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20.03.2026 | (rsn) – Genau 45 Tage nachdem er sich auf der 1. Etappe der Valencia-Rundfahrt sein Schlüsselbein und das Handgelenk gebrochen hat, kehrt Mads Pedersen (Lidl – Trek) am Samstag ins Peloton zurück – und das gleich beim ersten Monument der Saison, Mailand-Sanremo (1.UWT). Der Weltmeister von 2019 war am Donnerstag die große Überraschung in Sachen Startliste für die 'Primavera' und wird entsprechend im Rennen über 298 Kilometer von Pavia nach Sanremo die große Unbekannte sein.
"Ich weiß es auch nicht. Am liebsten würde ich ganz klar antworten: 'Ja, ich werde im Finale dabei sein!' Aber das kann ich nicht wissen", sagte Pedersen am Freitagnachmittag in der Mixed Zone am Rande der Teampräsentation in Pavia mehrmals zu diversen Medien auf die immer wieder gleiche Frage, was man von ihm erwarten könne.
"Ich hoffe natürlich, dass ich dabei sein werde und ich werde mein Allerbestes geben – und dann werden wir sehen. Aber es ist eben etwas anderes, im Training oder im Rennen zu fahren. Deshalb weiß ich selbst nicht, was ich erwarten kann. Es waren sechs Monate mit nur einem halben Renntag."
Für Pedersen und sein deutsches Team Lidl – Trek geht es am Samstag in Ligurien vor allem darum, dass er wieder eine Startnummer anpinnt und die rund 300 Kilometer im Rennbetrieb absolviert. "Ich muss in den Rhythmus kommen, wenn ich ordentliche Klassiker fahren will", erklärte er. Das große Ziel heißt Paris-Roubaix und wartet am 12. April.
Nachdem Pedersen am 4. Februar in Valencia zu Fall gekommen war, schien der geplante erste Saisonhöhepunkt zu platzen. Zehn bis zwölf Wochen werde es dauern, bis er wieder voll einsatzfähig sein würde, hieß es zunächst. Pedersen aber gab nicht auf, saß daheim sehr früh schon wieder auf der Rolle – anfangs sogar noch mit den Armen im Verband – und gab alles, um fit zu bleiben.
Das scheint gelungen zu sein: Der 30-Jährige erholte sich deutlich schneller als erwartet und verlor durch seinen eisernen Willen, auf dem Heimtrainer zu sitzen, auch weniger Fitness als erwartet.
"Ein bisschen habe ich mich schon auch selbst überrascht. Das hier hätte ich nicht erwartet, als ich vor sechs Wochen auf dem Boden lag", gab er nun in Pavia zu, erzählte aber auch von einem sehr guten Reha-Verlauf: "Ich habe absolut keinen Schmerz mehr und das medizinische Team war sehr strikt mit den Bewegungen, dem Handgelenk und so weiter. Ich musste in der Lage sein, sicher Rad zu fahren, bevor sie mir erlaubt haben, auf der Straße zu trainieren. Die Reha fürs Handgelenk lief sehr gut und das Schlüsselbein ist ja sowieso leicht repariert – Platte rein und man ist bereit."
Die Entscheidung, dass er in Pavia am Samstagvormittag am Start steht, fiel erst am Mittwochabend. Zehn Tage ist es erst her, dass Lidl-Trek-Teamchef Luca Guercilena am Rande von Tirreno-Adriatico bestätigt hatte, dass die 'Classicissima' für Pedersen wohl zu früh kommen werde. Die Hoffnung lag darauf, dass der Däne vielleicht zum E3 Preis am kommenden Freitag oder bei Gent-Wevelgem am 29. März zurückkehren würde – oder auch erst zur Flandern-Rundfahrt am Oster-Sonntag.
Pedersen selbst aber hoffte die ganze Zeit, dass es mit Sanremo noch klappen würde. Als dann Jonathan Milan zu Wochenbeginn krank wurde, nachdem der Italiener in San Benedetto del Tronto am vergangenen Sonntag noch die Schlussetappe von Tirreno-Adriatico (2.UWT) gewonnen hatte, ergab sich plötzlich die Möglichkeit.
"Ich will Rennen fahren, und in dem Moment, als ich vom Team und den medizinischen Mitarbeitern das 'Go' bekommen habe und Joni auch noch krank wurde, so dass ein Platz frei war, dachten wir: Wir haben nichts zu verlieren, wieso versuchen wir es also nicht?", erzählte Pedersen und ordnete seine Ambitionen noch einmal ein – am Ende seiner Interviews in Pavia auch noch mit einem Hoffnungsschimmer für seine Fans:
"Ihr wisst, dass ich immer Rennen fahre, um zu gewinnen. Manchmal muss man seine Erwartungen etwas anpassen und das hier ist sicher so ein Rennen jetzt. Aber gleichzeitig wäre ich auch nicht hier, wenn ich nicht den Glauben daran hätte, ein gutes Ergebnis holen zu können."
Erwarten darf man von Pedersen im ersten Rennen nach seiner Zwangspause also nichts, erhoffen aber vielleicht doch. Und ganz zum Abschluss seiner Interview-Runde, mit der letzten Mixed-Zone-Frage, die in Richtung Rennverlauf und -taktik abzielte, blitzte auch durch, dass sich Pedersen tatsächlich nicht nur mit dem Thema 'Finishen' auseinandergesetzt hat.
Denn das Thema Windrichtung – erwartet wird, anders als in den beiden letzten Jahren, Gegenwind an der Cipressa und auf dem Flachstück danach in Richtung Poggio, was eine frühe Attacke von beispielsweise Tadej Pogacar erschweren würde – kommentierte er verschmitzt wie folgt: "Vielleicht ist es so etwas leichter, am Hinterrad zu bleiben - ich beschwere mich jedenfalls nicht über den Gegenwind…"
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