Mollema bei der Vuelta a San Juan vor Gesamtsieg

Rui Costa beendet am Alto Colorado seine Durststrecke

Von Daniel Brickwedde

Foto zu dem Text "Rui Costa beendet am Alto Colorado seine Durststrecke"
Rui Costa (UAE Abu Dhabi) gewinnt die Königsetappe der Vuelta a San Juan | Foto: Cor Vos

28.01.2017  |  (rsn) - Freude und Erleichterung bei Rui Costa und seinem Team UAE Abu Dhabi. Auf der Königsetappe der 35. Vuelta a San Juan sicherte der Portugiese seiner Mannschaft den ersten Saisonsieg und sich persönlich den ersten Erfolg nach einer Durststrecke von 19 Monaten.

Nach 162,4 Kilometern von Chimbas zur Bergankunft am Alto Colorado verwies Costa Rodolfo Torres (Androni-Giocattoli, +0:03) und Ricardo Escuela (Agrupacion Virgen De Fatima, +0:07) auf die Plätze. Der bisherige Spitzenreiter Ramunas Navardauskas (Bahrain-Merida) musste sein Führungstrikot an Bauke Mollema (Trek-Segafredo) abgeben.

"Ich denke, ich habe diesen Sieg verdient, weil ich so lange darauf warten musste", erklärte Costa auf der Pressekonferenz nach dem Rennen und fügte an: "In der Gesamtwertung um die vorderen Plätze zu kämpfen und zweite und dritte Plätze zu holen, ist eine Sache, aber gewinnen ist noch was ganz anderes. Endlich wieder einen Sieg zu erzielen und das auch noch zu einem so frühen Zeitpunkt in der Saison, das beruhigt mich."

Es war die einzige Bergetappe der diesjährigen Vuelta a San Juan und als entscheidende Herausforderung hatten die Organisatoren eine Ankunft am 2.565 Meter hohen Alto Colorado auserkoren. Ein Anstieg, mit nur 4,4 Prozent Steigung nicht besonders steil, aber mit 15 Kilometern Länge zäh wie Gummi. Für eine Selektion im Feld reichte es trotzdem.

Den letzten Kilometer erreichten Costa, Torres und Mollema mit wenigen Radlängen Vorsprung auf einzelne Verfolger. Und mit Costa setzte sich der stärkste und cleverste Fahrer des Trios am Ende durch. Der Weltmeister von 2013 hielt sich lange zurück, zog im richtigen Moment am schwächelnden Mollema vorbei und ließ ansonsten Torres die Arbeit verrichten. Seinem Antritt 200 Meter vor dem Ziel hatte der Kolumbianer schließlich nichts mehr entgegenzusetzen.

"Eine Bergankunft bei 2.500 Metern ist ein echter Test für die Beine. Es gab einige knifflige Momente, aber ich wusste früh, dass ich ein gutes Resultat erreichen könnte. Und auf dem letzten Kilometer war mit klar, dass ich der Stärkste war", beschrieb der 30-jährige Costa den Weg zum Ziel.

Die Bergankunft brachte auch der Gesamtwertung eine neue Struktur. Mollema nutze seine gute Ausgangsposition durch Platz zwei im Zeitfahren am Vortag und setzte sich an die Spitze des Klassements. Allerdings konnte der Niederländer auf den letzten Metern nicht mehr das Hinterrad seiner Begleiter halten und wurde noch auf Platz fünf (+0:12 Sekunden) durchgereicht. Der bisherige Führende  Navardauskas erreichte das Tagesziel als Zwölfter (+1:07) und fiel im Klassement auf Platz sieben (+0:52) zurück.

"Es war eine herausfordernde Etappe mit einem hohen Tempo über den ganzen Tag. Das Schwerste war jedoch die Höhe von 2.500 Meter. Am Ende wurde es wirklich hart für mich, aber glücklicherweise reichte es, um das Trikot zu übernehmen", freute sich Mollema. In die beiden abschließenden Flachetappen geht er dennoch mit einem recht komfortablen Vorsprung von 14 Sekunden auf Oscar Sevilla (Medellin) und 16 Sekunden auf Torres, womit er beste Aussichten auf den Gesamtsieg hat.

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