Erst fast gestürzt, dann erster Israeli auf dem Podium

Einhorn schreibt in Kolumbien israelische Radsport-Geschichte

Von Felix Mattis

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Itamar Einhorn (Israel Start-Up Nation) | Foto: Bettini Photo

12.02.2020  |  (rsn) - Am Dienstag schockte ein Trainingsunfall von André Greipel sein Team Israel Start-Up Nation. Der deutsche Sprinter wird wochen- oder sogar monatelang wegen einer ausgekugelten Schulter ausfallen. Doch nur einen Tag später konnte sein Arbeitgeber wieder frohe Kunde verbreiten: Geschichte sei geschrieben worden, titelte die Pressemitteilung des israelischen WorldTour-Rennstalls nach der 2. Etappe der Tour Colombia 2.1. Denn in Duitama sprintete mit dem erst 22-jährigen Itamar Einhorn zum ersten Mal in der Geschichte ein Israeli auf das Podium eines Profirennens. Zumindest behauptet man das bei Israel Start-Up Nation.

Doch egal ob Einhorn der erste Israeli in dieser Situation war oder der zweite oder dritte, beeindruckend war seine Leistung in Kolumbien allemal. Denn dem 22-Jährigen fehlte nicht viel zu Sprint-Assen wie Tagessieger Juan Sebastian Molano (UAE Team Emirates) oder Alvaro Hodeg (Deceuninck - Quick-Step).

"Ich wusste, dass das ein Meilenstein war, den ich erreichen könnte und es war tatsächlich mein Ziel für diese Saison. Witzigerweise habe ich aber während des heutigen Rennens gar nicht daran gedacht", sagte Einhorn nach dem Rennen über den ersten israelischen Podestplatz. "Ich hatte mit der Höhe und der dünnen Luft zu kämpfen. Aber auf dem letzten Kilometer habe ich das vergessen."

Wenig von der dünnen Höhenluft passte knapp 100 Meter vor dem Zielstrich zwischen Einhorn und seinen neben ihm in den Sprint gestarteten, kolumbianischen Teamkollegen Edwin Avila. Denn als Einhorn aus dem Windschatten von Hodeg und Molano heraus nach links zog, touchierte er Avila leicht und es wäre beinahe zum gemeinsamen Sturz zweier Teamkollegen gekommen. Trotzdem kam Avila am Ende noch auf Rang fünf.

"Wir haben auf diesen Moment lange gewartet und sind sehr glücklich, ihn dieses Ziel erreichen zu sehen", freute sich Team-Manager Kjell Carlström ungeachtet der Beinahe-Kollision seiner beiden Schützlinge über den dritten Rang von Einhorn. "Jetzt suchen wir den ersten israelischen Fahrer, der ein Rennen gewinnen wird und sind zuversichtlich, dass es eher früher als später passieren wird."

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