Motivation und Fokus schon “nach Hause geflogen“

EM-Silber: Vollering “mental nicht mehr ganz bei der Sache“

Von Kevin Kempf

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Demi Vollering präsentiert ihr drittes Edelmetall aus internationalen Zeitfahrmeisterschaften. | Foto: Cor Vos

07.10.2026  |  (rsn) – Viermal rollte Demi Vollering dieses Jahr von einer Zeitfahrrampe, viermal lag sie im Ziel hinter Marlen Reusser. Bei der EM in Slowenien war das nicht anders, aber immerhin reichten die 23 Sekunden Rückstand auf die Schweizerin zur Silbermedaille; das dritte Edelmetall, das sie im Kampf gegen die Uhr bei internationalen Meisterschaften erringen konnte.

“Ich habe wirklich alles gegeben, daher bin ich mit diesem zweiten Platz sehr zufrieden“, erzählte die Weltranglistenerste auf der Pressekonferenz. “Reusser in einem Zeitfahren zu schlagen, ist schwer. Das haben wir schon früher gesehen“, fügte Vollering an. 

Und damit hatte die Niederländerin Recht. Denn neunmal nahmen die beiden es in den letzten sieben Jahren in Zeitfahren miteinander auf. Als Siegerin trat Vollering aus diesem Duell nur einmal hervor – beim ersten Aufeinandertreffen, dem Prolog des luxemburgischen Festival Elsy Jacobs (2.1).

Und so war Vollering zwar zufrieden mit dem Ergebnis, nicht aber mit dem, was der Wattmesser angezeigt hatte. “Nach dem Straßenrennen in Kanada am Sonntag sind die anderen Fahrerinnen nach Hause geflogen. Und um ehrlich zu sein, glaube ich, dass meine Motivation und mein Fokus da mitgeflogen sind“, scherzte sie. 

Doch der Gedanke dahinter war nicht komisch, denn Vollerings Saison war lang, Mitte Februar hatte sie in Valencia erstmals eine Nummer auf dem Rücken. Knapp acht Monate später scheint der Ofen bei ihr aus zu sein. “Die Zeit schien sich quälend langsam hinzuziehen. Ich war mental nicht mehr ganz bei der Sache", so die 29-Jährige.

Zeit für Urlaub hat die Südholländerin aber trotzdem noch nicht. “Es steht mir noch ein ziemlich ereignisreicher Monat bevor. Zuerst verbringe ich ein paar Tage mit dem Team. Danach geht es für Specialized nach Kalifornien“, verriet Vollering. Erst dann kann sie die Beine baumeln lassen. “Dieses Jahr mache ich eine etwas längere Winterpause. Das wird mir guttun. Anschließend beginnt die Vorbereitung auf die neue Radsportsaison. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr.“

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