Neues Buch - die packenden Finale legendärer und vergessener Rennen

“Flamme Rouge“: Im Tunnel der tausend Meter

Foto zu dem Text "“Flamme Rouge“: Im Tunnel der tausend Meter"
| Foto: Covadonga Verlag

29.06.2019  |  Die Flamme Rouge, der rote Teufelslappen, markiert die letzten tausend Meter einer Radrennstrecke. Ein unscheinbares Stück Stoff, aus dem oft dramatische Geschichten sind: Auf dem entscheidenden Stück der Rennstrecke werden Geschichten aller Couleur geschrieben, von triumphalen Siegen und tragischem Scheitern...

Nur noch verschwommen erinnert sich Simon Geschke an die letzten Meter
seines größten Tages auf dem Rennrad: „Das ist so, als ob man betrunken ist, man fährt wie durch einen Tunnel, ich habe alles nur gedämpft wahrgenommen. Mein Körper hat sich gegen jeden Tritt gewehrt. Die Beine haben zugemacht, nachdem ich über eine Stunde Vollgas gefahren war. Ab und zu habe ich ein paar deutsche Schreie im Publikum gehört.“

Und so schildert Fabian Wegmann den Moment des unverhofften Scheiterns: „Erst hörst du hinter dir die Motorräder und weißt, dass das Feld nicht mehr weit sein kann. Und dann siehst du das erste Vorderrad neben dir, und schlagartig bricht deine Leistung ein. Es ist vorbei...“

Fünf, sechs, sieben Stunden dauern
die berühmten Radrennen, die Klassiker wie Paris - Roubaix und die Etappen der Tour de France - doch die Entscheidung fällt meist erst im Finale, manchmal in Bruchteilen von Sekunden. Und so lückenlos die TV-Kameras das Geschehen auch inzwischen verfolgen: Was in solchen Augenblicken tatsächlich in den Köpfen der Fahrer vorgeht, bleibt Zuschauern und Reportern verborgen.

Daniel Lenz und Florian Summerer legen mit „Flamme Rouge“ nun ein schön gestaltetes, reich illustriertes Buch voller Interview-Porträts vor, die genau diesem Geheimnis einfühlsam auf den Grund gehen. Das Kölner Autoren-Duo hat mit zahlreichen Profis von einst und heute über jene Situationen gesprochen, die ein Radsportler unter allerhöchster Anspannung erlebt, mit schmerzenden Muskeln und voller Adrenalin:

Fabian Cancellara, Gerald Ciolek, Martin Elmiger,
Robert Förster, Simon Geschke, Hermann Jungbluth, Freddy Maertens, Christophe Mengin, Robert Millar, Leontien van Moorsel, Evaldas Šiškevidius, Didi Thurau, Alexander Winokurow und Trixi Worrack nehmen uns in „Flamme Rouge“ mit ins packende Finale legendärer und vergessener Rennen, lassen uns an ihrem Innenleben teilhaben und den Puls noch einmal in die Höhe schnellen.

Gespräche mit Fabian Wegmann, Ralf Grabsch und Hennes Roth über die Bedeutung der Flamme Rouge aus Sicht des sportlichen Leiters, Streckenplaners und Bild-Reporters runden diesen Band ab. Ein schön gestaltetes, reich illustriertes Buch über die atemberaubende Spannung der großen Radrennen - zum Mitfiebern, Mitleiden, Mitfühlen...

Die Autoren:
Daniel Lenz, 1974 geboren, ist Journalist und Autor sowie als Berater spezialisiert auf die Produkt- und Geschäftsmodell-Entwicklung von Verlagen. Für den Special-Interest-Zeitschriften-Verlag BVA BikeMedia (u.a. „RennRad“) leitet er die Rad-Clubs, darunter den "RennRad Cycling Club" (R2C2). Selbst fährt er seit über 20 Jahren Rennrad.
Florian Summerer, Jahrgang 1971, ist eigentlich Art-Direktor bei einer Tageszeitung. Aber er wollte schon immer wissen, wie es sich wohl so anfühlt, tatsächlich Rad-Profi zu sein und über die Straßen zu fahren, die auch ihm die Welt bedeuten, und sich dabei mit anderen zu messen. Deshalb nahm er an vielen Jedermann-Veranstaltungen der großen Radsport-Klassiker teil.
Weil er merkte, dass diese Erfahrungen nicht ganz an die der Berufsfahrer heranreichen, hat er diese einfach danach gefragt, wie es wirklich ist. Florian Summerer lebt in Köln und fährt Rad, wo immer es geht.

Daniel Lenz, Florian Summerer: Flamme Rouge.
Nur noch 1000 Meter – Rad-Profis erzählen ihre Schicksals-Momente. Covadonga Verlag, 2019; ISBN 978-3-95726-039-0, Hardcover, 272 Seiten, Format 24 cm x 16 cm, 71 überwiegend farbige Fotos, Preis 22 Euro

 
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