durch die Rechnung machen. Der hatte am Ende zwar die höhere Endgeschwindigkeit und wähnte sich deshalb als Sieger. Aber am Ende setzte sich der stärkere Mann durch. Milan hatte seinen Sprint schon rund 400 Meter vor der Ziellinie angesetzt und sich mit letzter Kraft über den Strich gerettet. Dritter wurde Elia Viviani (Ineos Grenadiers) vor Axel Laurance (B&B Hotels – KTM), der den Sprint für Barbier angezogen hatte.“

“Unglaublich“, suchte der 21-jährige Sieger im Sieger-Interview nach Worten. Der Sieg am Vortag war der erste seiner Profikarriere, der zweite folgte nun auf dem Fuß. “Das Team hatte das Rennen den ganzen Tag über gut kontrolliert, mich dann gut in Position gefahren und mich auch vorgewarnt, was für eine Finale auf mich wartet.“ Offenbar hat der junge Italiener gut zugehört.

Der Tagessieger verteidigte auch das Trikot des Gesamtführenden und hat nach zwei Teilstücken 14 Sekunden Vorsprung auf Barbier, Sacha Modolo (Bardiani – CSF – Faizane) sowie Kenny Molly (Bingoal Pauwels Sauces WB). Milan führt mit 50 Zählern auch die Punktewertung an, das Bergtrikot übernimmt Tobiasz Pawlak (HRE Mazowsze Serce Polski.) mit sechs Punkten.

Zuvor hatte eine ursprünglich siebenköpfige Gruppe mit Lukas Meiler (Team Vorarlberg), Antonio Barac (Meridiana Kamen Team), Nik Cemazar (Adria Mobil), Pawlak, Viktor Potocki (Ljubljana Gusto Santic), Ziga Horvat (HRE Mazowsze Serce Polski) und Alex Jaime (Quipo Kern Pharma) das Rennen als Ausreißer bestimmt. Die letzten Verbliebenen wurden acht Kilometer vor dem Ziel wieder eingefangen.

Davor hatte sich Pawlak aber noch die einzige Bergwertung des Tages gesichert, wodurch er dem punktgleichen Oscar Onley (DSM) das Bergtrikot abnimmt, da er eine höher kategorisierte Wertung für sich entschied.

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