Ridley Falcn RS 2.0

Extrem leicht, extrem geschnitten

08.10.2026  |  Bei der Tour de France 2026 fuhr Uno-X-Profi Torstein Træen mit dem neuen Ridley Falcn RS 2.0 zu einem Etappensieg und ins Gelbe Trikot – dass die ungewöhnliche Geometrie jedenfalls im Spitzensport funktioniert, dürfte damit bewiesen sein. Der belgische Hersteller hat sich nämlich sein Topmodell in der Sparte „Aero-to-weight“ komplett überarbeitet und stellt mit dem RS 2.0 ein komplett neues Rad vor, das interessante Besonderheiten aufweist.

Der supersteile Sitzwinkel fällt optisch kaum auf, sorgt aber für eine deutlich verbesserte Positionierung.

Dreh- und Angelpunkt des neuen Rahmens ist der extrem steile Sitzwinkel, der nun über alle Größen hinweg 76° beträgt, während er sich beim alten Falcn RS zwischen 74,5° (Größe XXS) und 72,5° (XL) bewegte. Die Oberrohrlänge wurde praktisch nicht verändert; stattdessen verschiebt sich das Oberrohr sozusagen nach vorne, was zu einem progressiv wachsenden Reach (Sitzlänge) führt: Beim kleinsten Rahmen ist dieser noch praktisch unverändert, bei Größe M ist er bereits um 28 mm länger und beim größten Rahmen (L) sogar um 42 mm gewachsen.

Nach wie vor ist das Falcn top in Sachen Aerodynamik – auch wegen des leichten Cockpits.

Doch wie Ridley-Produktmanager Bert Kenens gegenüber Radsport-News ausführt, ist der „Reach“ bei dem neuen Rahmen nicht mehr so aussagekräftig. Denn das Konzept führt dazu, dass der komplette Körper des Fahrers in Relation zum Tratlager nach vorne verlagert wird. Dadurch wird eine Öffnung des Hüftwinkels erreicht, was gerade bei aerodynamischer Sitzhaltung wichtig für optimale Kraftübertragung ist.

Dank des geringen Rahmengewichts wiegt auch die SRAM-Force-Variante deutlich weniger als sieben Kilo.

Im Radsport ist das eigentlich nichts Neues, doch bislang war die Lösung, den Sattel in der Stütze so weit wie möglich nach vorne zu schieben und einen längeren Vorbau zu montieren. Mit der Geometrie des Ridley Falcn RS 2.0 ist das nun nicht mehr nötig; da ein normal langer Vorbau verwendet werden kann, können auch negative Auswirkungen aufs Handling vermieden werden.

Auch wenn der Reach des neuen Falcn deutlich gewachsen ist, ändert sich nichts bei der Vorbaulänge.

Neben der innovativen Geometrie ist auch das geringe Gewicht des neuen Modells ein spannender Aspekt. Der Rahmen wiegt in Größe M nur knapp über 700 Gramm, weist dabei aber nach wie vor aerodynamische Funktionsmerkmale auf. Die drei Standardmodelle, mit denen Ridley das neue Falcn RS 2.0 vorstellt, wiegen 6,2 kg (SRAM Red und AX Lightness Ultra SL – ca. 950 g), 6,65 kg (SRAM Force und Forza Skiron RSR – ca. 1.200 g) sowie 6,8 kg (Shimano Ultegra und Mavic Comete 50 – etwa 1.300 g). Die Preise der drei Builds liegen bei 12.499, 8.499 bzw. 7.499 Euro, wobei jeweils das leichte „Nimbus Pro“-Cockpit verbaut ist. Auch ein individueller Aufbau im Ridley-Konfigurator ist vorgesehen.

35 mm breite Reifen passen durch Gabel und Rahmen, womit die leichte Rennmaschine auch auf schlechten Strecken gefahren werden kann.

Klar ist: Sich zwischen Gewicht und Aerodynamik entscheiden zu müssen, ist mit diesem Rad endgültig vom Tisch. Und auf einen Kompromiss zwischen windschnittiger Körperhaltung und optimaler Kraftübertragung muss man auch nicht mehr eingehen.

ridley-bikes.com

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