2020 soll GrandTour-Etappensieg her

Denz mit Saison zufrieden, “auch wenn etwas der Wurm drin war“

Von Christoph Adamietz

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Nico Denz (AG2R) | Foto: Cor Vos

23.10.2019  |  (rsn) - An sportlichen Ergebnissen gemessen war die Saison 2019 für Nico Denz (AG2R) keine besonders ruhmreiche. Sein größtes Erfolgserlebnis hatte der 25-Jährige schließlich neben der Rennstrecke zu vermelden: Nach dem Saisonende heiratete der Allrounder seine langjährige Freundin. 

"Das Leben neben dem Radsport ist mir sehr wichtig. Mit meiner Frau habe ich einen Menschen an meiner Seite, der zu 100 Prozent hinter mir steht", erklärte Denz gegenüber radsport-news.com.

Gerne hätte der Waldshut-Tiengener auch auf dem Rad gejubelt. Doch aus verschiedensten Gründen blieb es bei gerade einmal einem Top-Ten-Ergebnis: Rang acht zum Auftakt der Deutschland Tour.

Dabei standen letztlich aber Leistung und Ertrag für den AG2R-Profi in krassem Widerspruch. "Meine Form war zwar da, ich hatte aber auch mit einer regelrechten Pechsträhne zu kämpfen", spielte Denz zum Beispiel auf seinen Saisonauftakt bei der Tour Down Under an. "Ich hatte massenhaft Defekte und wurde dadurch komplett ausgebremst, wodurch auch meine frühere Anreise nach Australien und das Training unter der Sonne nicht belohnt wurden", sagte er.

Die Vorbereitung in Richtung Klassiker lief im Anschluss zunächst gut, bei Tirreno-Adriatico etwa war der offensivfreudige Denz als Ausreißer aktiv. "Ich wurde dann aber krank und verlor wertvolle Renntage", blickte Denz zurück. Dennoch kämpfte sich der Deutsche für die Kopfsteinpflasterklassiker in Topform und unterstützte dort Kapitän Oliver Naesen "zu 200 Prozent. Vor allem bei Flandern und Roubaix machte ich einen tollen Job. Dadurch konnte ich dann aber auch selbst kein Ergebnis einfahren", fasste Denz zusammen.

Als nächstes Highlight ging es für Denz wie im Vorjahr zum Giro d`Italia. Nachdem er 2018 in Italien als Zweiter knapp einen Etappensieg verpasst hattte, sollte dieser nun in dieser Saison folgen. Aber das Glück war wieder nicht mit dem in Top-Form angereisten Denz. Zunächst fing er sich eine Bronchitis ein und kurz darauf stürzte er auch noch schwer. "Trotzdem konnte ich mich erholen und nochmals auf mich aufmerksam machen", so Denz mit Blick auf die 18. Etappe, die er als Ausreißer prägte. Erst kurz vor dem Zielstrich wurde er da gestellt, so dass er als Elfter über den Zielstrich fuhr.

In der zweiten Saisonhälfte bekam Denz, der ab 2020 das Trikot von Sunweb tragen wird, kaum mehr Freiheiten vom Team, das stattdessen auf Fahrer setzte, die auch künftig noch für die Equipe fahren werden. "Insgesamt bin ich aber trotzdem mit meiner Saison zufrieden, auch wenn etwas der Wurm drin war", so Denz, der Platz elf bei der DM auf dem Sachsenring und Rang 20 beim Cadel Evans Road Race (1.UWT) belegte.

Mit seinem neuen Team will Denz 2020 die Erfolge nachholen, die er in diesem Jahr verpasste. "Nächstes Jahr bleibe ich gesund und hole mir dann - im dritten Anlauf - meinen Grand-Tour-Etappensieg", gab sich Denz kämpferisch. Sein Hauptaugenmerk will der Deutsche aber auf die Frühjahrsklassiker legen, wo er wohl deutlich mehr Freiheiten bekommen wird, als bei AG2R. "Da hoffe ich auf die eine oder andere Freikarte, um selbst losfahren zu dürfen", schloss Denz, der diesmal seine Saison nicht in Australien beginnen wird.

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