“Mehr Geschwindigkeit, mehr Distanz, mehr Herausforderung“ - erste Testfahrt

Specialized: “Das neue Diverge will mehr“

Foto zu dem Text "Specialized: “Das neue Diverge will mehr“"
rsn-Mitarbeiter Christoph Nelz hatte Gelegenheit, das neue Diverge zwei Tage lang rund um Girona zu testen. | Foto: Jojo Harper

21.05.2020  |  Im Jahr 1989 präsentierte Specialized das "RockCombo": Stahlrahmen, Rennlenker, 40 mm breite 26-Zoll-Reifen - damals "All-Terrain-Bike" genannt, und aus heutiger Sicht wohl das erste Gravelbike.

Über 30 Jahre später vermelden die Kalifornier zum Erscheinen
ihres neuen Schotterrads: "Das Diverge ist das leistungsfähigste Gravelbike, das wir je entwickelt haben. Geschwindigkeit, Kontrolle und Zuversicht auf jedem Terrain... Mit Leichtigkeit wechselst Du von endlosen Schotterpisten auf atemberaubende Singletracks und wieder zurück."

rsn-Mitarbeiter Christoph Nelz hatte Gelegenheit, diese Aussagen zwei Tage lang rund um Girona zu überprüfen. Hier sein Eindruck...

Auf zwei Runden von jeweils 60 km,
mit 800 und mit 1500 Höhenmeter, war ich mit dem Top-Modell des neuen Diverge unterwegs, dem S-Works, mit zwei verschiedenen 28-Zoll-Reifen: Einmal der "Pathfinder" mit 38 Millimetern Breite, dann der "Tracer" mit 42 Millimetern. Möglich sind Reifenbreiten bis 47 Millimeter, bei 27,5-Zöllern.

Zudem war das Bike mit einer Dropper-Stütze, also einer absenkbaren Sattelstütze ausgerüstet, die jedoch - soviel vorab - meiner Erfahrung nach bei einem Gravelbike nicht wirklich notwendig ist.

Absolut notwendig, und meiner Meinung nach
zukunftsweisend ist der neue 3D-gedruckte "Mirror"-Sattel: Er besteht aus 7799 Polymer-Verknüpfungen, die individuell angepasst werden können - und er ist besser als alles, was ich bisher gefahren habe.

Zum Rad: Es vermittelt einen sehr sicheren, gleichzeitig aber auch verspielten Eindruck. Selbst bei schnellen, turbulenten Abfahrten sowie kleinen Sprüngen und kontrollierten Drifts macht das Diverge unglaublich viel Spaß und treibt einem immer wieder ein Lachen ins Gesicht.

Der Flex der Sattelstütze ist deutlich sichtbar
(bei den Kollegen, die neben mir fahren), und auch deutlich spürbar. Auch mit den breiten Reifen hat das Rad einen sehr guten Antritt.

A propos Reifen: Selbst in steilen Passagen und technisch schwierigerem Gelände hatte ich keinerlei Probleme mit der Traktion. Die breiteren "Tracer" greifen naturgemäß noch besser als die "Pathfinder", die dafür auf festeren Untergründen flotter vorabkommen.

Die neue Geometrie gibt dem Fahrer sofort
das gute Gefühl, auf dem Rad bestens platziert zu sein. Der Reach wurde verlängert, was in einem kürzerem Vorbau resultiert, für mehr Kontrolle am Vorderrad. Auch der Lenkwinkel ist flacher, die Kettenstreben wurden verlängert. Der Tretlager-Drop wurde um fünf Millimeter auf nun 80 Millimeter erhöht - die größte Bodenfreiheit bei Gravelbikes am Markt.

Zu guter Letzt die neue Front-Dämpfung "Future Shock 2.0": Sie bringt mit 20 Millimetern Federweg in Steuerrohr spürbar mehr Komfort in die Lenkzentrale, und ist in den Top-Versionen des Diverge auch einstellbar. Vor allem in schnellen Schotter-Passagen und bei Geschwindigkeiten im Gelände über 30 km/h macht das Bike so gut gedämpft richtig Laune.

Praktisch ist die "Swat-Box" genannte
Unterbringunsmöglichkeit im vergrößerten Unterrohr: Sie nimmt wichtige "Kleinigkeiten" wie Regenjacke, Ersatzschlauch, Mini-Tool etc auf.

Angeboten wird das Diverge in nicht weniger als elf Versionen, dazu als Rahmen-Set: sechs Carbon-Rahmen, dreimal Alu-Rahmen mit Rennlenker, und zweimal Alu mit Flatbar und entsprechend angepasster Geometrie. Die Konfigurationen reichen über 1-fach-, 2-fach-, mechanische und elektronische Schaltgruppe.

Einstieg in die Carbon-Versionen ist das
Diverge Base
mit Future Shock 1.5, ohne einstellbare Dämpfung, Sram-Apex-Bremsen und 1×11-Apex-Schaltgruppe. Das Diverge Comp hat den höherwertigen Fact-9r-Carbon-Rahmen, Future Shock 2.0 mit einstellbarer Dämpfung, die 2×11-Shimano-GRX-Schaltgruppe und die Swat-Box. Das (getestete) Top-Modell S-Works Diverge kommt mit dem Fact11r-HiEnd-Carbon-Rahmen, Sram Red eTap AXS Elektronik-1×12-Schaltgruppe, Carbon-Laufrädern und Dropper-Post und ist auch als Rahmenset erhältlich.

Das Testrad: S-Works Diverge
Rahmen: Fact 11r Carbon, 998 Gramm (Rh 56)
Schaltgruppe: Sram Red eTap AXS 1 x 12, 42 Z.
Kassette Sram XG-1295 Eagle, 10 - 50 Z.
Bremsen: Sram Red Hydro, Discs: 160/ 160 mm
Laufräder: Roval Terra CLX, 25 mm/ 32 mm (B, H)
Reifen: Specialized Pathfinder Pro, 38 mm
Sattelstütze: X-Fusion Manic Dropper-Post, 50 mm Hub
Lenker: Easton EC70 AX Carbon, 420 mm
Vorbau: S-Works Future, 90 mm
Gewicht: 8,3 kg (Rh 56)
Preis: 9999 Euro

Hier ein ausführlicher rsn-Test der Vorgänger-Version des Diverge.

 

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Weitere Informationen

Specialized Germany GmbH
Holzkirchen-Föching

Internet: www.specialized.com/de

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