“Bei Paris - Nizza sollen die Besten starten“

Wagner noch nicht in der Form, um Greipel zu helfen

Von Christoph Adamietz

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André Greipel (Arkea Samsic, re.) und sein Anfahrer Robert Wagner - bei Paris-Nizza werden sie nicht gemeinsam im Einsatz sein| Foto: Cor Vos

09.03.2019  |  (rsn) – Auf ausdrücklichen Wunsch von André Greipel wechselte Robert Wagner im letzten Winter mit dem Top-Sprinter zum französischen Zweitdivisionär Arkéa Samsic und sollte dort den Anfahrer des dreimaligen Deutschen Meisters geben. Doch beim ersten Saisonhöhepunkt Paris – Nizza muss Greipel in Frankreich auf Wagners Dienste verzichten. Der gebürtige Magdeburger startet stattdessen am Sonntag beim italienischen Eintagesrennen GP Larciano (1.HC).

Für Wagner war das eine logische Entscheidung. Denn nach seiner schweren Kreuzbandverletzung im vergangenen Sommer befindet sich der 35-Jährige noch immer ein Stück entfernt von seiner Bestform. “Ich will nicht nur nominiert werden, weil ich der Kumpel von André bin, sondern durch Leistung meinen Platz verdienen. Das konnte ich bisher nicht. Da es für uns auch noch um die Tour-Wildcard geht, sollen auch die besten Fahrer des Teams bei Paris – Nizza starten, und da zähle ich aktuell nicht dazu“, sagte Wagner in seiner gewohnt offenen Art gegenüber radsport-news.com. "Mich an den Start zu schicken und dafür bessere Jungs daheim zu lassen, das bringt keinem was", fügte er an.

Dazu kommt noch, dass Wagner am Dienstag bei Le Samyn stürzte und sich dabei am Knie verletzte. Letztlich war es nur eine "Schrecksekunde“, denn abgesehen vom Materialschaden und dem vorzeitigen Rennende kam er glimpflich davon. “Ich bin auf jeden Fall renntauglich“, sagte Wagner.

Derzeit hält sich Wagner mit seinen Teamkollegen in Montecatini Terme auf, um sich auf das morgige Rennen vorzubereiten. Vom Profil her nicht wirklich eines für Wagner. Denn die ersten 90 Kilometer des GP Larciano sind zwar relativ flach, doch dann ist auf einer vier Mal zu befahrenden Runde jeweils ein zweigeteilter, zehn Kilometer langer Anstieg zu meistern.

“Wenn man in die Siegerliste schaut, sind da nur Bergfahrer oder zumindest Hügelfahrer vorne zu finden. Aber es ist wie es ist“, meinte Wagner. Da Arkéa Samsic am Sonntag bei gleich drei Rennen im Einsatz ist, tritt der Rennstall nicht mit der Bestbesetzung in Italien an. "Wir haben hügelfeste Fahrer dabei, aber keinen absoluten Favoriten. Es wäre schön, wenn einer vorne präsent ist und um einen Top Ten Platz kämpfen könnte.“

Nach dem Rennen wieder ins Trainingslager

Favorisiert sind Fahrer wie Oscar Gatto, Maximilian Schachmann (beide Bora – Hansgrohe), Eduard Prades (Movistar), Krists Neilands (Israel Cycling Academy), Marco Canola (Nippo Vini Fantini), Francesco Gavazzi (Androni), Enrico Battaglin (Katusha – Alpecin), Michael Albasini (Mitchelton – Scott), David Gaudu und Thibaut Pinot (beide Groupama - FDJ).

An Montecatini Terme hat Wagner allerdings gute Erinnerungen. Dort fand vor fünfeinhalb Jahren die Straßen-WM statt, wo er mit dem damaligen Belkin-Team am Mannschaftszeitfahren teilnahm und eine starke Leistung ablieferte. "Es kommt mir vor, als wäre es erst 14 Tage her. Da hatte ich ein paar Tage nach der Vuelta die Form meines Lebens.“ Davon ist Wagner in diesen Märztagen ein gutes Stück entfernt. Deshalb absolviert er auch den schweren GP Larciano und bezieht mit seinen Teamkollegen anschließend noch ein fünftägiges Trainingslager in Italien, um sich auf die weiteren Einsätze vorzubereiten.

Dann wird sich auch zeigen, ob Wagner Ende des Monats bereit sein wird für Rennen wie die Katalonien-Rundfahrt oder die Settimana Coppi e Bartali. “Ich brauche am besten Rennen, die schwer sind, aber machbar. Ich probiere auf jeden Fall weiter in Form zu kommen, ich mache meine Hausaufgaben, mache definitiv Schritte. Aber es ist unheimlich schwer, zumal die anderen über den Winter über nicht geschlafen haben“, schloss Wagner.

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