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25.08.2026 | (rsn) - Die parallel zur Tour de l’Avenir ausgetragene West Bohemia Tour (2.2U) konnte auch ohne einige der international stärksten U23-Fahrer ein gut besetztes Feld vorweisen. An den vier Renntagen rund um Pilsen spielten dabei die deutschen und österreichischen Kontinentalteams eine wichtige Rolle.
Der slowakische U23-Meister Samuel Novak (Tirol – KTM) verpasste als Gesamtvierter das Podium denkbar knapp, während sein Landsmann und Richard Riska (Hrinkow – Advarics), hier für das Nationalteam der Slowakei startend, als Fünfter ebenfalls vorne mitmischte. Arbö - Kärnten - Feld am See setzte vor allem auf Etappenergebnisse und konnte sich über zwei siebte Plätze des Ungarn Gergö Grosz freuen.
Für die deutsche Auswahl setzte Pepe Albrecht, sonst im Rembe-Trikot unterwegs, mit Rang zwei auf der 1. Etappe ein Ausrufezeichen. Für eine Überraschung sorgte sein Nationalteamkollege Nicolas Ehret, der die Rundfahrt als Gesamtelfter abschloss und üblicherweise nationale Rennen für das Clubteam Bike Market bestreitet. Den Gesamtsieg sicherte sich der Tscheche Vaclav Jezek (Kasper – crypto4me), sieben Sekunden vor Novak.
Zum Auftakt wartete ein lediglich 3,5 Kilometer langer, aber anspruchsvoller Bergprolog, der bereits die Grundlage für die spätere Gesamtwertung legte. Die Abstände blieben erwartungsgemäß gering: Riska fuhr auf Rang drei, unmittelbar dahinter folgten für Tirol – KTM Viggo Moore und Novak auf den Plätzen vier und fünf. Auch Ehret erwischte als Neunter einen starken Auftakt, für ARBÖ – Kärnten – Feld am See war Grosz als Sechzehnter am Schnellsten.
"Die nächsten drei Tage waren sehr sprintlastig, aber wir haben mit allen Mitteln versucht, einen Massensprint zu vermeiden“, berichtete Martin Taschler, Sportlicher Leiter bei Tirol – KTM, gegenüber RSN. Entsprechend offensiv traten die Tiroler bereits auf der 1. Etappe auf. Moore schaffte den Sprung in eine Gruppe, doch dahinter wurde konsequent nachgesetzt. Der US-Amerikaner investierte viel in den Vorstoß und verlor später selbst Zeit. Während die Tiroler Taktik damit nicht aufging, nutzte Albrecht die Sprintentscheidung für das beste deutsche Tagesergebnis der Rundfahrt und fuhr auf Rang zwei.
Deutlich ungewöhnlicher entwickelte sich der folgende Renntag. Unmittelbar vor dem Start setzte Regen ein, die Temperaturen lagen bei rund zehn Grad und ein Gewitter näherte sich. "Kurz vor der Bergwertung haben die Fahrer gestreikt. Wir waren dann mit den Kommissären im Gespräch und haben uns geeinigt, dass wir so schnell wie möglich weiterfahren“, berichtete Taschler. Die anschließende Abfahrt wurde neutralisiert, ehe das Rennen wieder freigegeben wurde. Wenig später hatte sich das Wetter bereits grundlegend verändert und die Sonne kam wieder zum Vorschein.
Sportlich bedeutete die Unterbrechung vor allem für Tirol – KTM einen Rückschlag. "Für uns war die Situation alles andere als optimal, da wir alle Leute in einer 30-Mann-Gruppe vorne hatten, die vermutlich weit gekommen wären“, so Taschler. Nach dem Neustart lief das Feld wieder zusammen und die Entscheidung fiel abermals im Sprint. Ausgerechnet im Finale setzte erneut Regen ein. In der letzten Kurve stürzten zahlreiche Fahrer aus dem vorderen Teil des Feldes.
Taschler übte anschließend Kritik an der Streckenführung: "Da waren im Finale so viele Kurven, dass man sich zu 99 Prozent sicher sein konnte, dass es einen Sturz geben wird.“ Grosz kam als Siebter durch die turbulenten letzten Meter, MaxSolar – Raymon brachte mit Luke Meyer-Eland auf Rang neun und Lachlan McNabb als Zehntem gleich zwei Fahrer in die Top Ten.
Damit blieb vor dem letzten Teilstück nicht nur der Gesamtsieg, sondern auch der Kampf um das Podium völlig offen. Riska ging als Dritter der Gesamtwertung in den Tag, Novak lag ebenfalls nur wenige Sekunden zurück. Tirol – KTM setzte deshalb erneut auf eine aktive Fahrweise und suchte jede Gelegenheit, Zeitgutschriften einzusammeln. "Es war ultra spannend, nach zwei Stunden waren wir Dritter im Gesamtklassement mit drei Sekunden auf Platz eins. Wir haben Novak gut vorne gehalten, aber es sollte nicht sein“, beschrieb Taschler die Situation.
Die Entscheidung fiel schließlich erneut über die Bonussekunden und den abschließenden Sprint. Novak wurde Tagesvierter und beendete die Rundfahrt auch auf dieser Position, nur knapp hinter dem Podium: Sowohl Novak als auch Adam Pesek (Kasper – crypto4me) lagen sieben Sekunden hinter Gesamtsieger Jezek. Weil Pesek jedoch im Prolog der Schnellste war, sicherte er sich Rang drei.
Riska fiel als Etappenneunter im Kampf um die Bonussekunden auf den fünften Gesamtrang zurück. Vor ihm spurtete Grosz erneut auf den siebten Platz. Ehret bestätigte seinen starken Prolog mit Rang elf im Endklassement, dahinter wurde Nicolas Ginter (Tirol – KTM) guter Dreizehnter. MaxSolar – Raymon-Teamchef Heinz Kargl sah bei Gesamtplatz neunzehn von McNabb noch Luft nach oben: "Wir sind soweit zufrieden, aber wir wären auch gerne weiter vorne gewesen“, äußerte er sich gegenüber RSN.
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