UCI hielt Meldung wegen Teampräsentation zurück

Pirazzi und Ruffoni positiv - Reverberi fürchtet um Bardiani

Foto zu dem Text "Pirazzi und Ruffoni positiv - Reverberi fürchtet um Bardiani"
Nicola Ruffoni (Bardiani-CSF) steht unter Dopingverdacht | Foto: Cor Vos

05.05.2017  |  (rsn) - Nachdem seine beiden Fahrer Stefano Pirazzi und Nicola Ruffoni in Folge positiver Dopingtests von Ende April vom 100. Giro d’Italia ausgeschlossen worden sind, fürchtet Bardiani-CSF-Manager Bruno Reverberi nicht nur um den Verbleib seiner restlichen sieben Fahrer bei der heute auf Sardinien beginnenden Italien-Rundfahrt, sondern auch um den Fortbestand seines Rennstalls.

"Ich weiß, dass die Organisatoren unter Druck stehen, uns nach Hause zu schicken, aber es ist nicht der Fehler des Teams. Wenn jemand beweisen kann, dass ich meinen Fahrern geraten habe, das zu tun (zu dopen), dann kann ich meine Lizenz zerreißen", sagte der 75-jährige Reverberi der Gazzetta dello Sport, die als erste die Meldung vom positiven Dopingtest, den Pirazzi und Ruffoni am 25. und 26. April bei Kontrollen außerhalb des Wettkampfs abgegeben hatten, gestern Abend veröffentlicht hatte.

Erst danach war der Radsportweltverband UCI mit einer bestätigenden Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gegangen. Zuvor war das vollständige Bardiani-Aufgebot noch zur Team-Präsentation in Alghero zugelassen worden, obwohl alle Beteiligten bereits informiert waren. "Die UCI hat sich entschlossen, ihre Pressemitteilung erst abends rauszuschicken, um die Partyatmosphäre der Teampräsentation nicht zu verderben“, erklärte Reverberi, der angab, seine Fahrer zur Rede gestellt zu haben: "Pirazzi schwieg, Ruffoni sagte, er könne nicht erklären, was passiert sei, dass er weitere Test machen, dass er sich einen Anwalt nehmen werde. Es ist alles Müll, den ich schon oft gehört habe. Das, was zählt, sind die UCI-Tests“, ließ der Italiener keinen Zweifel daran, dass er seine Landsleute für schuldig hält, auch wenn die B-Proben noch ausstehen.

Bardiani-CSF droht nun eine kollektive Sperre von 15 bis 45 Tagen, die gemäß des UCI-Regelwerks dann ausgesprochen wird, wenn zwei oder mehr Fahrer eines Teams innerhalb von zwölf Monaten Dopingvergehen nachgewiesen werden. Für Reverberi eine schwer zu ertragende Vorstellung, zumal er sich keines Vergehens für schuldig sieht.

“Was hat das Team mit diesen Fällen zu tun? Wir haben interne Vereinbarungen, die von den Fahrern unterschrieben wurden. Sie wissen, dass sie gefeuert werden, wenn sie positiv sind“, sagte Reverberi und dachte auch laut über seinen Rücktritt nach: "Ich möchte aufhören. Radsport ist meine Leidenschaft. Ich bin 75 Jahre alt und das ist mein 36. Giro d’Italia. Welchen Unterschied macht es da für mich, ob wir eine weitere Etappe gewinnen oder nicht?“

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