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19.07.2019 | (rsn) - Die Tour de France ist lang. Da gibt es nicht nur gute Tage, sondern auch, um es mit den Worten von Thibaut Pinot auszudrücken: die "Sch**ßtage“. So einen erlebte der Franzose aus dem Team Groupama - FDJ kurz vor dem Ruhetag auf dem Weg nach Albi, als Windkantenattacken das Feld auseinanderrissen und ihn aus seiner guten Platzierung in der Gesamtwertung wehten.
1:40 Minuten verlor er auf viele Mitfavoriten auf dieser vom Profil her einfachen Etappe. Ein Desaster, mit dem Pinot auch am folgenden Ruhetag noch öffentlich haderte. Zumindest war er nicht alleine in seinem Schicksal, denn zu seiner Gruppe zählten mit Rigoberto Uran (EF Education First) und Richie Porte (Trek - Segafrdo) weitere hochgehandelte Namen für die Gesamtwertung.
Es gibt allerdings eben auch die guten Tage bei einer Tour de France. Und ausgerechnet die im Wind von Albi Geschlagenen meldeten sich im Einzelzeitfahren der 13. Etappe rund um Pau mit guten Leistungen zurück. Uran erreichte als bester aus dem Trio Platz vier, mit 36 Sekunden Rückstand auf Tagessieger und Spitzenreiter Julian Alaphilippe (Deceuninck-Quick-Step). Porte folgte einen Rang dahinter (+0:45) und Pinot beendete das Zeitfahren als Siebter (+0:49).
Das wirkte sich auch in der Gesamtwertung aus: Pinot verbesserte sich von Platz zehn auf sieben (+3:22), Uran von zwölf auf acht (+3:54) und Porte immerhin von 19 auf Position 15 (+4:44). Das Trio ist also wieder in Schlagdistanz zu den Spitzenplätzen.
Kruijswijk springt aufs Podium
"Ein sehr gutes Zeitfahren“, sagte Pinot direkt nach dem Zieleinlauf bei Eurosport: "Ich war mit meinem Gefühl auf dem Rad sehr zufrieden. Ich spürte, dass ich viel Kraft hatte. Ich bin mit den Besten dabei. Zeitfahren ist nicht meine Spezialität, aber das zeigt, dass ich in Form bin.“ Ebenfalls gut schlug sich der Niederländer Steven Kruijswijk (Jumbo-Visma), der als viertletzter Fahrer ins Rennen ging und zwischenzeitlich an den ersten beiden Messpunkten sogar die Bestzeit setze. Im letzten, flacheren Abschnitt ging ihm jedoch etwas die Kraft aus. Platz sechs im Tagesklassement (+0:45) brachte ihm dennoch den Sprung auf Position drei in der Gesamtwertung (+2:12) ein.
Vor ihm liegen Alaphilippe und Geraint Thomas (Ineos), der sich erwartungsgemäß als Etappenzweiter am besten unter den Klassementfahrern schlug und 14 Sekunden Rückstand auf den Franzosen aufwies. Ordentlich verkauften sich zudem Enric Mas (Deceuninck - Quick-Step, +0:58), Jakob Fuglsang (Astana, +1:07) und der Ravensburger Emanuel Buchmann (Bora - hansgrohe, +1:19).
Die Kriterien für einen "Sch**ßtag“ erfüllten dieses Mal andere Fahrer. Der im Endeffekt doch recht hügelige Kurs mit vielen Kurven sah die guten Kletterer im Vorteil, einige mussten dennoch unerwartet große Rückstände auf den 27,5 Kilometer hinnehmen. Movistar-Teamchef Eusebio Unzue hatte vor der Etappe noch geschätzt, ein Rückstand von 45 Sekunden auf Thomas wäre ein gutes Ergebnis für Nairo Quintana. Am Ende verlor sein Schützling allerdings satte 1:36 Minuten auf den Waliser. In der Gesamtwertung fiel der Kolumbianer auf Platz neun zurück, 3:55 Minuten hinter Alaphilippe, 2:29 Minuten hinter Thomas.
Adam Yates bleibt hinter den Erwartungen zurück
Noch größer fielen die Zeitrückstände für Adam Yates (Mitchelton - Scott, +2:08), Dan Martin (Team UAE, +2:06) und Romain Bardet (Ag2r, +2:26) aus. Insbesondere Yates hatte man ein besseres Ergebnis zutrauen können. Beim Critérium du Dauphiné vor der Tour landete er bei einer vergleichbaren Zeitfahrpüfung noch auf Platz sechs. "Es war eine hartes Zeitfahren. Zunächst lief es ziemlich gut, aber dann verlor ich hier und da fünf oder zehn Sekunden. Es war nicht mein bestes Zeitfahren", sagte der Brite. Sein Sportlicher Leiter Matt White bestätigte ebenfalls: "Was die Gesamtwertung betrifft, haben wir etwas mehr Zeit verloren, als wir uns gewünscht hätten. Es bleibt aber sehr eng." Yates fiel auf Platz zehn zurück und hat nun 3:55 Minuten Rückstand.
Der 28-jährige Bardet, ohnehin nicht mit Zeitfahrqualitäten gesegnet, entschied sich hingegen als einziger der großen Namen unterwegs zum Radwechsel für den flacheren zweiten Streckenabschnitt. Großen Effekt hatte der Wechsel nicht.
"Heute haben wir leider vom ersten Hügel an gesehen, dass es überhaupt nicht rund lief. Sein Kraftmangel in den schwierigen Abschnitten war offensichtlich. Heute waren es die Beine, wir hätten irgendein Rad wählen können und das Resultat wäre dasselbe gewesen. Leider ist das kein gutes Zeichen für die Pyrenäen“, sagte sein Sportlicher Leiter Julien Jurdie. Bardet liegt in der Gesamtwertung derzeit nur auf Platz 17, über drei Minuten hinter einem Podiumsplatz.
Kein desaströses, aber auch kein wirklich zufriedenstellendes Resultat erzielte Egan Bernal (Ineos, +1:36), der Platz drei in der Gesamtwertung gegen Position fünf tauschen (+2:52) und die Führung in der Nachwuchswertung an Mas abgeben musste. Damit fiel er auch deutlich hinter Teamkollege Thomas zurück, die beiden trennen nun 1:26 Minuten im Klassement.
Das Zeitfahren von Pau hat einige Verschiebungen in der Gesamtwertung gebracht – nun gibt es einige Fahrer, die auf den kommenden Bergetappen etwas gutzumachen haben.
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