Rennbericht Team Strassacker

Rund um Köln: Sieg für Moritz Palm

Von Fabian Thiele

Foto zu dem Text "Rund um Köln: Sieg für Moritz Palm "
Die drei Musketiere in Celeste: Moritz Beinlich, Chris Mai, Moritz Palm (im Bild von links) | Foto: Nina Wallenborn

25.05.2023  |  Köln am vergangenen Sonntag, perfektes Radsportwetter: Nach einem langen Tag in der Fluchtgruppe konnte sich Moritz Palm, Kapitän des Team Strassacker, mit einem langen Sprint gegen die starke Konkurrenz durchsetzen. Für Moritz war es nach zwei Podiums-Plätzen in Göttingen und Frankfurt der erste Saison-Sieg. Und das Team fuhr den dritten Mannschafts-Sieg im vierten Rennen ein.

Zum bereits 105. Mal fand das Profi-Rennen "Rund um Köln" statt, und auch die Jedermann-Runde kann mit Fug und Recht als Klassiker im Freizeit-Kalender bezeichnet werden. Und wir waren nicht nur wegen des großen Namens, sondern auch wegen unseres enttäuschenden Abschneidens im letzten Jahr heiß auf die 130 Kilometer quer durchs Bergische Land.

In der Planung setzten wir alles auf ein hartes Rennen, um unseren Kapitän Moritz Palm in eine möglichst kleine Gruppe ins Finale zu bringen. Dass das kein Selbstläufer würde, verriet schon der Blick auf die Startliste: Durch die Nähe zu Belgien zieht "RuK" viele starke Fahrer aus dem radsportverrückten Nachbarland an.

Dann der Start am Rheinau-Hafen. Auf den ersten 25 flachen Kilometern aus der Stadt hinaus pilotierten Lukas Klöckner, Ben Witt, Niko Zimmermann, Daniel Novak, Joscha Weber, Phil Peitzmeier und Jannis Wittrock das Feld sicher in den ersten Berg des Tages. Dort versuchten Maxim Pirard (UCI-Granfondo-Weltmeister 2019 und 2020) und Bjoern de Decker (Granfondo-Weltmeister 2017, amtierender belgischer Amateur-Meister), eine Selektion herbeizuführen.

Allerdings konnten beide keine entscheidende Lücke reißen und mit etwa 60 Mann ging es in die beiden Stiche in Sand und Bensberg. Bereits in Sand halbierte sich die Gruppe, doch auf dem Kopfsteinpflaster im Anstieg zum Schloss Bensberg zerfiel das Rennen endgültig in seine Einzelteile.

Wegen einer Baustelle war die Straße hier in diesem Jahr ohnehin schon sehr schmal, sodass die Gruppe stark in die Länge gezogen wurde. Als dann Moritz Palm aufs Gaspedal drückte, traten schnell überall Lücken auf, und oben fand sich eine Gruppe von sechs Mann. Mit Moritz Palm, Moritz Beinlich und Chris Mai fuhren auch die beiden belgischen Ex-Granfondo-Weltmeister Thijs Huygen vom "Unlimited Cycling Team" (B) als erste über die Kuppe. Die sechs hatten bereits letzte Woche ihren Sonntag zusammen verbracht, als sie in der Spitzengruppe beim Granfondo Vosges fuhren.

Dementsprechend verstanden sich alle sehr gut und das Sextett konnte sich mit guter Zusammenarbeit einen Vorsprung auf die Verfolgergruppe herausfahren, in der die Fahrer in Celeste sich nicht an der Nachführarbeit beteiligten. Schon so früh in eine Gruppe zu gehen, war eigentlich nicht der Plan gewesen, wie Moritz Palm nach dem Rennen erklärte: "Aber als wir zu dritt in einer Sechsergruppe waren, sind wir natürlich weitergefahren."

Kurz darauf wuchs die Gruppe unerwartet an, als Anton Schiffer (Bike-Aid Development) aus dem Sextett ein Septett machte. Er hatte die Post in Bensberg verpasst und dann mit einem Husaren-Ritt ab dem Anstieg in Lüghausen im Alleingang die Lücke geschlossen. Zu siebt ging es also durch das Bergische Land und bis zur zweiten Passage von Schloss Bensberg blieb auch alles beieinander.

In der Verfolgergruppe versuchten weitere Fahrer die Lücken zu schließen, konnten sich aber nicht absetzen. Bis zum Anstieg in Bärbroich war die Spitzengruppe bereits auf drei Minuten enteilt. An der Spitze schien Anton Schiffer sich nach seinem Parforce-Ritt gut erholt zu haben und suchte auf dem Kopfsteinpflaster 25 km vor dem Ziel die Entscheidung.

Der Tempoverschärfung konnten nur Moritz Palm und Bjoern de Decker folgen. Moritz Beinlich schlich sich allerdings in der Abfahrt an das Trio heran – zu viert ging es zurück in die Stadt. Ab der Severins-Brücke, 2000 Meter vor dem Ziel, übernahm dann Moritz Beinlich die Kontrolle, um seinem Namensvetter den Sprint vorzubereiten.

