Belgier zieht mit Vingegaard gleich

Van Eetvelt klettert bei Tour of Guangxi ins Rote Trikot

Von Kevin Kempf

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Lennert van Eetvelt (Lotto – Dstny) gewinnt den Zweiersprint. | Foto: Cor Vos

19.10.2024  |  (rsn) - Lennert van Eetvelt (Lotto – Dstny) hat die 5. Etappe der Tour of Guangxi (2.UWT) gewonnen. Der Belgier steht damit vor seinem zweiten Gesamtsieg bei einer WorldTour-Rundfahrt in diesem Jahr.

Bei der Bergankunft in Nongla zog van Eetvelt nach 165 Kilometern auf den letzten Metern an Oscar Onley (dsm-firmenich – PostNL) vorbei. Das Duo hatte kurz zuvor Victor Lafay (Decathlon – AG2R La Mondiale) eingeholt, der knapp hinter seinem Teamkollegen Alex Baudin Vierter wurde. Den fünften Platz sicherte sich Pavel Sivakov (UAE Team Emirates).

Van Eetvelt hat eine Saison mit Höhen und Tiefen hinter sich. Der 23-Jährige sicherte sich im Februar überraschend den Sieg bei der UAE Tour (2.UWT), musste danach wegen Knieproblemen aber lange pausieren. Als er sich auf Teneriffa auf sein Comeback vorbereitete, wurde er von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Bei der Vuelta a Espana verjubelte er einen Etappensieg, den Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) ihm auf den letzten Metern noch abnahm. Nach einem Sturz fiel der Belgier, der zu diesem Zeitpunkt noch gut im Klassement lag, weit zurück. Er gab seine zweite Grand Tour auf der 12. Etappe auf.

Ins Renngeschehen zurück kehrte er erst zwei Monate später bei der Lombardei-Rundfahrt (1.UWT), die er als Siebter beendete. Bei der Tour of Guangxi feierte er nun seinen vierten Saisonsieg, der fünfte könnte am Sonntag folgen. Gelingt ihm dies, ist er neben Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) der einzige Fahrer, der diese Saison zwei 2.UWT-Rundfahrten zu seinen Gunsten entscheiden konnte.

Jonas Rutsch (EF Education – EasyPost) war Teil der vierköpfigen Ausreißergruppe des Tages. Elf Kilometer vor dem Ziel musste der Deutsche die Segel streichen. Bester deutschsprachiger Fahrer wurde der Österreicher Felix Großschartner (UAE Team Emirates). Sein junger Landsmann Alexander Hajek kam als 14. über den Zielstrich. Max Kanter (Astana Qazaqstan) blieb bis zum steilen Schlussanstieg im Feld, aus dem er dann wie erwartet langsam herausfiel.

Das Rote Trikot übernahm van Eetvelt vom Deutschen. Der Belgier ist ebenfalls bester Nachwuchsfahrer und liegt im Klassement fünf Sekunden vor Onley und deren 15 vor Baudin. Pepijn Reinderink (Soudal – Quick-Step) verteidigte das Bergtrikot, Ethan Vernon (Israel – Premier Tech) bleibt in der Punktewertung vorn.

So lief die 5. Etappe der Tour of Guangxi:

Unmittelbar nach dem Start lösten sich Rutsch, Stefan Bisseger (beide EF Education – EasyPost), Warre Vangheluwe (Soudal – Quick-Step) und Koen Bouwman (Visma – Lease a Bike) vom Feld. Der Vorsprung dieses Quartetts pendelte sich schnell bei 3:15 Minuten ein, doch das Feld schien rechtzeitig zu reagieren und verkleinerte seinen Rückstand auf die Ausreißer unter Leitung verschiedener Mannschaften 20 Kilometer vor dem Ziel auf 1:45 Minuten.

Rutsch und Co. hielten aber auf dem weitestgehend flachen Kurs stark dagegen und verloren anschließend nur noch langsam an Boden. Der Deutsche musste mit noch elf zu fahrenden Kilometern passen, seine Gefährten erreichten die 4,5 Kilometer lange Schlusssteigung mit 40 Sekunden Vorsprung.

Das Streckenprofil der 5. Etappe der Tour of Guangxi | Foto: Veranstalter

Dort ließ Bouwman seine Begleiter sofort hinter sich, doch kurz danach war es auch um den Niederländer geschehen. Tim Wellens (UAE Team Emirates) griff 1,7 Kilometer vor dem Ziel als Erster Athlet aus dem Feld an. Victor Lafay (Decathlon – AG2R La Mondiale) folgte ihm als einziger, um den Belgier an einem Steilstück hinter sich zu lassen.

Dahinter erhöhte van Eetvelt im Schlusskilometer das Tempo. Rund zehn Fahrer konnten bei ihm bleiben, unter ihnen auch Red-Bull-Profi Aleotti. Der Italiener musste, als Onley an der steilsten Passage mit noch 350 zu fahrenden Metern angriff, vier Fahrer ziehen lassen. Der Schotte holte mit van Eetvelt an seinem Hinterrad 110 Meter vor dem Ziel Lafay ein. Der Lotto-Fahrer sprintete den dsm-Fahrer kurz darauf ab und sicherte sich den Tagessieg und die Gesamtführung.

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