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02.05.2026 | (rsn) – Jeweils mit Favoritensiegen endeten die Rennen von “The Traka 360“ im spanischen Girona. Während sich bei den Frauen Rosa Klöser (Canyon – SRAM – zondacrypto) über 325 Kilometer und 4150 Höhenmeter durchsetzte, triumphierte bei den Männern Mads Würtz Schmidt (Specialized Off-Road Team).
Sowohl Klöser als auch Würtz Schmidt dominierten die Konkurrenz mit langen Solofluchten von 90 beziehungsweise 100 Kilometern. Die 29-jährige Deutsche ließ bei ihrem ersten Sieg bei “The Traka“ im Duell der WorldTour-Profis die Vorjahreszweite Axelle Dubau-Prévot (EF Education – Oatly / +12:53) hinter sich, auf Rang drei fuhr Geerike Schreurs (Specialized Off-Road Team / +18:29) ein. Jade Treffeisen (Canyon x DT Swiss / +54:31) wurde Siebte.
Hinter dem 32-jährigen Würtz Schmidt, der bereits seinen fünften Saisonsieg feiern konnte, landete der Franzose Hugo Drechou (Gravel Nation) auf dem Silberrang, gefolgt vom Teamkollegen des Siegers, Matt Beers (+11:30). Der Deutsche Gravelmeister Paul Voß ((AUTSAID x Rose Bikes), der Würtz Schmidt und Romain Bardet (Factor Racing) als die haushohen Favoriten benannt hatte, fuhr auf Augenhöhe mit dem Franzosen ein starkes Rennen und landete nur 30 Sekunden hinter dem Tour-de-France-Zweiten von 2016 auf Platz sechs (+12:47).
Und wäre die Anfangsphase etwas entspannter für Voß verlaufen, hätte möglicherweise noch mehr für ihn herausspringen können. "Ich hatte früh technische Probleme und musste zweimal Löcher zufahren. Das hat schon viel Energie gekostet", schilderte er RSN seinen missglückten Start. "Ich hatte aber einen guten Tag erwischt und konnte als Einziger mit Mads an der mittleren Gebirgskette mitfahren. Da habe ich mir aber ein wenig die Finger verbrannt und konnte dann mit Mads und Hugo (Drechou), der von hinten kam, nicht mehr mitgehen."
Als dann zehn Kilometer vor dem Ziel die Bardet-Gruppe an herankam, war der Tank aber vollends leer. Letztendlich fehlten dem Rostocker nur 1:16 Minuten zum Podium. "Ich kann aufgrund der Umstände sehr zufrieden mit mir sein. Ich bin auf einem guten Weg, auch mit 40 noch", verabschiedete sich ein müder Voß.
Klöser, die 2024 den “Unbound“ gewonnen hatte, war neben Vorjahressiegerin Karolin Migon, Morgan Aguirre (beide PAS Racing) und Schreurs als Top-Favoritin ins Rennen gegangen und wurde ihrer Rolle gerecht.
“Ich hatte heute wirklich gute Beine und konnte schon am ersten Anstieg merken, dass ich mich wirklich, wirklich gut fühlte“, sagte sie im Ziel-Interview. An einem darauffolgenden langen Anstieg, an dem sie bereits mit Dubau-Prévot an der Spitze des Rennens lag, ging sie dann in die Offensive. “Als ich sah, dass Gee (Schreurs) wieder zu Axelle und mir zurückkommen wollte, entschied ich, dass es jetzt Zeit war“, erinnerte sie sich an ihre siegbringende Attacke.
Nach dem Männerrennen zeigte sich Europameister Würtz Schmidt sichtlich stolz, in seiner Wahlheimat nach seinem Triumph auf der 200er-Strecke im Vorjahr nun auch die “große Schwester“ gewonnen zu haben. “Vielleicht kann ich jetzt mit Traka abschließen“, meinte der Däne, der auch erklärte, warum es ein so besonderes Rennen für ihn sei. “Ich wohne in Girona, es ist ein wunderschöner Kurs, der super anspruchsvoll und sehr technisch ist. Das Rennen hat alles und man muss ein kompletter Fahrer sein, um hier ein gutes Rennen zu fahren.“
Schon am Samstag geht das Gravel-Festival in Girona mit “The Traka 200“ weiter. Dann auf einer zwar kürzeren Distanz, auf der aber auch die Deutschen gute Chancen auf weitere Erfolge haben.