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Wegen rassistischer Äußerungen

UCI suspendiert BDR-Sportdirektor Moster

Foto zu dem Text "UCI suspendiert BDR-Sportdirektor Moster"
Patrick Moster | Foto: Cor Vos

29.07.2021  |  (rsn) - Der Radsportweltverband UCI hat BDR-Sportdirektor Patrick Moster wegen dessen rassistischen Äußerungen im Olympischen Zeitfahren der Männer vorläufig suspendiert. Das teilte die UCI am Donnerstag in einer Presseerklärung mit. Wie es hieß, sei die UCI-Disziplinarkommission nach einer Prüfung des Vorfalls, bei dem der BDR-Sportdirektor zwei Fahrer aus Eritrea und Algerien als “Kameltreiber“ bezeichnet hatte, zu dem Schluss gekommen, dass “die Äußerungen von Herrn Moster diskriminierend waren“ und gegen den Artikel 12.4.017 (d) des UCI-Reglements verstießen.

“Diese Entscheidung gilt unbeschadet der endgültigen Entscheidung der UCI-Disziplinarkommission oder jeglicher Maßnahmen, die von Herrn Mosters Nationalverband, dem Bund Deutscher Radfahrer, getroffen werden“, fügte die UCI an und betonte nochmals, dass man “alle Formen von rassistischem und diskriminierendem Verhalten“ verurteile und “sich um Integrität, Vielfalt und Gleichberechtigung im Radsport“ bemühe.

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Nachdem sich Moster nach dem Rennen für sein Verhalten entschuldigt und ein Gespräch mit Alfons Hörmann, dem Vorsitzenden des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) geführt hatte, schien es zunächst, dass die Beleidigungen keine unmittelbaren Konsequenzen für den 54-Jährigen haben würden.

Dafür waren sowohl der DOSB als auch der BDR scharf kritisiert worden, unter anderem auch von Nikias Arndt, der von Moster mit den Worten “Hol die Kameltreiber! Hol die Kameltreiber! Komm!“ vom Streckenrand aus angefeuert worden war. Von diesem Verhalten zeigte sich Arndt “entsetzt“. Später meldeten sich auch Maximilian Schachmann, der zweite deutsche Starter, und Rick Zabel zu Wort und verurteilten Mosters Auftreten, Zabel äußerte auch sein Unverständnis über die Reaktion des Bundes Deutscher Radfahrer, der erst Mosters Rückkehr nach Deutschland abwarten und dann ein Gespräch mit ihm führen wollte.

Am Donnerstag kündigte der DOSB dann doch an, dass Moster die Spiele vorzeitig verlassen werde. “Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass seine öffentliche Entschuldigung für die gestern von ihm getätigte rassistische Äußerung aufrichtig ist. Mit dieser Entgleisung hat Herr Moster jedoch gegen die olympischen Werte verstoßen. Fairplay, Respekt und Toleranz sind für das Team D nicht verhandelbar“, sagte Hörmann dazu.

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