Der große rsn-Gravelbike-Test - Teil 4, Rad 4

Falkenjagd Aristos CX Gravel: Titanisch...

Von Wolfgang Preß

Foto zu dem Text "Falkenjagd Aristos CX Gravel: Titanisch..."
Die neue Version des Falkenjagd-Gravellers “Aristos“ mit Lauf-Gabel und zwei Zoll breiten Schotterreifen bringt die Vorteile des Titan-Rahmens nochmal stärker zur Geltung. | Foto: pressBureau.eu/ w preß

27.12.2019  |  "Leichter als Stahl, widerstandsfähiger als Carbon, komfortabler als Aluminium – gerade im Gelände kann das Edelmetall Titan seine Pluspunkte voll ausspielen", weiß Falkenjagd-Chef Andreas Kirschner. Und die neue Version seines Titan-Gravellers "Aristos" mit Lauf-Gabel und zwei Zoll breiten Schotterreifen bringt diese Vorteile nochmal stärker zur Geltung - soviel vorab.

Interessant ist das "SUV"-Konzept - dicke Reifen, massive Gabel -
des neuen Aristos im Vergleich mit Kirschners grazilem Speed-Gravel-Bike Rennstahl 853, das radsport-news.com als erstes Rad im vierten Teil unseres großen Gravelbike-Tests probefahren konnte. Mit 853 und Aristos stehen, wenn man so will, die entgegengesetzten Enden der mittlerweile großen Gravelbike-Skala auf der Straße, bzw im Gelände.

Hauptunterschied beim Aristos ist - neben den Reifen - die Gabel: Die "Lauf-Fork" des isländischen Ingenieurs Gudberg Bjornsson dämpft mit Blattfedern, und kommt ganz ohne bewegliche - damit verschleißanfällige - Teile aus. Mit 30 Millimetern Federweg ergibt sich zusammen mit den breiten, mit wenig Luftdruck gefahrenen Reifen eine wirklich erstaunliche Dämpfungswirkung auf grobem Untergrund.

Die recht steile Geometrie und der kurze Radstand
führen zu einer sportlichen Sitz-Position, die das Aristos agil, aber durch den steifen Titan-Rahmen gleichzeitig stabil machen. Der Druck aufs Pedal wird gut in Vortrieb umsetzt, da das Unterrohr für hohe Steifigkeit zum Steuerrohr hin hoch-oval, und Richtung Tretlager in einem voluminösen Quer-Profil ausgeführt ist.

Die Lenkung ist bauartbedingt vor allem bei langsamerer Fahrt allerdings etwas träge: Die spezielle Konstruktion der Gabel ergibt einen relativ langen Vorlauf, der einen kräftigen Einsatz am Lenker erfordert. Man gewöhnt sich jedoch schnell daran, und die Vorteile der Blattfederung überwiegen.

Die "Grit"-Gabel ist erstaunlich sensibel,
hat vor allem auf Schotter ihre Stärken, was zum Tempobolzen auf Waldwegen einlädt. Aber auch auf ruppigen, wurzeligen Pfaden und sogar auf leichteren Singletrails dämpft die "Grit" ordentlich was weg - und das mit einem echten Gewichts-Vorteil gegenüber herkömmlichen Tele-Gabeln.

Die zwei Zoll dicken, wenig profilierten G-One-Speed-Reifen halten auch bei losem Untergrund erstaunlich gut die Spur, vor allem wenn sie mit weniger Luftdruck gefahren werden. Lediglich beim Vortrieb im Gelände macht sich die geringe Profiltiefe bemerkbar. Wer also häufiger abseits von Schotter und Asphalt unterwegs ist, der sollte stärker profilierte Schlappen aufziehen lassen.

Die Details sind wie stets bei Andreas Kirschner
sinn- und liebevoll durchdacht ausgeführt: innenverlegte Bremszüge, FlatMount-Bremsaufnahmen, Steckachsen, Gewinde-Ösen für Gepäckträger, Schutzbleche, Seitenständer und drei Flaschenhalter. Top: die hohe Zulade-Kapazität von 165 Kilogramm.

Dann die Ausstattung: Vorbau und Sattelstütze aus Titan, Ultegra-2x11-Schaltung, leichte Tune-Naben, dito Carbon-Felgen, Acros-Steuersatz mit Lenkanschlag-Begrenzer, zuverlässige Ultegra-Hydraulik-Bremsen mit 180-mm-Scheibe vorn.

rsn-Bewertung: Ein wirklich titanisches Gravelbike: Beste Fahreigenschaften - dank der Lauf-Gabel bequem im Gelände, und dank der Reifen schnell auf Asphalt. Für ein Rad mit 30 mm Federweg recht niedriges Gewicht; etliche Titan-Teile mit tollem Finish, Top-Ausstattung, hohe Variabilität durch viele Gewinde-Ösen. Einziges Manko: der hohe Preis -  der jedoch seine Berechtigung hat, und der relativiert wird, folgt man Kirschners Konzept des "Lifetime-Bike", ein Rad fürs Leben...  

Die Daten:
Rahmen: Falkenjagd Titan
Gabel: Lauf Grit; Glasfaser-Carbon-Blattfeder, 30 mm Federweg
Rahmenhöhen: 47, 53, 55, 58, 61 cm
Gewicht: 9,7 kg
Zul. Gesamtgewicht: 165 kg
Schaltung: Shimano Ultegra 2 x 11, 11 - 34 Z.
Kurbelsatz: Shimano Ultegra, 175 mm, Pressfit-Lager, 50/ 34 Z.
Bremsen: Shimano Ultegra, hydr. Scheibenbremsen 180/ 160 mm
Laufräder: Rennstahl Carbon 27,5"; 584x30, 32 Sp.
Naben: Tune Princess (v)/ Tune Prince
Reifen: Schwalbe G-One Speed TLE, 50 mm
Vorbau/ Lenker: Falkenjagd Titan, 100 mm/ 440 mm
Sattel: Selle Italia SLR
Sattelstütze: Falkenjagd Titan
Preis: 7056 Euro (Testrad)
Besonderheiten: Steckachsen, Lenkeranschlag, Gewinde-Ösen (für 2 Flaschenhalter, Gepäckträger v, h; Schutzbleche, Ständer); Garantie fünf Jahre

 

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Weitere Informationen

Falkenjagd
A. & A. Kirschner Fahrrad-Manufaktur GbR
Rathausplatz 13
85748 Garching

Fon: 089 88 90 36 51

E-Mail: info@falkenjagd-bikes.com
Internet: www.falkenjagd-bikes.com

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