Kolumbianer wünscht aber keinen Rollentausch

Bernal: “Wir haben keinen richtigen Leader“

Von Peter Maurer

Foto zu dem Text "Bernal: “Wir haben keinen richtigen Leader“"
Egan Bernal (Ineos) | Foto: Cor Vos

22.07.2019  |  (rsn) – Er war der designierte Kapitän für den Giro d’Italia 2019, den er dann aufgrund einer Verletzung verpasste. Schon bei der letztjährigen Tour gehörte er zu den besten Kletterern und den wichtigsten Helfern für den ersten Toursieg von Geraint Thomas (Ineos). Vor den Alpen ist der erst 22-Jährige wohl bereit für die Hofübergabe im britischen Team. Die Rede ist vom Kolumbianer Egan Bernal, der nach dem Ausfall von Chris Froome in die Rolle des Co-Kapitäns beim britischen Rennstall aufstieg und nun bereit ist für Größeres.

"Vor den letzten zwei Anstiegen hat Geraint mir gesagt, dass ich mein eigenes Rennen fahren könnte und so habe ich am Ende versucht Pinot zu folgen. Ich blieb aber nur am Hinterrad, denn Geraint lag hinter uns. Ich denke, das war ein guter Moment für uns", erklärte der starke Kletterer, der das Weiße Trikot des besten Nachwuchsprofis trägt.

"Am Ende war Pinot wirklich der Stärkste und da kannst du dann auch nicht viel tun. Wir hatten ein gutes Rennen, nicht zu viel Zeit verloren und in den Alpen warten noch aufregende Tage", blickte der Kolumbianer voraus, ließ aber dann trotz seiner eher zurückhalten Art mit einer Aussage überraschen: "Ich glaube, dass wir im Moment keinen richtigen Leader haben."

Im Gegensatz zu den letzten Jahren fehlt auch die Dominanz der britischen Mannschaft, die die Bergetappen nicht mehr vom ersten bis zum letzten Kilometer anführen kann. Und auch Vorjahressieger Geraint Thomas zeigte Schwächen, wenn auch er immer noch als Zweiter der Gesamtwertung in Reichweite des Gelben Trikots liegt und noch immer noch der erste Verfolger von Alaphilippe ist.

"Geraint ist sicher mehr Leader als ich. Er ist Zweiter und hat die Tour im letzten Jahr gewonnen. Aber alles läuft sehr ehrlich zwischen uns. In den letzten beiden Bergtagen durfte ich mein eigenes Rennen fahren, aber falls es einen Moment in den Alpen gibt, wo ich auf ihn warten muss, dann werde ich es tun", versuchte Bernal zu relativieren. Aber es zeigt sich wieder einmal, dass der zweite Mann vielleicht doch der stärkere Fahrer im Team ist.

"Ich will auch gar nicht über den Toursieg nachdenken. Das ist echt eine große Geschichte. Ich mache mein Bestes und versuche dem Team zu helfen", beantwortete er die Frage nach seinen eigenen Ambitionen.

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