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25.08.2026 | (rsn) – Mit einem 50-Kilometer-Solo hat Top-Favorit Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) bereits auf der 4. Etappe der 81. Vuelta a Espana (2.UWT) für klare Verhältnisse gesorgt. Der Weltmeister und Toursieger setzte sich über schwere 104,8 Kilometer mit Start und Ziel in Andorra la Vella mit satten 2:39 Minuten Vorsprung durch und hat bei der letzten Grand Tour des Jahres seinen Gegnern damit schon früh den Zahn gezogen.
Pogacar löste sich bei strahlendem Sonnenschein bereits zur Rennhälfte am zweiten der vier kategorisierten Berge des Tages aus dem Feld und baute in der Folge seinen Vorsprung beständig aus, um sich nach dem Auftaktzeitfahren seine schon zweite Etappe bei dieser Vuelta und einen weiteren persönlichen Rekord aufzustellen: Es war sein längster erfolgreicher Soloritt bei einer Grand Tour.
Mit deutlichem Abstand auf den fünfmaligen Toursieger sicherte sich der junge Belgier Jarno Widar (Lotto – Intermarché) im Sprint der ersten Verfolgergruppe den zweiten Platz vor dem Österreicher Felix Gall (Decathlon - CMA CGM) und dem Briten Oscar Onley (Netcompany - Ineos). Fünfter wurde der US-Amerikaner Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike), hinter dem Spanier Enric Mas (Movistar) kam Pogacars Landsmann Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) als zeitgleicher Siebter ins Ziel. Der Ecuadorianer Richard Carapaz (EF Education - EasyPost) belegte mit 2:57 Minuten Rückstand Rang acht vor dem Dänen Mattias Skjelmose (Lidl – Trek / +3:17).
“Das Tempo war bereits im ersten Anstieg super hoch. Im zweiten sind wir praktisch von unten weg Vollgas gefahren. Als Jay Vine (Teamkollege) mich vorbeigelassen hat, wollte ich nicht isoliert sein. Die ganzen Klassementfahrer wären gegen mich gefahren, also hab ich es mit einer Attacke versucht“, begründete Pogacar im Flash-Interview seine frühe Attacke, der niemand etwas entgegenzusetzen hatte und fügte mit Blick auf das Gesamtklassement an: “Jede Lücke wäre gut gewesen, aber so ist es sehr komfortabel. Ich kann ruhig und selbstbewusst in die kommenden Tage gehen. Wir werden versuchen, es jeden Tag zu kontrollieren. Vielleicht ist das nicht immer möglich, aber wir werden kämpfen“, kündigte er an.
Der Konkurrenz wird wohl auch im weiteren Verlauf der Vuelta kaum mehr bleiben, als um den zweiten Platz hinter Pogacar zu kämpfen. “Ich bin nicht wirklich überrascht von Pogacars Dominanz. Wir lassen ihn einfach sein Ding machen. Dann fahren wir unser eigenes Rennen“, sagte etwa der viertplatzierte Onley gegenüber Eurosport.
Der Brite streckte wie auch die weiteren Klassementfahrer früh die Waffen. “Ich wusste, dass ich nicht mit Pogacars Attacke mitgehen konnte. Deswegen habe ich an dem Anstieg einfach getan, was ich konnte“, so der 23-Jährige, der über Magenprobleme in der Nacht berichtete und auch angesichts der Umstände ein positives Fazit zog. “Dafür, dass ich die ganze Nacht auf der Toilette saß, bin ich eigentlich ganz zufrieden mit heute.“
Das konnte auch der 36-jährige Roglic sein, der sich von seinem Trainingsunfall gut erholt zu haben scheint. “Vor ein paar Wochen konnte ich nicht auf dem Rad sitzen. Also bin ich froh, dass ich dabei bin“, sagte der Tagessiebte zu Eurosport und fügte an: “Hoffentlich kann ich in Zukunft auch noch ein paar bessere Ergebnisse liefern. Aber im Moment bin ich zufrieden.“
Im Gesamtklassement liegt der 27-jährige Pogacar nun deutliche 3:21 Minuten vor dem viermaligen Vuelta-Champion Roglic. Mas folgt mit 3:32 Minuten Rückstand auf dem dritten Rang vor Kuss (+3:44), Onley (+3:45), Carapaz (+3:50) und Gall (+3:57) sowie den zeitgleichen Skjelmose und Widar (beide +4:06). Als bester deutscher Profi belegt Marco Brenner (Tudor / +6:02) den 15. Platz.
