KT-Team reagiert auf die Corona-Pandemie

Pushbikers haben Kurzarbeit angemeldet und Kosten gedrückt

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Pushbikers haben Kurzarbeit angemeldet und Kosten gedrückt"
Die Maloja Pushbikers im Trainingslager | Foto: Urs Golling Photography

21.03.2020  |  (rsn) – Seit knapp drei Monaten fahren die Maloja Pushbikers mit deutscher Kontinental-Lizenz. Wie viele Monate noch dazu kommen, ist zum aktuellen Stand allerdings ungewiss. Schuld daran ist die Corona-Pandemie, die zu Rennausfällen und finanziellen Einbußen der Teams führt.

“Das Team hat keine Rennen, die Mitarbeiter keine wirkliche Arbeit mehr. Wir haben den Schritt gemacht, Kurzarbeit anzumelden, alle fixen Kosten zu drücken und um Steueraufschub gebeten. Alle möglichen Anträge einer externen Hilfe sind gestellt und wir bereiten uns auf eine Notlösung im Extremfall bis August/September vor“, erklärte Teamchef Christian Grasmann gegenüber radsport-news.com die ersten Maßnahmen.

Maßgeblich angewiesen ist Grasmanns Team auf die Sponsorengelder, deren Zahlung aufgrund der bevorstehenden Wirtschaftskrise aber – zumindest teilweise- zum Erliegen kommen könnten. “Wir sind Freunde unserer Sponsoren. Sollte ein Freund nicht durch diese Lage kommen, werde ich ihm Helfen und nicht auf Zahlung verklagen“, stellte der Teamchef klar. Doch wie kann er dann die Gehälter zahlen?

Vom Bund Deutscher Radfahrer fühlt sich Grasmann in der schwierigen Zeit allein gelassen. Zum einen vermisste der Teamchef, dass der Verband Verhaltensregeln im Leistungssport herausgibt. “Andere Verbände waren da helfend“, sagte er. Außerdem bemängelte der 39-Jährige, dass von Seiten des BDR hauptsächlich nur abgesagte Rennen kommuniziert würden, aber sonst nichts darüber hinaus. “Für den BDR und das Präsidium ist das alles ein Hobby, ein Ehrenamt. Wir bezahlen Gebühren und Beiträge für eine Führung, die wie in der Dopingkrise den Kopf in den Sand steckt. Verantwortung übernehmen, würde uns allen Sicherheit geben“, so Grasmanns eindringlicher Wunsch.

Insgesamt erhofft sich Grasmann – wie seine Kollegen auch – dass man in diesen schwierigen Zeiten “zusammenrückt, Wissen teilt und ein Krisenmanagement hat, das Vertrauen und Sicherheit ausstrahlt. Lasst uns aus der Not eine Tugend machen und noch mehr an einem Strang ziehen“, so seine Forderung.

Das Training haben die Maloja Pushbikers trotz der Rennpause, deren Ende nicht abzusehen ist, nicht eingestellt. “Wir wollen den Fahrern noch ein kleines Grundlagen-Polster schaffen“, so Grasmann. In Gruppen dürfen die Pushbikers nicht fahren, gemeinsam in Cafés sitzen auch nicht. Für den Fall einer Ausgangssperre wird man den Athleten Rollentrainer zur Verfügung stellen. “Wir werden sehr spontan auf die nächsten Entscheidungen reagieren müssen“, ist sich Grasmann sicher.

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