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03.07.2018 | (rsn) – Das Kribbeln ist schon da. Schließlich steht mit der 105. Tour de France das Saisonhighlight schlechthin auf dem Programm. Nur noch wenige Tage trennen die Radsportwelt vom Grand Départ in der Vendée. Drei Wochen lang berichtet radsport-news.com mit Liveticker, Ergebnisberichten, Hintergrundinformationen und einem Podcast von der Frankreich-Rundfahrt.
Als kleinen Vorgeschmack präsentieren die Mitglieder der Redaktion ihre Tipps für den Gesamtsieg, die weiteren Wertungstrikots und die Mannschaftswertung. Außerdem verraten wir, auf welche Etappe wir uns besonders freuen. Im dritten Teil behandeln wir die Frage nach dem Gewinner des Grünen Trikots.
PETER SAGAN
Wie kann man bei der Frage nach dem Grünen Trikot nicht auf Peter Sagan tippen? Der Slowake gewann seit 2012 bei jeder seiner Teilnahmen das begehrte Trikot, nur letztes Jahr kam ihm der viel diskutierte Tour-Ausschluss dazwischen. Gerade deshalb wird Sagan 2018 besonders motiviert sein, mit seinem sechsten Triumph in dieser Sonderwertung mit Rekordhalter Erik Zabel gleichzuziehen, der Grün zwischen 1996 und 2001 quasi abonniert hatte. Der dreifache Weltmeister punktet auf fast allen Etappen, sowohl im Massensprint als auch als Ausreißer auf den mittelschweren Tagesabschnitten. Sollte er Paris erreichen, kann das Grüne Trikot für ihn nur die logische Folge sein.
(Eric Gutglück)
Der Bora-Kapitän wird alles daransetzen, die Vorjahres-Pleite vergessen zu machen. Sein Zorn wird noch immer einigermaßen tief sitzen, auch wenn er dies abstreitet. Der Kurs ist genau seiner: Sagan kann beispielsweise auch auf dem Roubaix-Abschnitt und an der Mûr de Bretagne vorn dabei sein, während die meisten übrigen Sprinter ohne Punkte bleiben. Hinzu kommt, dass die übrigen Anwärter wie Michael Matthews, André Greipel, Arnaud Démare, Alexander Kristoff und Marcel Kittel in dieser Saison teils erhebliche Formdefizite zeigten. Wirklich konstant ist zumindest keiner von ihnen gewesen. John Degenkolb dürfte an das Grüne Trikot gar nicht zu denken wagen, und Fernando Gaviria muss erst mal die Tour zu Ende fahren.
(Guido Scholl)
Peter Sagan nimmt wieder seine gewohnte Trikotfarbe in Frankreich an und gewinnt die Punktewertung. Mit seiner Vielseitigkeit sammelt er entscheidend Punkte auf Etappen, wo seine Konkurrenten keine oder nur wenige Zähler mitnehmen. Allerdings könnte sein Vorsprung in diesem Jahr geringer ausfallen, Fahrer wie Michael Matthews oder Fernando Gaviria wandeln auf seinen Spuren.
(Daniel Brickwedde)
Was ihm im vergangenen Jahr aufgrund des fälschlich erfolgten Ausschlusses nach der 4. Etappe verwehrt blieb, wird der Weltmeister diesmal nachholen. Sagan ist der vielseitigste unter den Sprintern, kann sowohl auf den Flachetappen, den hügeligeren Abschnitten und natürlich auch auf der Roubaix-Etappe, die über 22 Kilometer Kopfsteinpflaster führt, punkten. Zudem verfügt er im Gegensatz etwa zum ähnlich veranlagten Fernando Gaviria über die nötige Erfahrung, um das sechste Grüne Trikot seiner Karriere zu holen.
(Matthias Seng)
Zweimal hintereinander wird Peter Sagan nicht vom Pech verfolgt sein. Deshalb ist er für mich der größte Favorit auf das Grüne Trikot. Michael Matthews bleibt nur der zweite Platz.