Pogacar baute dazu auch seine Führung in der Punktewertung aus und übernahm die Spitze der Bergwertung. Der 23-jährige Onley ist neuer Träger des Weißen Trikots, UAE führt die Teamwertung vor Decathlon an.
Gleich nach dem Startschuss mussten die Fahrer auf dem von der Andorra MoraBanc Classica her bekannten Parcours klettern: Über 25 Kilometer ging es bei einer durchschnittlichen Steigung von fünf Prozent hinauf zum Port de Envalira (1. Kat.), wo auf 2.400 Metern Höhe der höchste Punkt der diesjährigen Vuelta erreicht wurde.
Auf dem Weg dorthin vereitelte Pogacars Mannschaft zunächst alle Attacken, wobei viele Fahrer aus dem Feld herausfielen. Nach rund 18 Kilometern bildete sich dann aber doch eine gleich 18-köpfige Spitzengruppe um das Visma-Quartett Wout van Aert, Bruno Armirail, Ben Tulett und Matthew Brennan, Gewinner der 2. Etappe. Mit dabei war für Red Bull – Bora – hansgrohe der Neuseeländer Finn Fisher-Black sowie Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost) als einziger deutscher Fahrer.
Lange hatte die Gruppe aber nicht Bestand, wobei auch van Aert, Brennan und Steinhauser bei hohem Tempo wieder zurückfielen. Lorenzo Fortunato (XDS - Astana) sicherte sich den ersten der vier Bergpreise des Tages vor Paul Double (Jayco - AlUla). In der nun folgenden Abfahrt kam das Feld aber wieder heran, ehe Pogacar im unteren Teil des Collada de Beixalis (1. Kat.) rund 50 Kilometer vor dem Ziel attackierte und alle seine Gegner abschüttelte.
Das Streckenprofil der 4. Etappe der Vuelta a Espana | Foto: Veranstalter
Schnell fuhr sich der Topfavorit einen komfortablen Vorsprung von mehr als eineinhalb Minuten auf eine knapp 20-köpfige Verfolgergruppe heraus. Zu der gehörten neben Gall, der als einziger probiert hatte, Pogacars Attacke zu folgen, Onley, Roglic und Mas auch noch Brenner, denen nur noch der Kampf um Rang zwei blieb. Denn am Zwischensprint, an dem Pogacar seinen Vorsprung in der Punktewertung ausbaute, betrug der Rückstand bereits mehr als zwei Minuten.
Nach einer Tempoverschärfung seines Teamkollegen Gregor Mühlberger attackierte Gall im unteren Teil des kurz darauf folgenden Coll d`Ordino (1. Kat.) und zog Onley mit sich, ehe gut 30 Kilometer vor dem Ziel Roglic sowie kurz darauf auch noch Kuss und Mas aufschlossen.
Pogacar holte sich nach der zweiten auch die dritte Bergwertung des Tages, wobei der Vorsprung des Slowenen hier bereits drei Minuten betrug. Rund eine halbe Minute hinter der Fünfergruppe um Roglic folgten Carapaz, Mühlberger, Skjelmose und Widar.
Kurz vor dem Alto de la Comella (3.Kat.), der letzten Steigung des Tages, führte Carapaz die zweite an die erste Verfolgergruppe heran. Wieder war es dann Mühlberger, der für seinen Landsmann Gall im finalen Anstieg für Tempo sorgte, wodurch Skjelmose zurückfiel. Pogacar nahm auch die letzten drei Bergpunkte des Tages sowie sechs Sekunden Zeitbonifikation mit. Dahinter fiel Carapaz einer Tempoverschärfung des starken Roglic zum Opfer.
Während Pogacar völlig ungefährdet seinen insgesamt fünften Vuelta-Etappensieg feiern konnte, kam es hinter ihm zu einem spannenden Sprint, den Gall eröffnete, um dann aber auf den letzten Metern noch Widar an sich vorbeiziehen lassen zu müssen.
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