Moritz Palm wartete nach Bjoern de Deckers Sprint-Eröffnung lange am Hinterrad des Belgiers, um schließlich sein Vorderrad mit einem Tigersprung noch nach vorne zu schieben und sich den Sieg zu sichern. Entsprechend groß war die Freude beim Sieger im Ziel:

"Ich wollte dieses Jahr hier in Köln unbedingt gewinnen. Ich mag das Rennen im Bergischen Land, die Anstiege liegen mir. Deswegen freue ich mich – gerade nach dem fünften Platz im Vorjahr – heute sehr über den Sieg bei diesem prestigeträchtigen Rennen. Die Konkurrenz ist jedes Jahr enorm stark, so auch in diesem Jahr. Chapeau an die belgischen Kollegen, die das Rennen unglaublich schwer gemacht haben. Meine Team-Kollegen haben heute viel für mich gearbeitet, mich aus dem Wind genommen und an den entscheidenden Stellen gut positioniert, das war eine große Hilfe."

Moritz Beinlich rollte hinter Anton Schiffer auf Rang vier über den Zielstrich. Chris Mai erwehrte sich erfolgreich der heranjagenden Verfolgergruppe, und durfte sich über einen sechsten Platz freuen. Jannis Wittrock und Martin Nitzschmann rundeten mit den Plätzen zwölf und 13 aus dem verbliebenen Hauptfeld das starke Abschneiden unseres Teams ab und sicherten den Sieg in der Mannschaftswertung. Auch Ben Witt (15), Johannes König (18) und Altmeister Joscha Weber (21) kamen in der ersten größeren Gruppe ins Ziel.

So scheint das Team Strassacker also bereit, die Erfolgsserie fortzusetzen - als nächstes beim ersten großen Saison-Höhepunkt bei der Tour de Kärnten in der Pfingstwoche (27. 5. bis 1. 6.).

Fabian Thiele ist Fahrer im Team Strassacker.

 

Mehr Informationen zu diesem Thema

25.09.2023Riderman: Last dance im Black Forest

Zwei Tagessiege, zweimal Moritz (einmal Beinlich, einmal Palm) - so krönte das Team Strassacker am vergangenen Wochenende beim "Riderman" in Bad Dürrheim die überaus erfolgreiche Renn-Saison 2023.

05.08.2023Granfondo-WM: Moritz Beinlich zwei Sekunden hinter dem Podium

In Rahmen der UCI-Rad-WM in Glasgow fand gestern im schottischen Perth die Granfondo-Weltmeisterschaft der Amateure statt. Auf einem hügeligen 160-km-Kurs in den südlichen Highlands standen neun Fah

25.07.2023Rad am Ring: Vierfach-Sieg für Team Strassacker

Der Nürburgring: Kult-Event, Radsport-Festival und knallharter Formtest... Rad am Ring ist seit 20 Jahren ein echter Klassiker im deutschen Radsport – und feierte zum Jubiläum mit 9665 Startern ei

24.06.2023Tour Transalp: Manche mögen’s steil

Am vergangenen Sonntag fiel in Lienz der Startschuss zur 19. Tour Transalp. Rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich auf den Weg nach Arco am Gardasee - in sieben Etappen, mit 827,3 Kilo-

23.06.2023Tour Transalp: Wasser, viel Wasser

Am vergangenen Sonntag fiel in Lienz der Startschuss zur 19. Tour Transalp. Rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich auf den Weg nach Arco am Gardasee - in sieben Etappen, mit 827,3 Kilo-

22.06.2023Tour Transalp: So schmeckt Hitze

(rsn) - Am vergangenen Sonntag fiel in Lienz der Startschuss zur 19. Tour Transalp. Rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich auf den Weg nach Arco am Gardasee - in sieben Etappen, mit 827,

21.06.2023Tour Transalp: Achtung Sand

(rsn) - Am Sonntag Mittag fiel in Lienz der Startschuss zur 19. Tour Transalp, rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich auf den Weg nach Arco am Gardasee - in sieben Etappen, mit 827,3 Kil

19.06.2023Tour Transalp: Attacken, Schlagloch - und Happy End mit Porridge

Pünktlich um zwölf Uhr fiel gestern in Lienz der Startschuss zur 19. Tour Transalp. Knapp 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich zur ersten Etappe in Osttirol auf den Weg von Lienz nach Si

30.05.2023Tour de Kärnten: Dritter Doppelsieg im vierten Rennen

Unser erste Saison-Höhepunkt steht an – die Tour de Kärnten. Über sechs Etappen führt das Rennen rund um den Faaker See bei Villach. Die Equipe in Celeste ist mit elf Fahrern am Start und

29.05.2023Tour de Kärnten: Ausscheidungsfahren am Berg

Unser erste Saison-Höhepunkt steht an – die Tour de Kärnten. Über sechs Etappen führt das Rennen rund um den Faaker See bei Villach. Die Equipe in Celeste ist mit elf Fahrern am Start und wird

