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radsport-news.com-Dauer-Praxis-Test

Pirelli Cinturato Gravel: Hart oder gemischt?

Von Wolfgang Preß

Foto zu dem Text "Pirelli Cinturato Gravel: Hart oder gemischt?"
der Pirelli Cinturato Gravel H | Foto: Pirelli

27.07.2021  |  Vor zwei Jahren präsentierte Pirelli auf der EuroBike die neue Reifen-Linie "Cinturato", mit Pneus für Cross und Gravel. Sie unterscheiden sich durch Laufflächen und Reifenbreiten, und definieren damit ihre Einsatzgebiete. radsport-news.com hatte die Modelle Cinturato Gravel H für harten Untergrund in 35 mm und Cinturato Gravel M für gemischte Böden in 40 mm seit Frühjahr auf verschiedenen Testrädern im Einsatz. Hier ein Resüme des Dauertests.

Für unterschiedliche Terrains hat
Pirelli unterschiedliche Laufflächen-Designs: ein kompaktes für harte Böden - Gravel Hard Terrain genannt - und ein aggressiveres mit höheren Profil-Blöcken in größeren Abstände,n für gemischte bis lockere Böden, genannt Gravel Mixed Terrain. Außerdem wurden zwei Reifen speziell für Querfeldein-Fahrer entwickelt, in der UCI-konformen Breite von 33 mm und mit dem geringen Gewicht von 380 Gramm. Alle Modelle und Größen sind tubeless-ready (TLR) und haben eine Aramid-verstärkte Karkasse.

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Ab in die Praxis, rauf auf den Schotter: Terrain des "Cinturato Gravel H" sind trockene und eher kompakte, auch steinige Böden. Sein Profil ist an der Lauffläche relativ geschlossen, für geringen Rollwiderstand, dazu kommen mäßig stark ausgeprägte Schulterstollen.

Der Cinturato Gravel Hard Terrain bietet
auf hartem Untergrund und mit hohem Luftdruck (maximal zulässig sind fünf Bar) gefahren einen sehr guten Leichtlauf und ein souveränes Fahrgefühl, auch in Kurven mit hoher Geschwindigkeit. Die Lauffläche hat ein niedriges Profil und zahlreiche Stollen - perfekt, um schnell zu fahren, aber nicht nur auf hartem, trockenem Untergrund, sondern auch, wie nach nach mehreren hundert Test-Kilometern festzustellen ist, auf jeder Art von befestigtem Boden.

Und zwar nicht nur unter trockenen Bedingungen, sondern auch bei Nässe und im Matsch - solange der nicht zu tief und die (Kurven-) Geschwindigkeit nicht zu hoch wird. Der Luftdruck sollte dann auf die minimal erlaubten drei Bar abgesenkt werden. Erstaunlich, wie gut der Reifen trotz seiner geringen Profiltiefe auch auf feuchten Untergründen hält. Selbst im Matsch beginnt er erst spät zu rutschen - aber hier ist nun mal Profiltiefe nur durch eines zu ersetzen: noch mehr Profiltiefe...

Nun zum Cinturato Gravel Mixed Terrain:
Er hat mehr Profiltiefe - und bietet dabei einen guten Kompromiss zwischen Leichtlauf und Aggressivität, "um jede Art von Terrain in Angriff zu nehmen", so Pirelli. Ein Reifen, der durchaus unterschiedliche Merkmale sinnvoll kombiniert: Abstand und Design der Profilblöcke eignen sich prima für gemischte Untergründe wie Waldböden und kompakte Wege, ob trocken oder nass.

Der Gravel M hat einen nahezu lückenlosen Mittelsteg, und er rollt daher, mit hohem Luftdruck gefahren (max 4,5 Bar)  auf festem Untergrund, auch auf asphaltierten Straßen, erstaunlich gut, trotz der eher hohen Sollen. Lieblings-Terrains des Gravel M ist allerdings Schotter, ob fein oder lose, neben feuchtem, lehmigem, gar matschigem Untergrund. Und die gute Selbstreinigung sorgt schon bei mäßigen Geschwindigkeiten für freie Stollen.

Die festen Schulterstollen bieten stets Top-Grip,
sie machen den Reifen auch im Grenzbereich gut kontrollierbar. Allerdings ist er durch den Mittelsteg eher auf Geradeauslauf ausgelegt; auf kompaktem Untergrund und Asphalt fehlt ihm daher bei schnellen Richtungsänderungen die Präzision. Der Gravel M verlangt hier eine zupackende Hand und gelegentliches Nachsteuern.

Mit beiden Reifen-Sätzen waren wir mehrere hundert Testkilometer auf unterschiedlichen Untergründen und bei ebensolchen Wetterbedingungen unterwegs - ohne eine einzige Panne. Der ideale Reifendruck liegt unserer Erfahrung nach beim Gravel M um drei Bar (je nach Fahrergewicht und Zuladung) - das ergibt eine gute Balance aus Grip, Eigendämpfung und Rollwiderstand. Beim Gravel H liegt der optimale Druck eher höher, um vier Bar - je nachdem, wie hoch der gefahrene Anteil an hartem bis sehr hartem Untergrund ist.

rsn-Bewertung: Der Pirelli Cinturato Gravel überzeugt in beiden Versionen durch seine Top-Performance - sowohl im anspruchsvollen, tieferen Gelände als auch auf harten Untergründen. Die gute Eigendämpfung, die Pannensicherheit und der gut einschätzbare Grenzbereich machen den Cinturato Gravel zu einer guten Wahl für Biker/innen, die auf verschiedenen Böden und bei jedem Wetter unterwegs sind.
Der
Gravel M ist dabei der Offroad-Spezialist, dessen Allround-Performance durch das eher grobstollige Profil etwas eingeschränkt wird. Der Gravel H ist ideal für Fahrer/innen, die festen Untergrund bevorzugen, und vergleichsweise wenig in schwierigerem Gelände unterwegs sind. Vor dem Kauf also die eigenen Vorlieben realistisch einschätzen - und entsprechend wählen... 

Pirelli Cinturato Gravel H
Größen
28 Zoll: 35 mm (410 g), 40 mm (480 g), 45 mm (550 g)
27,5 Zoll: 45 mm (510 g), 50 mm (540 g)
Preis: 45 bis 55 Euro (je nach Modell)

Pirelli Cinturato Gravel M
Größen
28 Zoll: 35 mm (430 g), 40 mm (500 g), 45 mm (570 g)
27,5 Zoll: 45 mm (520 g), 50 mm (550 g)
Preis: 45 bis 50 Euro (je nach Modell)

 

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Weitere Informationen

Pirelli & Cie. S.p.A.
Viale Piero e Alberto Pirelli, 25
Mailand
Italien

E-Mail: info@pirelli.com
Internet: velo.pirelli.com/de

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