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08.10.2026 | (rsn) – Premiere bei den Gravel-Weltmeisterschaften: Erstmals finden die Titelkämpfe jenseits des europäischen Kontinents statt. Wenn am 10./11. Oktober in den Elite- und Age-Group-Kategorien in Nannup im australischen Bundesstaat Western Australia um Medaillen gekämpft wird, haben allerdings nicht alle qualifizierten Fahrerinnen und Fahrer die Chance dabei zu sein.
“Ein zu hoher Aufwand verbunden mit immensen Kosten“, wie Clara Koppenburg (Tudor) RSN auf Anfrage mitteilte. “Das steht in meinen Augen in keinem Verhältnis“, meinte die 31-Jährige, die sich in den vergangenen Wochen gleich mit mehreren Top-Ten Platzierungen bei Rennen der UCI Gravel World Series in bestechender Form zeigte.
“Das ist halt nicht so wie eine WM auf der Straße, wo der Verband zahlt“, so Kloppenburg, die damit auf die Entscheidung von German Cycling anspielte, deutsche Athleten bei der WM finanziell nicht zu unterstützen. “So bleibt es entweder an den Athleten oder den Teams hängen und kleinere Teams wie wir haben dann einfach nicht die Ressourcen.“
Gingen bei den ersten vier Austragungen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern die Regenbogentrikots ausschließlich an europäische Straßenprofis, dürfte sich die Crème de la Crème der Gravelspezialisten auch aufgrund des Streckenprofils in Down Under größere Chancen ausrechnen.
Allen voran Europameister Mads Würtz Schmidt (Dänemark) sowie die deutsche Traka-Siegerin Rosa Köser sind diejenigen, die es zu schlagen gilt. Während Titelverteidiger Florian Vermeersch (Belgien) sich ebenfalls ohne die Unterstützung des heimischen Verbandes auf die lange Reise begab, steht die Weltmeisterin von 2025, Lorena Wiebes (Niederlande), nicht am Start.
Neben Würtz Schmidt müssen in der 102 Starter umfassenden Männerkonkurrenz dessen Specialized-Teamkollegen Matt Beers (Südafrika) und Keegan Swenson (USA) als Medaillenkandidaten gehandelt werden. Auch Paul Voß (Deutschland) und Lukas Pöstlberger (Österreich) dürfen sich nach dem bisherigen Saisonverlauf berechtigte Hoffnungen aufs Podium machen.
Bei den Frauen wird insbesondere ein niederländisches Trio versuchen, Klöser das Leben so schwer wie möglich zu machen. Geerike Schreurs, immerhin schon mit vier Saisonsiegen, Larissa Hartog und Marianne Vos, Gravel Weltmeisterin von 2024, haben allesamt das Potenzial, um aus dem 54-köpfigen Frauenfeld heraus zu gewinnen. Komplettiert wird der Kreis der Favoritinnen von Sofia Gomez Villafane (Argentinien) sowie den Australierinnen Nicole Frain und Tiffany Cromwell, alle drei könnten dafür sorgen, dass der WM-Titel erstmals nicht nach Europa geht. Für Straßenprofi Cromwell (Canyon - SRAM) wird es zugleich das letzte Rennen ihrer 16-jährigen Karriere sein.
Auch wenn im Vergleich zur ersten Jahreshälfte die letzten Monate recht holprig verliefen, ist neben Klöser unter den deutschen Starterinnen am ehesten Nele Laing eine vordere Platzierung zuzutrauen. Romy Kasper, in der vergangenen Wochen in herausragender Form und damit ebenfalls mit Chancen auf eine vordere Platzierung, kann aus familiären Gründen nicht starten.
Der WM-Kurs unterscheidet sich erheblich von den Profilen der vergangenen Austragungen in Italien und Belgien. Mit Start und Ziel in Nannup, das auch durch das Gravelrennen “SEVEN“ bekannt ist, geht es für die Elite-Klasse der Frauen in nord-östlicher Richtung über eine 125,6 Kilometer- für die Männer über eine 144 Kilometer Runde. Insgesamt 85 Prozent führen über Schotter durch Wälder, Farmland und die Hügellandschaft des Blackwood Valley.
Das Profil samt Zielrunde bei den UCI Gravel Weltmeisterschaften der Elite-Männer | Foto: Veranstalter
Nachdem alle Rennen mit Start im Grange Road Race Village zunächst über neun Kilometer Asphalt führen, beginnen sich danach die kurzen, steilen Anstiege unaufhörlich aneinanderzureihen. Insgeasmt geht es 13 Mal zwischen einem und drei Kilometer Länge bergauf, so dass die Männer in Summe 3713, die Frauen 3179 Höhenmeter sammeln.
Der Kurs sei insgesamt wenig technisch, wie Carolin Schiff RSN nach der ersten Streckenbesichtigung mitteilte. “Es ist größtenteils gut rollender Schotter auf 'pea gravel', wie er hier genannt wird. Der ist relativ lose und hat kleine Steine, wobei man dann schon aufpassen muss, dass man in den Kurven nicht die Traktion mit dem Vorderrad verliert“, nannte sie eine lauernde Gefahr des Untergrundes.
Das Profil samt Zielrunde bei den UCI Gravel Weltmeisterschaften der Elite-Frauen | Foto: Veranstalter
Zurück in Nannup müssen die Athleten vor dem Ziel noch eine mit zwei Anstiegen selektive 27-Kilometer-Schleife absolvieren. Nach rund drei Rennstunden dort angekommen, wird spätestens auf diesem Abschnitt die Vorentscheidung über den WM-Titel fallen. /p>
Die UCI Gravel-Weltmeisterschaften können am 10. und 11. Oktober live jeweils ab 4 Uhr bei discovery+ verfolgt werden.
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