28.05.2023Tour de Kärnten: Moritz Palm siegt im Einzelzeitfahren

Unser erste Saison-Höhepunkt steht an – die Tour de Kärnten. Über sechs Etappen führt das Rennen rund um den Faaker See bei Villach. Die Equipe in Celeste ist mit elf Fahrern am Start und wird v

27.05.2023Tour de Kärnten: Perfekter Auftakt

Unser erste Saison-Höhepunkt steht an – die Tour de Kärnten. Über sechs Etappen führt das Rennen rund um den Faaker See bei Villach. Die Equipe in Celeste ist mit elf Fahrern am Start und wird v

Weitere Jedermann-Nachrichten

18.04.2024King of the Lake: Europas größtes Zeitfahren

(rsn) - Auf die Plätze: Am 21. September wird "ASVÖ King of the Lake", das Einzelzeitfahren im Salzkammergut, zum 14. Mal rund um den Attersee führen. Wer dabei sein will: Die Online-Anmeldung (sie

08.03.2024Nibelungen Radmarathon: Alle Pfälzer Highlights...

(rsn) - Seit 2018 veranstaltet Timo Rokitta den Nibelungen-Gravelride in Worms. Dieses Jahr hat der Pfälzer Ultra-Radler (ua Paris - Brest - Paris, The Traka) neben vier Gravelrides auch die zweite A

05.03.2024Nova Eroica Prosecco Hills: Prickelnde Hügel-Runde

(rsn) - Im Herbst 2019 haben die Veranstalter der Eroica-Vintage-Radrennen auf den Strade Bianche, den weißen Schotter-Straßen der Toskana, mit der "Nova Eroica" auch den Gravel-Trend aufgegriffen

29.02.2024L´Ardèchoise: mit Granfondo-Europameisterschaften

(rsn) - Seit Ende der 80er Jahre findet immer Mitte Juni "L´Ardèchoise" statt, eine Rundfahrt durch das Departement Ardèche im Südosten Frankreichs, mit im vergangenen Jahr rund 12.500 Teilnehmern

27.02.2024Neusiedler See Radmarathon: Mit Klöden, Sagan, den “Gold-Tobis“...

(rsn) - Wie jedes Jahr wird die Radmarathon-Saison in Österreich am 20. und 21. April mit dem "Neusiedler See Radmarathon powered by Burgenland Tourismus" (NRM) eröffnet. Und wie immer ist auch jede

26.02.2024Alpen-Challenge: “Der direkte Weg zum Glück...“

(rsn) - "Manchmal ist der direkte Weg zum Glück eine gewisse Anzahl von Serpentinen" - so lautet das schöne Motto eines der schönsten Rad-Marathons in Europa: die Alpen-Challenge Lenzerheide. Und d

25.02.2024A Day in Hell: Der “Hölle des Nordens“ nachspüren

(rsn) - Zum 118. Mal werden die WorldTour-Profis am 7. April beim Frühjahrs-Klassiker Paris - Roubaix, der "Hölle des Nordens", über die Kopfsteinpflaster Nordfrankreichs rumpeln. Alle Nicht-Profis

24.02.2024Nova Eroica Schweiz: Mittelalter, Weinberge, Bergdörfer...

(rsn) - Zum vierten Mal geht es am 15. Juni bei der "Nova Eroica Switzerland" durch die Walliser Alpen, auf Schotterstraßen von Sion aus, der ältesten Stadt der Schweiz mit ihren mittelalterlichen B

23.02.2024Ötztaler Radmarathon: Zweite Chance mit Kombi-Paket

(rsn) - Vergangene Woche wurden die 4000 Startplätze für den Ötztaler Radmarathon 2024 verlost. Genau 21 976 Interessent/innen hatten sich dafür beworben, soviele wie noch nie. Nicht mal ein Fünf

21.02.2024Gran Fondo Suisse: Sieben Rennen an drei Tagen

(rsn) - Ein langes Sommer-Wochenende in den Schweizer Alpen, vollgepackt mit nicht weniger als sieben Rennen - das bietet der Gran Fondo Suisse vom 5. bis 7. Juli in Villars-sur-Ollon im Kanton Waadt

19.02.2024Heathland Gravel: Quali-Rennen für Gravel-Legende “Unbound“

(rsn) - Das "Unbound Gravel" ist eines der ältesten Schotter-Rennen weltweit: Es begann 2006 als "Dirty Kanza" mit 34 Starter/innen, mittlerweile sind es rund 4000 Fahrer/innen aus fast 40 Nationen,

17.02.2024Hegau Gravel Race: Auf legendären Strecken

(rsn) - Vor vier Jahren waren die geländegängigen Rennräder mit den breiten Reifen erstmals beim "Rothaus Hegau Bike-Marathon" in Singen dabei, nun wird daraus ein eigenes Rennen - das "Rothaus Heg

JEDERMANN-RENNEN DIESE WOCHE
  • Keine Termine