Kolumbianer der schnellste Mann des 100. Giro

Gaviria hat bei seinem Grand Tour-Debüt einen Lauf

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Fernando Gaviria (Quick-Step Floors) | Foto: Cor Vos

19.05.2017  |  (rsn) - Kein Zweifel, Fernando Gaviria (Quick-Step Floors) ist der überragende Sprinter des 100. Giro d’Italia. Nach seinem gestrigen Coup in Reggio Emilia kommt der Grand Tour-Debütant auf nunmehr drei Etappensiege - das sind schon jetzt genauso viele, wie André Greipel (Lotto Soudal) bei der letztjährigen Austragung der Italien-Rundfahrt gelangen. Dennoch sträubte sich der 22-jährige Kolumbianer im Ziel, die Lorbeeren entgegenzunehmen und erklärte, dass der zwölf Jahre ältere Deutsche der beste Sprinter im Feld sei. Dabei verwies Gaviria auf Greipels lange Siegesliste, die dieser im Laufe seiner Karriere angesammelt habe.

Doch der hoch veranlagte Südamerikaner hat keinen Grund, sich hinter Greipel zu verstecken. Nach einem etwas holperigen Beginn mit Rang zwölf zum Auftakt, kam Gaviria schnell ins Rollen und sicherte sich nach einem vierten Platz auf der 2. Etappe bereits am dritten und letzten Tag auf Sardinien seinen ersten Tagessieg bei einer großen Rundfahrt. Es folgten zwei Tage später der nächste Etappenerfolg, dann Rang zwei auf der 7. Etappe sowie am gestrigen Donnerstag der dritte Sieg.

“Ich hätte nie gedacht, dass ich bei meinem Grand Tour-Debüt einen solchen Lauf habe. Ich habe auf einen Etappensieg gehofft, aber jetzt drei zu haben ist weit mehr, als ich erwartet hatte“, strahlte Gaviria.

Dabei musste er zwischenzeitlich etwas bangen, denn 15 Kilometer vor dem Ziel wurde sein Anfahrer Maximiliano Richeze durch einen Reifenschaden gestoppt und musste bei Tempo 55 eine rasante Aufholjagd starten, die der Argentinier aber erfolgreich abschloss. Im Finale verfügte Richeze dann noch über genügend Reserven, um seinem Kapitän den Sprint perfekt zu lancieren. Gaviria trat 150 Meter vor dem Ziel an und verwies Jakub Mareczko (Wilier-Triestina) und Sam Bennett (Bora-hansgrohe) mit deutlichem Vorsprung auf die Plätze.

“Ich war etwas besorgt, als Max Platten hatte, weil das Finish nahte und das Feld wirklich schnell unterwegs war. Natürlich war ich erleichtert, als er zurückkam, weil Max für mich sehr wichtig ist“, lobte der Etappensieger seinen Helfer, mit dem er mittlerweile ein perfekt eingespieltes Gespann bildet. “Ich möchte ihm und dem ganzen Team meinen großen Dank aussprechen, sie waren heute wunderbar und ich hätte nicht mehr verlangen können.“

Am heutigen Freitag bietet sich Gaviria sogar die Chance auf einen vierten Sieg, wenn es in Tortona zum letzten Massensprint dieses Giro kommen wird. “Bis jetzt war es ein hartes Rennen, aber ich fühle mich gut und das ist wichtig“, zeigte er sich zuversichtlich, mit einem weiteren Erfolg seine Führung in der Punktewertung noch ausbauen zu können. Zudem bestätigte Gaviria, dass er im Gegensatz zu einigen anderen Sprintern den Giro auf jeden Fall bis zum Ende fahren wird.

“Ich habe es bereits gesagt und werde es wiederholen: Ich möchte bis nach Mailand kommen, nicht nur, um das Maglia Ciclamino zu gewinnen, sondern auch, um Bob (Jungels) für seine Arbeit in den bisherigen beiden Wochen so viel wie möglich zurückzugeben“, kündigte Gaviria an.

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