RCS wartet auf Gespräche am Donnerstagmorgen

Italienische Regierung verbietet bis 3. April (fast) alle Veranstaltungen

Von Felix Mattis

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Fans zündeten an der Strecke von Mailand-Sanremo 2019 bengalische Feuer. | Foto: Cor Vos

04.03.2020  |  (rsn) - Die Absage der italienischen Frühjahrsrennen steht offenbar unmittelbar bevor. Wie die italienische Regierung am Mittwochabend bekanntgab, wird man dem Vorschlag des wissenschaftlichen Ausschusses folgen und alle Sportveranstaltungen für die nächsten 30 Tage verbieten, die nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden oder gewährleisten können, dass ein Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter zwischen Personen stets gegeben ist. In Italien werden auch Schulen und Universitäten in den kommenden Wochen geschlossen bleiben.

"Das Abhalten von Veranstaltungen und Wettkämpfen oder Trainingseinheiten von Leistungssportlern ist in Sportgebäuden hinter verschlossenen Türen erlaubt. In jedem Fall müssen die Sportverbände und Clubs angemessene Checks durchführen, um das Risiko der Weiterverbreitung von CoViD-19 zu limitieren", heißt es weiter. Radrennen passen nicht in dieses Schema.

RCS gab als Veranstalter von Strade Bianche, Tirreno-Adriatico und Mailand-Sanremo am späten Mittwochabend bekannt, dass man aufgrund des Dekrets den Jedermann-Event im Rahmen von Strade Bianche am kommenden Wochenende in Siena absage. 

Um über die Profi-Rennen zu entscheiden, wolle man Gespräche mit den lokalen Behörden in den kommenden Tagen abwarten - "beginnend mit einem Gespräch mit der Präfektur von Siena am Donnerstagmorgen", so die Mitteilung des italienischen Rennveranstalters, der auch den Giro d'Italia verantwortet. 

Doch RCS-Boss Mauro Vegni gab schon am Mittwochvormittag zu: "Wenn die Regierung dem Ausschuss folgt, müssen wir absagen." Vegni erklärte aber auch, dass er in jedem Fall noch in diesem Jahr die Rennen durchführen wolle und mit der UCI im Falle einer Absage neue Termine finden wolle. "Sie könnten nach dem Giro d'Italia im Juni stattfinden, oder sogar im September", so Vegni.

UCI schob die Verantwortung Regierungen und Rennveranstaltern zu

Bevor die italienische Regierung ihr Dekret erlassen hat, bestimmte der Radsport-Weltverband UCI bereits, dass die Rennveranstalter in den kommenden Wochen den Empfehlungen ihrer nationalen Behörden folgen sollen. Die UCI selbst werde keine Rennen absagen, sondern vertraue dabei auf die Einschätzungen der Staaten. Trotzdem betonte die UCI auch, dass im Fall der Durchführung von Rennen in den kommenden Wochen erhöhte Sicherheitsstandards zu gelten haben. Unter anderem sollte beispielsweise dafür gesorgt werden, dass zur Einschreibekontrolle Fahrer nicht denselben Stift benutzen müssten.

Schon am Nachmittag hatten einige Teams - etwa die Frauen-Teams Parkhotel Valkenburg und CCC - Liv sowie die Frauen- und Männer-Teams von Mitchelton - Scott oder die WorldTour-Rennställe Jumbo - Visma und EF Pro Cycling ihre Teilnahme am für Samstag geplanten Strade Bianche abgesagt.

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