Der große rsn-Gravelbike-Test - Teil 2, Rad 7

Trek Checkpoint SL6: Beweglicher Allround-Abenteurer

Von Wolfgang Preß

Foto zu dem Text "Trek Checkpoint SL6: Beweglicher Allround-Abenteurer"
| Foto: Trek Bicycle

05.08.2018  | 

Mit gleich sieben Modellen aus der neuen "Checkpoint"-Familie mischt Trek seit Frühjahr im weiter boomenden Gravel-Markt mit. Die drei Top-Bikes kommen mit Carbon-Rahmen, die Einsteiger-Graveller mit Alu-Rahmen gibt's in vier Versionen. Die Spanne reicht vom Checkpoint ALR4 mit Shimano-Tiagra-Gruppe für 1599 Euro bis zum Checkpoint SL6 mit Shimano Ultegra für 3799 Euro. Zudem sind die Rahmen-Sets in Alu und Carbon für 899 Euro und 1999 Euro erhältlich.

Wir waren mit Checkpoint SL6 unterwegs, das wie die übrigen
Carbon-Checkpoints mit Treks "IsoSpeed"-Dämpfungs-Technologie ausgestattet ist. Das 2012 zusammen mit Fabian Cancellara entwickelte System entkoppelt das Sattelrohr vom Oberrohr und ermöglicht dem Sattelrohr so, die Unebenheiten des Untergrunds gewissermaßen "wegzuschwingen" - eine Option, die gerade bei einem Gravelbike sinnvoll ist.

Und soviel vorweg: Die Dämpfung ist vor allem auf Schotter und (nicht allzu) unebenem Untergrund deutlich spürbar. Beim Beschleunigen, oder auch im Wiegetritt macht sich die Entkoppelung von Sattel- und Oberrohr jedoch nicht negativ bemerkbar.

Das vordere "IsoSpeed", das sich oben im Steuersatz befindet,
soll mit integrierten "IsoZone"-EVA-Pads bis zu 20 Prozent Vibrationen dämpfen. Dieser "Entkoppler" ermöglicht dem Gabelschaft eine gewisse Bewegungsfreiheit, und soll so für zusätzliche Nachgiebigkeit am Vorderbau sorgen.

Das ist in der Fahr-Praxis jedoch nicht so spürbar wie am Hinterbau. Das ebenfalls im Steuersatz verbaute "FutureShock"-System von Specialized funktioniert im Vergleich deutlich besser - ist durch die Feder-Elemente jedoch auch um einiges schwerer.

Die Performance der hydraulischen Shimano-Ultegra-Bremsen
mit den zusätzlich belüfteten "IceTech"-Disks überzeugt in allen Fahr-Situationen: Bestens dosierbar, mit hoher Standfestigkeit, auch auf längeren Abfahrten mit Gepäck.

Standardmäßig rollt das Checkpoint auf den vielseitigen Gravel-Reifen Schwalbe G-One im Format 35 mm, die selbst auf nassem Untergrund guten Grip bieten, aber trotzdem auf der Straße gut rollen (mit höherem Luftdruck). Prima auch die große Reifen-Freiheit: Der Rahmen kann Pneus mit einer Breite von 28 mm bis 45 mm aufnehmen. Top auch der "Paradigm"-Laufradsatz von Treks Hausmarke Bontrager: Leicht und trotzdem stabil, trägt er maßgeblich zur guten Beschleunigung bei.

Für Abenteurer hat das Checkpoint zahlreiche
Befestigungsmöglichkeiten für Schutzbleche, Gepäckträger und Flaschenhalter: An Gabel, Oberrohr, Sitzrohr und an beiden Seiten des Unterrohrs erleichtern diverse Gewinde-Ösen den Transport von viel Ausrüstung und diversen Trinkflaschen.

Schönes Detail: Der wertvolle Carbon-Rahmen wird an Unterrohr und Kettenstreben durch "Carbon Armor"-Einsätze gegen Steinschlag geschützt. Prima auch der der große Übersetzungsbereich des 50/34-Kettenblatts und der 11-34-Kassette. Selbst starke Steigungen mit Gepäck sind so gut machbar.

Einziger Kritikpunkt ist die Kabelführung: Die großen Bögen, die sich ergeben, weil die Kabel erst am Unterrohr in den Rahmen geführt werden, führen gern zu Knie-Kontakt, wenn man aus dem Sattel geht. Das wäre noch nicht so dramatisch - wenn sich nicht auch noch durch die Verlegung um das Steuerrohr herum Kabel an der Lenkerschelle verklemmen könnten: Durchaus hinderlich, wenn man sehr enge Kurven-Radien fahren muss - was zugegeben mit einem Gravelbike sicher nicht so häufig vorkommt wie etwa mit einem Mountainbike.

rsn-Bewertung: Das Checkpoint ist ein sehr vielseitiges Bike, geeignet von Gravel-Rennen über Bikepacking-Trips bis zur täglichen Fahrt zur Arbeit. Das Gewicht von unter acht Kilogramm läßt den Fahrer leichtfüßig beschleunigen, der gute Übersetzungsbereich nimmt Anstiegen den Schrecken, die Top-Bremsanlage dito bei Abfahrten - beides auch mit Gepäck, das an diversen Punkten befestigt werden kann. So fährt das Checkpoint SL6 mühelos in die Top 5 der bisher von radsport-news.com getesteten 20 Gravelbikes.

Die Daten
Rahmen: 500 Series OCLV, Carbon
Größen: 2XS - 2XL
Gabel: Carbon Disc, mit Gewinde-Ösen
Schaltgruppe: Shimano Ultegra
Kassette: Shimano Ultegra, 11 - 34 Z.
Kurbelsatz: Shimano Ultegra, 50/ 34 Z.
Bremsen: Shimano Ultegra Disc, IceTech, 160 mm (v, h)
Laufräder: Bontrager Paradigm Comp Disc, Tubeless Ready, 12-mm-Steckachsen
Reifen: Schwalbe G-One Allround, 700 x 35 C
Lenker: Bontrager RL IsoZone VR-CF; 31,8 mm
Vorbau: Bontrager Elite; mit Computer- und Lichthalterungen
Sattel: Bontrager Montrose Comp
Sattelstütze: Bontrager Ride Tuned, Carbon
Gewicht: 7,9 kg
Preis: 3799 Euro
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Weitere Informationen

Trek Bicycle Corporation
Trek Bikes Deutschland
Ulm

Fon: 0180 350 70 10
(Mo - Fr, 8:30 - 12:30, 13:30 - 17:30 Uhr)

Internet: www.trekbikes.com/de/de_DE/

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