(Joachim Logisch)
Nach seiner Disqualifikation im Vorjahr wird der Weltmeister mit der gehörigen Portion Wut im Bauch an den Start gehen. Der 28-jährige Slowake hat in der Zwischenzeit jedoch nichts von seiner Vielseitigkeit verloren. Auch wenn sich mit Fernando Gaviria ein vielseitiger Konkurrent aufdrängt, hat Sagan immer noch die Klasse und Erfahrung, sich dieses Jahr sein sechstes grünes Trikot zu sichern.
(Lukas Kruse)
MARCEL KITTEL
Auf Sagan setzen, das kann jeder. Fernando Gaviria wäre wegen seiner Bergfestigkeit genau wie Michael Matthews ein starker Herausforderer für den Weltmeister im Kampf um die Punktewertung - aber eben genau das: ein Herausforderer. Matthews hat zwar bei der Tour de Suisse schon wieder das Abräumen von Zwischensprints geübt, trotzdem aber gegen Sagan den Kürzeren gezogen. Doch die Tour 2018 bietet auch den reinen Sprintern eine gute Chance. Bis zu acht Massensprints könnte es geben - viele Chancen für Marcel Kittel und Co., Punkte gut zu machen. Auch wenn das Jahr für ihn bislang nicht perfekt verlief: Bei der Tour ist Kittel immer in Form. Er holt Grün. Versprochen.
(Felix Mattis)
ANDRÉ GREIPEL
Das Grüne Trikot gewinnt: André Greipel. Ähnlich wie früher ein Erik Zabel wandelt sich der Lotto Soudal-Kapitän auch immer mehr zum hügelfesten Allrounder. Bei den flachen Sprints wird er sich womöglich schwertun, aber gegenüber Sagan zumindest Punkte gutmachen. In diesem Jahr hat Greipel zudem auf anspruchsvollen Etappen mit einer offensiven Fahrweise geglänzt. Zeigt er dies auch bei der Tour, so kann er auf den schweren Etappen die Verluste gegenüber Sagan in Grenzen halten und sich mit einem Spitzenergebnis auf den Champs Elysees auf den letzten Metern noch das Grüne Trikot sichern. Wichtig ist: Greipel braucht für eine gute Tour einen freien Kopf. Deshalb wäre es für ihn wichtig, wenn sich seine sportliche Zukunft bis zur Tour geklärt hätte.
(Christoph Adamietz)
DYLAN GROENEWEGEN
Der beste Sprinter diese Tour wird Dylan Groenewegen. In den Massenankünften zu Beginn der Saison bewies Groenewegen, dass er auf flachem Terrain momentan der stärkste Sprinter ist. Außerdem zeigte die Konkurrenz um Marcel Kittel, Andre Greipel und Arnaud Démare in den letzten Wochen keine überzeugenden Vorstellungen. Ob er das Grüne Trikot gewinnt, ist eine andere Frage. Aber mit Michael Matthews, Fernando Gaviria und Peter Sagan gibt es dieses Jahr drei bergfeste Sprinter, die sich auf anspruchsvollen Etappen die Punkte streitig machen. Und bei insgesamt acht flachen Sprintankünften gibt es genug Gelegenheiten, sich einen Vorsprung herauszufahren.
(Felix Schönbach)
FERNANDO GAVIRIA
Der kolumbianische Sprinter in den Reihen von Quick-Step Floors wird seinen Stempel in den Sprints gleich bei seiner ersten Teilnahme aufdrücken. Auch wenn zuletzt sein Timing bei der Tour de Suisse alles andere als perfekt war, so verfügt er über einen guten Sprinterzug und ähnlich wie die letzten Gewinner Peter Sagan und Michael Matthews kann er auch in den Bergen in Fluchtgruppen gehen und um die Punkte sprinten. Allerdings wird der pfeilschnelle Mann aus La Ceja sowieso schon in der ersten Woche so viele Zähler sammeln, dass sich Sagan und Matthews diese Mühen sparen können.
(Peter Maurer)
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