“Schade, dass ich nicht auf dem Podium stehe“

Pedersen: Gemischte Gefühle in Sanremo, aber bereit für Klassiker

Von Felix Mattis

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Mads Pedersen (Lidl - Trek, rechts) kommt auf der Via Roma im Sprint knapp nicht an den ausgerissenen Wout van Aert (Visma - Lease a Bike) und dessen dritten Platz heran. | Foto: Cor Vos

21.03.2026  |  (rsn) – Um ein Haar hätte das Überraschungs-Comeback von Lidl-Trek-Kapitän Mads Pedersen bei Mailand-Sanremo (1.UWT) auf dem Podium geendet. Der Däne war im Sprint des Verfolgerfeldes hinter den enteilten Tadej Pogacar und Tom Pidcock sowie Wout van Aert auf der Via Roma der Schnellste, konnte den rund 1,5 Kilometer vor dem Ziel erst weggefahrenen Belgier van Aert aber um wenige Meter nicht mehr abfangen und musste sich so mit Rang vier begnügen.

Nur kurz sprach Pedersen anschließend im Ziel mit dem dänischen Eurosport-Reporter Anders Mielke. "Es war schön und früher als erwartet", sagte er zu seinem Comeback. "Etwas schade, dass ich es nicht aufs Podium geschafft habe, aber es ist wie es ist", so Pedersen weiter, bevor er dann sofort um Mannschaftsbus am alten Bahnhof von Sanremo weiterrollte.

Ganz offensichtlich wollte sich der Däne erstmal sammeln, musste wohl auch die Gedanken etwas sortieren. Denn es liegt im Naturell des Weltmeisters von 2019, dass er mit allem anderen als einem Sieg nicht glücklich ist und so strahlte er auch nach der 'Primavera' zunächst Unzufriedenheit aus. Dabei gab es dazu an diesem Samstagnachmittag wirklich keinen Anlass, und das realisierte Pedersen nach einigen Minuten im Kreise seiner Mannschaft dann wohl auch endgültig.

Nach der verdienten Dusche nämlich klang der 30-Jährige, der sich am 4 Februar auf der 1. Etappe der Valencia-Rundfahrt Schlüsselbein und Handgelenk gebrochen und erst am Mittwochabend mit dem Team die Entscheidung zum Sanremo-Start getroffen hatte, deutlich gelöster.

"Das war unglaubliche Arbeit von allen! Überhaupt, so hinter mir zu stehen nach fast sechs Monaten ohne Rennen und sechs Wochen nach der OP, dann voll für mich zu fahren und im Finale so zu arbeiten, das ist wirklich unglaublich", feierte Pedersen da seine Mannschaft. "Das zeigt, wie gut diese Jungs sind und wie sehr sie an mich glauben. Das bedeutet mir viel mehr, als sie glauben werden!"

Ciccone wollte Pogacar folgen – "War einfach unmöglich"

Pedersens Teamkollegen hatten ihren Kapitän bei der 'Classicissima' tatsächlich eindrucksvoll unterstützt. Schon in der Anfahrt zur Cipressa positionierten sie den Dänen gut und so konnte er dort im Anstieg etwas Kraft sparen, während Pogacar oder auch Mathieu van der Poel und van Aert nach ihrem Sturz zunächst noch Boden gutmachen mussten.

Trotzdem konnten die Lidl-Mannen das Unverhinderbare nicht verhindern: Als Pogacar die von allen erwartete Attacke lancierte, konnten nur Pidcock und van der Poel folgen. Pedersen und Co. verloren den Anschluss. "Der Plan war, dass ich versuche, dranzubleiben", erzählte Giulio Ciccone nach dem Rennen am Eurosport-Mikrofon, dass er den Pogacar-Angriff neutralisieren sollte. "Ich habe es versucht, es war aber einfach unmöglich. Dann habe ich den Plan komplett geändert, um Mads zu helfen. Wir haben als Team einen guten Job gemacht", so der Italiener.

Nach der Cipressa jagte Lidl – Trek das Pogacar-Pidcock-van-der-Poel-Trio in Richtung Poggio. Zu fünft war die deutsche Mannschaft noch im Verfolgerfeld vertreten, kein Team hatte mehr Fahrer noch dabei. Andrea Bagioli, Matteo Sobrero, Mathias Vacek und Giulio Ciccone gaben Vollgas, um den Rückstand zur Spitze nochmal von fast 30 auf etwa 15 Sekunden zu verkürzen.

Lidl – Trek jagte Pogacar, Pidcock und van der Poel in Richtung Poggio

Am Poggio aber ging die Lücke dann wieder weiter auf und die Entscheidung fiel zugunsten von Pogacar und Pidcock – bevor unten in Sanremo auch van Aert noch mit einem späten Solo-Angriff wegfuhr, um sich den dritten Podestplatz zu sichern. Pedersen war im Sprint des 40-Mann-Feldes auf der Via Roma zwar der Schnellste, wurde aber insgesamt eben trotzdem 'nur' Vierter.

Für den Dänen schien das im ersten Moment ein 'nur'' zu sein, seine Mannschaft aber sah das anders: "Mads ist nach einem schweren Sturz und ohne Vorbereitungsrennen in die Top 5 gefahren – Chapeau an ihn", lobte Ciccone.

Mit etwas Abstand dürfte das Rennen auch Pedersen selbst vor allem Auftrieb geben in Richtung der weiteren Klassiker. Denn nachdem er am Freitagnachmittag bei der Teampräsentation in Pavia noch sagen musste, dass er nicht genau sagen könne, wie konkurrenzfähig er sei, so hat er die Antwort darauf nun eindrucksvoll gegeben: Für die flämischen Klassiker und sein großes Ziel Paris-Roubaix scheint er bereit zu sein!

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