Démare und Bouhanni bei der WM chancenlos

L´Equipe: Ein "Großes Fiasko" für die Franzosen

Foto zu dem Text "L´Equipe: Ein
Nacer Bouhanni im WM-Straßenrennen | Foto: Cor Vos

17.10.2016  |  (rsn) - Wo waren eigentlich die Franzosen im WM-Straßenrennen von Doha? Einen Tag nach den Titelkämpfen und dem erneuten Triumph von Peter Sagan sind die Mannschaften aus Belgien, Italien, Norwegen, Großbritannien und – durch die nationale Brille betrachtet – Deutschland aufgrund des Rennverlaufs in aller Munde.

Eine große Nation fällt dabei aber komplett durch das Raster – schlicht, weil sie praktisch nicht existent war: Frankreich, das mit neun Startern antrat und mit Arnaud Démare und Nacer Bouhanni sogar zwei potenzielle Sieganwärtern in den eigenen Reihen hatte. Doch beide blieben 257,3 Kilometer lang praktisch unsichtbar. Démare kam nicht ins Ziel, Bouhanni belegte nur Rang 32. Die Sportzeitung L'Équipe sprach danach von einem "großen Fiasko".

"Es ist eine große Enttäuschung", bilanzierte Bouhanni selbst seinen Auftritt. Im Prinzip war das Rennen der Franzosen - ähnlich wie für die Deutschen - nach 80 Kilometern vorbei. Dort lag der Wendepunkt mit wechselnden Windverhältnissen und der Gefahr von Windkanten. Das alles war bekannt, das französische Team verpennte die Situation dennoch komplett. "Ich war an einer der letzten Positionen in der ersten Gruppe. Beim Versuch, den Kontakt herzustellen, explodierte ich – und es war vorbei", gab der Cofidis-Star zu.

Bouhanni fand sich in der zweiten Verfolgergruppe wieder, Démare sogar nur in der dritten - ein jähes und frühes Ende aller Titelhoffnungen. Einzig der als Helfer vorgesehene William Bonnet erwischte die richtige Gruppe. Der 34-jährige Routinier landete schließlich auf einem respektablen achten Platz – was ihn aber nicht weiter zu interessieren schien. "Der Titel wäre möglich gewesen", sagte Bonnet mit Blick auf seine Sprintkollegen Bouhanni und Démare.

Bouhanni fuhr das verlorene Rennen zumindest noch zu Ende (+5:26). Der Rest der Franzosen stieg wegen Aussichtslosigkeit aus. Ein Debakel.

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