Spanier freut sich über WM-Bronze im Zeitfahren

Castroviejo will in Norwegen nach dem Regenbogentrikot greifen

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Jonathan Castroviejo wurde in Doha WM-Zeitfahrdritter. | Foto: Cor Vos

13.10.2016  |  (rsn) – Nicht nur Tony Martin strahlte bei der Siegerehrung des WM-Einzelzeitfahrens der Männer. Auch Jonathan Castroviejo durfte sich gestern in Doha zu den Gewinnern rechnen. Mit Rang drei, 1:10 Minuten hinter dem überragenden Deutschen, bestätigte der Spanier nicht nur seine Goldmedaille von den Europameisterschaften in Plumelec, sondern bescherte seinem Heimatland bei den 80. Welt-Titelkämpfen auch die erste Medaille.

Zudem konnten sich die spanischen Fans über die erste WM-Zeitfahrmedaille seit elf Jahren freuen: 2005 holte Ivan Gutierrez in Madrid beim Sieg von Michael Rogers Silber. Danach folgte eine lange Durstrecke, die erste der 29-jährige Castroviejo mit seiner gestrigen Bronzemedaille beendete.

Dabei begann das Jahr alles andere als vielversprechend für den Movistar-Profi. Bei einem Zusammenstoß mit einem Zuschauer nach der Königsetappe der Algarve-Rundfahrt brach Castroviejo sich den sechsten Halswirbel und das Handgelenk. Er musste zwei Monate eine Halskrause tragen. Erst zur Tour de Suisse kehrte Castroviejo zurück.

"Ich hatte mit dem schweren Crash einen sehr schwierigen Saisonstart, aber dafür lief es in der zweiten Hälfte viel besser“, sagte Castroviejo und verwies auf seinen vierten Platz im Olympischen Zeitfahren von Rio, Rang zwei im langen Zeitfahren der Vuelta und den Europameistertitel in seiner Spezialdisziplin. "Für mich ist das jetzt noch ein kleines Geschenk“, fügte er mit Blick auf die WM-Bronzemedaille an.

Vielleicht war der dritte Platz in Doha doch mehr als nur ein kleines Geschenk, denn der Hochgeschwindigkeitskurs von Doha war nicht unbedingt prädestiniert für das Leichtgewicht aus dem baskischen Getxo.

"Mir gibt dieses Resultat viel Selbstvertrauen für die Zukunft. Ich war die ganze Saison über beständig […], so dass ich wusste, dass ich hier sehr stark sein würde, auch wenn der Kurs nicht so toll für einen Fahrer wie mich war“, erklärte Castroviejo, der sich bei der kommenden WM mehr ausrechnet.

"Zum Glück hat der Kurs nächstes Jahr in Norwegen ein ansteigendes Finale. Das wird mir helfen, näher ans Regenbogentrikot ranzukommen“, schob er gleich noch eine Kampfansage an Tony Martin nach.

Das Gesetz der Serie spricht auch noch für Castroviejo: Denn nach den Plätzen 22 (2012), 14 (2013) und Zehn kam er im vergangenen Jahr als Vierter im WM-Zeitfahren von Richmond erstmals in die Nähe des Podiums. Mit der Bronzemedaille im Gepäck wird er 2017 in den Kampf um Gold eingreifen.

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