Kämnas Versuch strandet an vorletzter Welle

Martinez profitiert beim CRO Race von De Gendts Pech

Von Kevin Kempf

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Daniel Felipe Martinez (Red Bull – Bora – hansgrohe) feiert seinen Sieg auf der 4. Etappe des CRO Race. | Foto: Cor Vos

25.09.2026  |  (rsn) – Nach zweieinhalb Jahren ohne Sieg hat Daniel Felipe Martinez (Red Bull – Bora – hansgrohe) die 4. Etappe des CRO Race (2.Pro) für sich entschieden. Der Kolumbianer war der Schnellste im Sprint einer fünfköpfigen Spitzengruppe. In dem hatte der nominell Spurtstärkste des Quintetts, Aimé De Gendt (Pinarello – Q36.5), Probleme mit dem Schaltwerk. Der Belgier wurde hinter seinem Landsmann Louis Vervaeke (Soudal – Quick-Step) und Domen Novak (UAE – Emirates – XRG) Vierter.

Auf Platz fünf erreichte zeitgleich Sam Maisonobe (Cofidis) das Ziel. Der Franzose hatte sich in der Abfahrt nach Rijeka vom Feld gelöst und schaffte auf der Zielgerade den Anschluss an die Ausreißer. Der Vortagesfünfte eröffnete den Sprint früh, um seinen Zeitgewinn nach 160 Kilometern so groß wie möglich zu halten. Der betrug letztendlich 15 Sekunden auf das die 29-köpfige Favoritengruppe, zu der auch Emil Herzog (Red Bull – Bora – hansgrohe) gehörte.

38 Sekunden dahinter erreichte Lennard Kämna (Lidl – Trek) das Ziel. Er war der Stärkste der Gruppe des Tages, wurde mit noch 15 zu fahrenden 15 Kilometern eingeholt und kurz danach an der vorletzten Welle abgehängt. Er beendete die Etappe auf Rang 36.

Kämna in der Gruppe des Tages

Erst nach 65 Kilometern löste sich die Gruppe des Tages. Zunächst gingen Kämna, Vervaeke und Gorka Sorarrain (Caja Rural – Seguros RGA). Der Belgier gewann die nächste Bergwertung, ließ sich dann aber vom Feld einholen. Dafür griffen Julius Johansen (UAE – Emirates – XRG), Samuel Boardman (Modern Adventure) und Mihael Stajnar (Pogi - Gusto - Ljubljana) an. Nach knapp 100 Kilometern machte dieses Trio aus der Spitzengruppe ein Quintett.

Mit rund zwei Minuten Vorsprung nahmen die Fünf die Hauptschwierigkeit des Tages in Angriff: den 10,3 Kilometer langen und durchschnittlich 7,7% steile U?ka (HC). Bergauf war der Deutsche der Stärkste. Mit noch 57 zu fahrenden Kilometern startete er ein Solo. Im Feld fand ein Ausscheidungsfahren statt, doch schon zur Mitte des Anstieges hatte der Leader Svarre mit Johannes Kulset lediglich einen Helfer dabei.

Das Streckenprofil der 4. Etappe des CRO Race | Foto: Veranstalter

Die 20 Punkte sicherte sich Kämna 57 Kilometer vor dem Ziel und 50 Sekunden vor Sorrarain. Die nur noch rund ein Dutzend Fahrer umfassende Favoritengruppe hatte auf den Spitzenreiter kaum Zeit gutgemacht. Weil die Explosion dort erst spät stattgefunden hatte, wie eine circa 20-köpfige Gruppe um Tom Wellens (UAE – Emirates – XRG) lediglich ungefähr zehn Sekunden Rückstand auf.

Auf die letzten 40 Kilometer ging Kämna mit 1:40 Minuten Vorsprung. Wenig später setzten sich Novak, Vervaeke und Martinez aus dem inzwischen deutlich größer gewordenen Peloton ab. Zehn Kilometer danach lag der Führende eine Minute vor seinen drei Verfolgern, an die De Gendt nach langer Solojagd kurz danach Anschluss fand.

Am 20-Kilometer-Banner lag Kämna lediglich ungefähr 30 Sekunden vor den Verfolgern. Auch das Feld wies nur 1:15 Minuten Rückstand auf. Mit noch 15,2 zu fahrenden Kilometern war es um den Spitzenreiter geschehen. Einen knappen Kilometer später musste er seine vier Gegner an einer kleinen, aber steilen Welle fahren lassen. Von da an ging es ausschließlich bergab, doch die Meute lag nur 30 Sekunden hinten.

Svarre bleibt vorn

Dieser Abstand wurde langsam kleiner. Als Martinez eingangs der letzten sechs Kilometer an einer weiteren Welle angriff, musste Novak passen. Weil vorn Uneinigkeit entstand, kam der Slowene 1,8 Kilometer vor dem Ziel aber zurück. Maisonobe hatte sich in der Abfahrt aus dem Feld gelöst und schaffte 500 Meter vor dem Ziel ebenfalls den Anschluss. Als Klassementfahrer eröffnete er schnell den Sprint, in dem De Gendt durch sein Pech alle Chancen einbüßte. So konnte Martinez ungefährdet zum Sieg spurten.

Im Klassement verteidigte Tobias Svarre (Uno-X Mobility) die Gesamtführung. Am schwersten Berg der Rundfahrt blieben ernst zu nehmende Angriffe aus. Auch danach wurde dem Dänen, der auf den letzten 55 Kilometer nur einen Helfer hatte, nicht schwer gemacht. Antonio Tiberi (Bahrain Victorious) bleibt mit vier Sekunden Rückstand Zweiter. Die einzige Veränderung in den Top Ten brachte De Gendt zuwege. Der Belgier ist der neue Zehnte. Herzog geht am Samstag als Achter auf die fünfte von sechs Etappen.

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